17.06.2015

Hessen erinnert mit Theo Waigel an die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion vor 25 Jahren

Staatsministerin Lucia Puttrich
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Staatsministerin Lucia Puttrich bei ihrer Eröffnungsrede.
© Boris Trenkel

Weichenstellung für die Deutsche Einheit
Gastgeberin Lucia Puttrich erinnerte in ihrer Begrüßung an die Opfer des Arbeiteraufstandes vom 17. Juni 1953. Der Veranstaltungstag war nicht zufällig gewählt. Denn neben dem Protest gegen die Normerhöhungen wurde von den Demonstranten auch die deutsche Einheit gefordert.
Die Ministerin unterstrich, dass mit dem Abschluss der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion am 1. Juli 1990 die Grundlagen zur Einführung der Sozialen Marktwirtschaft in der damals noch bestehenden DDR gelegt wurden. Theo Waigel hat als Bundesfinanzminister den Weg zur Deutschen Einheit entscheidend mitgestaltet.

Made in Germany – Made in 1990
Dr. Theo Waigel lieferte eine lebendige Geschichtsstunde gab interessante Einblicke in die rasante Entscheidungsfindung auf dem Weg zur Währungsunion. Er betonte, dass ein langfristiger Transformationsprozess bei offenen Grenzen nicht möglich gewesen sei. Zudem sei der Aufholprozess der neuen Länder mit dem Wirtschaftswunder der BRD von 1950bis 1956 vergleichbar.

Beste Investition
Bei allen Fragen über die Kosten der Wiedervereinigung, sei sie die beste Investition für die Freiheit von 17 Millionen Menschen, den Frieden in Europa und die Zukunft der nächsten Generationen gewesen.

Erfahrungen in der DDR
Im Podiumsgespräch berichteten Günter Hinkel, Geschäftsführender Gesellschafter der Hassia Mineralquellen, und Volker Weber, Landesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) von Hessen/Thüringen, von ihren Erfahrungen im Jahr der deutschen Wiedervereinigung.
Günter Hinkel hatte unmittelbar nach Inkrafttreten der Währungsunion begonnen, in der damals noch bestehenden DDR zu investieren.
Volker Weber begann zur gleichen Zeit für die IG BCE mit dem Aufbau freier Gewerkschaften und Tarifstrukturen in den neuen Ländern. Die Gewerkschaften unterstützten den Prozess einer schnellen Wiedervereinigung, um die wirtschaftliche Situation der Beschäftigten in Folge der zusammengebrochenen Industriestrukturen möglichst rasch zu verbessern.

Eurokrise
25 Jahre Wirtschaft-, Währungs- und Sozialunion waren auch Anlass, sich über die Lage der Sozialen Marktwirtschaft heute  - und besonders angesichts der aktuellen Situation im Euroraum - auszutauschen. 

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