Serbien

Partnerschaft zwischen Hessen und Vojvodina

Hessen und die Autonome Provinz Vojvodina in Serbien werden in vielen Bereichen enger zusammenarbeiten. Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und Igor Mirović, der Präsident der Autonomen Provinz Vojvodina, haben dazu am 26. November 2019 eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet.

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Archivbild 2017: Igor Mirović mit Volker Bouffier.
Archivbild 2017: Igor Mirović, Premierminister der autonomen Provinz Vojvodina, begrüßt Ministerpräsident Volker Bouffier.
© Staatskanzlei

„Mit unserer neuen Partnerschaft, die die Regierungsparteien in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart haben, leisten wir bewusst und gezielt einen Beitrag zur Annäherung des West-Balkans an die Europäische Union. Wir verstärken außerdem die Partnerschaft, die der Hessische Landtag mit der Vojvodina bereits geschlossen hat“, sagte der Regierungschef. „Serbien und die übrigen Staaten der Region haben für Gesamteuropa eine sehr große geostrategische Bedeutung. Ihre Annäherung an und spätere Integration in die Europäische Union stabilisiert den West-Balkan und sichert damit den Frieden auf unserem Kontinent. Auf unserer Ebene der Regionen tragen wir dazu bei, dass diese Annäherung ganz praktisch gelingt. Die Hessische Landesregierung setzt zudem auf die Vielfalt der Regionen und die föderale Kraft in Europa und setzt auch deshalb klare eigene europapolitische Akzente.“

Die Initiative für die Partnerschaft geht auf eine Reise des Hessischen Ministerpräsidenten nach Serbien im Jahr 2017 zurück.

Pläne, Partnerschaften und Programme

In Hessen lebten Ende 2017 fast 27.000 serbische Staatsbürger. Kooperationen gibt es zum Beispiel bei der Untersuchung der Wasserqualität der Donau und in der Forstwirtschaft. Hessen beteiligt sich am Hospitationsprogramm für Richter und Staatsanwälte der Deutschen Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit e.V. (IRZ), um den Aufbau rechtsstaatlicher Verhältnisse in den Staaten Mittel- und Osteuropas zu fördern.

Die Justus-Liebig-Universität Gießen, die Philipps-Universität Marburg und die Frankfurt University of Applied Sciences unterhalten Kontakte zu serbischen Universitäten, die Darmstädter Bertold-Brecht-Schule hat seit 2014 eine Partnerschaft mit dem 13. Belgrader Gymnasium. Seit Beginn der Schulpartnerschaft haben sich beide Schulen darauf verständigt, das jeweilige Partnerland zu besuchen.

Zahlen, Daten und Fakten

  • Serbien hat 7 Millionen Einwohner, rund 1,9 Millionen Personen leben in der Vojvodina.
  • Die Hauptstadt der Vojvodina ist Novi Sad – nach Belgrad die zweitgrößte Stadt Serbiens.
  • Die Vojvodina ist der nördliche Landesteil Serbiens.
  • 2018 lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Serbiens lag bei 42,8 Milliarden Euro. Auf die Vojvodina entfallen knapp 27 Prozent des serbischen BIP. Im selben Jahr lag das BIP in Serbien pro Einwohner bei rund 6.100 Euro.
  • Serbien exportierte im Jahr 2018 weltweit Güter im Wert von rund 16 Milliarden Euro. Der Import lag insgesamt bei 22 Milliarden Euro.
  • Deutschland und Italien sind Serbiens wichtigste Außenhandelspartner: 12,3 Prozent aller serbischer Exporte gehen nach Italien, 11,9 Prozent nach Deutschland. Umgekehrt stammen 13,4 Prozent aller Importe aus Deutschland, 9,4 Prozent aus Italien.
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