Das Europäisches Raumflug-Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt

  • Sitz: Darmstadt
  • Gründung: September 1967
  • Direktor: Gaele Winters

Das Europäische Raumflugkontrollzentrum ESOC (European Space Operations Centre) ist ein Operations- und Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA (European Space Agency). Es beschäftigt derzeit ca. 280 Festangestellte und etwa 520 Mitarbeiter von Vertragsfirmen.

Ziele und Aufgaben des ESOC

Das ESOC ist für den Betrieb sämtlicher ESA-Satelliten, für die dazu notwendigen Bodenstationen und für das Kommunikationsnetzwerk verantwortlich.

Bodenstationen

Im ESOC befindet sich die Steuerungs- und Schaltzentrale des weltweiten Netzes von Bodenstationen ESTRACK. Unter diesem Namen unterhält das ESOC eigene Bodenstationen in Redu (Belgien), Kourou (Französisch Guyana), Maspolomas und Villafranca (Spanien), Kiruna (Schweden) sowie New Norcia und Perth (Australien). Zusätzlich werden in Zusammenarbeit mit anderen Weltraumorganisationen weitere Bodenstationen genutzt.

Kontrollzentrum „Launch and Early Orbit Phase (LEOP)

Unmittelbar nach der Trennung des Satelliten von seiner Trägerrakete wird dessen Steuerung vom ESOC-Hauptkontrollraum übernommen. Von dort aus werden alle Manöver durchgeführt, um den Satelliten in seine endgültige Umlaufbahn zu bringen. Wenn der Satellit seine Routineflugbahn erreicht hat, wird die Kontrolle in einem Nebenkontrollraum fortgeführt.

Flugdynamik

Flugdynamik-Experten der ESOC berechnen Position, Geschwindigkeit und Fluglage des Satelliten im Weltraum. Sie sind für die Steuerung der Flugbahn eines Satelliten und dessen Ausrichtung und Orientierung im Weltraum verantwortlich.

Missionsanalyse

Der Bereich der Missionsanalyse beinhaltet die Auswahl der optimalen Umlaufbahn, die Wahl der Trägerrakete, die Nutzung der Bodenstationen, die Planung von Manövern und die Dauer einer Mission. Zudem beschäftigen sich die Experten mit der Erforschung von Gefahren und der Verteilung und komplexen Entwicklung des Weltraumschrotts.

Galileo und das Galileo-Gründerzentrum

Galileo ist eine gemeinsame Initiative der Europäischen Kommission und der ESA, im Auftrag aller Mitgliedstaaten der EU. Geplant ist, ab dem Jahr 2010 ein vom US-dominierten GPS-System unabhängiges, eigenes Satellitennavigations-Netzwerk zu etablieren. Hierzu soll ein weltumspannendes Netz von 30 Satelliten installiert werden, die einer Höhe von 24.000 Kilometern die Erde umkreisen. Galileo wäre damit das erste globale Satelittenpositionsbestimmungs- und Navigationssystem, das – anders als das bestehende GPS – ausschließlich der weltweiten zivilen Nutzung dient. Mit Galileo lässt sich in Zukunft die Steuerung des Auto-, Flug- und Schiffsverkehrs erheblich verfeinern. Nutznießer könnten künftig aber auch große Logistik-Zentren und Geo-Informationssysteme sein.

Die europäische Weltraumkontrollbehörde ESOC und das Land Hessen haben gemeinsam in Darmstadt das Galileo-Gründer- und Anwenderzentrum „cesah – Centrum für Satellitennavigation Hessen“ errichtet. In diesem Zentrum werden Informationen zu Galileo bereitgestellt sowie Dienstleistungen für Gründer und bestehende Unternehmen angeboten, die Galileo-Anwendungen entwickeln und vermarkten.

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