Projekt:

Gemeindenaher Hospizplatz

Projektträger: Hospizhilfe Wetterau e.V.

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Gruppenfoto von Staatsminister Axel Wintermeyer und Ministerpräsident Volker Bouffier mit den Projektbeteiligten vom Hospizplatz Wetterau
Ministerpräsident Volker Bouffier (3. v. rechts), der Chef der Staatskanzlei und Demografiebeauftragte der Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer (3. v. links) und Jurymitglied Birgit Imelli (1. v. links) gratulieren Vertreterinnen und Vertreter des Projektes „Gemeindenahe Hospizplatz“ aus Friedberg, das das Finale des Demografie-Preises 2018 erreicht hatte.
© Staatskanzlei

Sterbende Menschen sollen ihrem Wunsch entsprechend ihren Lebensweg würdevoll, geborgen und vor allem sozial eingebunden zu Ende gehen können. So ist es der Wunsch der allermeisten nach ihren Vorstellungen für ihr Lebensende befragten Menschen.

Die Hospizhilfe Wetterau unterstützt dieses Anliegen seit 20 Jahren ambulant, d.h. im jeweiligen häuslichen Umfeld. Ist dieses aber gar nicht oder nicht in der erforderlichen Stabilität vorhanden, so kommt für Menschen mit einer durch schwere Krankheit absehbar verkürzten Lebensspanne nur der Umzug in ein Hospiz in Frage. Dies ist dann aber nicht mehr heimatnah und sozial eingebunden, denn alle bislang bestehenden Hospize sind von Friedberg im Herzen der Wetterau mindestens ca. 40 km entfernt – für Zugehörige angesichts ausgedünnten ÖPNV oft genug ein schwer zu überwindendes Hindernis.

Die Hospizhilfe Wetterau hat deshalb ein Angebot entwickelt, das zwischen ambulant und stationär angesiedelt ist: den „Gemeindenahen Hospizplatz" im Stadtteil Friedberg-West. Wie gute Nachbarn, die Platz, Zeit und Kenntnisse haben, versorgen zahlreiche ehrenamtliche HospizbegleiterInnen und zwei hauptamtliche Hospiz-Koordinatorinnen (PalliativCare-Fachkräfte) jeweils einen Gast – in der Regel gemeinsam mit den Angehörigen/Zugehörigen in einem vom Verein angemieteten Haus. Dies ist ein Haus der Begegnung und des Lebens, in dem alle übrigen Angebote der Hospizgruppe stattfinden (Qualifizierungskurs Sterbebegleitung, Fortbildungen, Trauerbegleitung, Abschiedschor, Öffentlichkeitsveranstaltungen, Projektarbeit). Nach Bedarf bietet dieses Haus einem Menschen am Lebensende den Platz, um sein Leben umsorgt, begleitet, in häuslicher Atmosphäre, gleichzeitig in weitgehender Selbständigkeit und Selbstbestimmung zu beschließen. Zwei Räume für Angehörige stehen zur Verfügung. Ein Netzwerk von Palliativ-Care-Fachkräften, Hausarzt, Pflegedienst gewährleisten die Betreuung. Während letztere durch die Krankenkassen finanziert werden, gibt es für die Bereitstellung der Infra­struktur eines solchen Platzes keine finanziellen Zuwendungen. Deshalb finanziert sich der Aufenthalt im „gemeindenahen Hospizplatz" nur durch Mitgliedsbeiträge der Vereinsmitglieder sowie durch Spenden und Sponsoren.

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