Startseite Initiativen Demografie Demografie-Preis Die mobile Seniorenberatung – Wir besuchen Seniorinnen und Senioren mit dem SEHmobil in ihrem Zuhause
Projekt:

Die mobile Seniorenberatung – Wir besuchen Seniorinnen und Senioren mit dem SEHmobil in ihrem Zuhause

Projektträger: Deutsche Blindenstudienanstalt e.V.

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Gruppenfoto von Ministerpräsident Volker Bouffier und Staatsminister Axel Wintermeyer mit den Gewinnern des 1. Platzes des Demografie-Preises 2018: Projekt Seh-Mobil
Ministerpräsident Volker Bouffier (4.v. rechts), der Chef der Staatskanzlei und Demografiebeauftragte der Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer (2.v. links) und Jurymitglied Birgit Imelli (1.v. links) zeichnen Vertreterinnen und Vertreter des Projektes „SEHmobil“ aus Marburg mit dem 1. Platz des Demografie-Preises 2018 aus.
© Staatskanzlei

Wir möchten Seniorinnen und Senioren, die unter Sehverlust leiden, Mut machen ein weiterhin selbstbestimmtes Leben in ihrem gewohnten Umfeld zu führen. Dazu bieten wir kostenfreie Hausbesuche an. Gemeinsam, auch mit Angehörigen, werden in ca. 2-3 Terminen Maßnahmen erarbeitet, welche Autonomie, Mobilität und soziale Einbindung stärken. Dank des SEHmobils, einem Kleinbus voller Hilfsmittel, können Ratsuchende viele Alltagshelfer und Sehhilfen zuhause ausprobieren. Mit der sprechenden Küchenwaage fällt das Backen wieder leichter; mit der richtigen Leselupe klappt es wieder besser, Zeitschriften zu lesen. Der Seniorenberater hilft bei der Beschaffung von Hilfsmitteln, was eine große Entlastung für Angehörige ist. Bei einem Rundgang werden wichtige Wege und Sturzgefah­ren betrachtet und gezeigt, wie mit Beleuchtung und kleinen Tricks die Wohnung barriere­freier werden kann.

Auch Freizeitgestaltung und Kontakte zu Selbsthilfe- und Seniorengruppen sind Thema. Oft kennen die betroffenen Personen die medizinischen/psychischen Aspekte der eingetretenen Behinderung nicht richtig. Neben entsprechenden Erläuterungen enthalten die Gespräche daher einen hohen Anteil psychosozialer Beratung; diese persönliche Zuwendung wird von den Seniorinnen und Senioren als sehr positiv empfunden.

Eine Studie der Philipps-Universität Marburg ergab, dass sich die Beratung v. a. auf die Lebensqualität in den Bereichen Aktivität, Freizeit und Mobilität auswirkt. Seit 2012 haben wir über 425 Personen mehr als 1.050 mal besucht. Die Wohnorte erstrecken sich bis zu 60 km ins Marburger Umland; zwei Drittel der Ratsuchenden leben im ländlichen Umfeld und kämpft mit erheblichen Mobilitätsbarrieren und infrastrukturellen Mängeln. Das Durch­schnittsalter ist 83 Jahre. Sie leben oft allein, nur ein Drittel lebt in Gemeinschaft.

Die mobile Beratung ist ein Baustein der blista-Seniorenarbeit. Unser Engagement setzt sich aus Vernetzung mit der regionalen Selbsthilfe, Freizeitangeboten und Unterstützungsdien­sten für Senioren, Öffent­lichkeitsarbeit, Schulung von Multiplikatoren in der Pflege, Auf­klärung für Augenärzte sowie Workshops und Vorträgen für Betroffene und Angehörige zusammen. Nur, wenn an vielen Knotenpunkten Sensibilität für die Auswirkungen von Sehverlust im Alter hergestellt wird, kann es gelingen, nachhaltig im Interesse der Betroffe­nen zu agieren. Seit Sommer 2013 werden die Aktivitäten ausschließlich über Spenden finanziert; eine gesetzliche Grundlage für eine Regelfinanzierung besteht nicht.

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