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Das bringt uns Europa

Geld bei Flugverspätungen

Die Europäischen Institutionen haben die Rechte für Flug- und Bahnreisende gestärkt. Wird ein Flug auf den nächsten Tag verschoben, muss die Airline üblicherweise eine Hotelübernachtung zahlen. Hat der Flug Verspätung, bekommt der Passagier 250, 400 oder 600 Euro erstattet, je nach Länge der Flugstrecke. Ausnahmen sind beispielsweise Streiks von Fluglotsen. Bei Zugverspätungen von mehr als 60 und mehr als 120 Minuten gibt es ein Viertel beziehungsweise die Hälfte des Ticketpreises zurück.

Preisgrenze beim Telefonieren

Telefonieren und Surfen im Internet im EU-Ausland sind seit Juni 2017 nicht teurer als zu Hause. Die Verbraucher können bei vorübergehenden Auslandsreisen ihre Mobilgeräte zu den Bedingungen ihrer inländischen Verträge nutzen. Und es muss dank der EU niemand mehr Sorge haben, eine dicke Rechnung zu erhalten, wenn die Nutzungsgrenzen beim Roaming überschritten werden. Denn es gelten strikte Preisobergrenzen (3,2 Cent pro Minute für Anrufe, 1 Cent pro SMS und 7,70 Euro pro GB Daten). 

Schutz von Allergikern

Die Europäische Union achtet auf gesunde Lebensmittel. Eine EU-Verordnung regelt, was auf den Etiketten stehen muss: die Nährstoffe, die das Produkt enthält, also etwa die Menge an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz. Zudem müssen bei jedem Produkt die 14 wichtigsten Stoffe, die Allergien auslösen können (z.B. Nüsse oder Soja), angegeben werden. Wichtig für Allergiker ist auch, dass in Restaurants über Allergene in den Gerichten informiert werden muss.

Keine Abzocke im Internet

Die Europäische Union schützt Verbraucher, die im Internet einkaufen. Um den Online-Einkauf sicherer zu machen, müssen Kunden dem Kauf nun ausdrücklich zustimmen. Der Onlinehändler muss darauf hinweisen, dass Kosten anfallen, und er muss sich bestätigen lassen, dass der Verbraucher davon Kenntnis genommen hat. Verstößt der Anbieter gegen diese Auflagen, ist die Bestellung für den Verbraucher nicht bindend. Verboten hat die EU auch die teuren Kundenhotlines mit 0180- oder 0190-Nummern.

112 – Im Notfall nur eine Nummer

Wer in Europa verreist und einen Notfall hat, muss seit 2008 nur noch eine Nummer kennen: Mit dem Notruf 112 erreicht man in ganz Europa Feuerwehr und Rettungskräfte. Früher hatte jedes Land seine eigenen Rufnummern für Polizei und Feuerwehr, sodass Reisende bei Feuer oder nach einem Unfall im Ausland oft nicht wussten, wo sie anrufen sollen. Der EU-weite Notruf funktioniert in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunknetz.

Fünf populäre Irrtümer über die Europäische Union

  1. Das EU-Budget - Das meiste Geld gibt die EU für ihren Verwaltungsapparat aus. FALSCH. Das denken zwar laut jüngster Eurobarometer-Umfrage 38 Prozent der Deutschen, richtig ist es deshalb aber nicht. Für Verwaltung, Personal und Gebäude gibt die EU gerade einmal sechs Prozent ihres Budgets aus.
  2. Die krumme Banane - Die EU legt den Krümmungsgrad der Banane fest. FALSCH. Tatsächlich gibt es eine Verordnung zur Banane, die allerdings weitgehend dem Verbraucherschutz dient. So sind darin die Mindestgröße und Dicke von Bananen festgelegt, die in die EU eingeführt werden dürfen. Ferner darf die Banane keine Beschädigungen aufweisen und noch nicht reif sein, damit sie beim Transport nachreifen kann. Krumm darf sie aber sein.
  3. Kuchen im Kindergarten - Kuchen, die in die Kita mitgebracht werden, müssen die Inhaltsstoffe ausweisen. FALSCH. Zwar hat die EU zum Schutz der Verbraucher und vor allem von Allergikern geregelt, dass auf Lebensmitteln und in Restaurants die Inhaltsstoffe und Allergene angegeben werden müssen. Aber auch wenn das deutsche Medien behauptet haben: Für Kuchen oder Salate, die zu Wohltätigkeitszwecken mitgebracht werden, gilt das ausdrücklich nicht. Es gilt nur für Unternehmen.
  4. Zensur im Internet - Die EU zensiert das Internet. FALSCH. Der Vorwurf lautet, dass die EU mit ihrer Reform des Urheberrechts den freien Zugang zu Informationen verhindert. Tatsächlich aber zielt die Reform darauf, dass Internetgiganten wie Google, Facebook oder Twitter nicht ungeprüft Fotos, Texte, Bilder oder Musikstücke ins Netz stellen können, an denen sie keine Rechte haben. Künftig sollen nicht mehr die Nutzer bei Urheberrechtsverstößen haften, sondern eventuelle Schadenersatzansprüche können gegen die Online-Plattform selbst geltend gemacht werden. Mit der Reform des Urheberrechts werden die Rechte – das geistige Eigentum – von Musikern, Autoren, Filmemachern, Journalisten und Verlagen geschützt.
  5. Kalter Kaffee? - Die EU verbietet Filterkaffeemaschinen. FALSCH. Schon seit 2009 gibt es Stromsparvorgaben für Haushalts- und Bürogeräte, darunter auch Kaffeemaschinen. Die legen zum Beispiel fest, dass Elektrogeräte einen Standby-Modus haben und nach einer gewissen Zeit automatisch abschalten. Das spart europaweit 35 TWh Strom pro Jahr. Das entspricht dem Bruttostromverbrauch in Hessen für ein ganzes Jahr. Die Warmhaltefunktion bei herkömmlichen Filterkaffeemaschinen mit Glaskannen schaltet sich nach 40 Minuten aus. Die Vorgaben gelten aber nicht für alte Maschinen, sondern nur für die, die neu auf den Markt kommen.
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