Projekt:

Fachwerk Gesundheit in der Gesundheitsregion

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Die Demografie-Preisträger des 2. Preises
2. Preis: „Fachwerk Gesundheit“ in Sontra, Herleshausen, Nentershausen und Cornberg
© Staatskanzlei

Projektträger: Zweckverband InKomZ
Orte des Projekts: Sontra, Nentershausen, Cornberg und Herleshausen

Begründung der Jury:

Für die Zukunft der ländlichen Regionen ist es von großer Bedeutung, die wohnortnahe Gesundheitsversorgung und damit einhergehend eine hohe Lebensqualität langfristig zu sichern. Aus diesem Grund haben die Kommunen Sontra, Herleshausen, Nentershausen und Cornberg beschlossen, zusammenzuarbeiten. 2017 wurde das „Fachwerk Gesundheit“ gegründet, in dem unter anderem Ärzte, Therapeuten, Apotheker sowie Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen gemeinsam mit kommunalen Vertretern die zukünftigen Strukturen der Gesundheitsversorgung gestalten. Themen wie E-Health-Lösungen, Mobilitätskonzepte und Modelle der Übertragung ärztlicher Aufgaben spielen hierbei eine Rolle. Ein wesentlicher Baustein des Gesundheitskonzeptes ist der Aufbau eines interkommunalen Gesundheitsversorgungs-Zentrums mit mehreren Standorten. Am 1. September ist das erste in Sontra eröffnet worden.

Projektbeschreibung:

Die Herausforderung der Zukunft in ländlichen Regionen ist es, die Gesundheitsversorgung und damit einhergehend eine hohe Lebensqualität langfristig zu sichern und dem kontinuier­lichen demographischen und strukturellen Wandel anzupassen. Aus diesem Grund haben die Kommunen Sontra, Herleshausen und Nentershausen sowie Cornberg beschlossen, eine kooperative Zusammenarbeit zwischen den Leistungserbringern im Gesundheitswesen und den kommunalen Strukturen aufzubauen und vereinbarten dafür eine kreisübergreifende interkommunale Zusammenarbeit. Gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration wurde gemeinsam mit der KV Hessen ein Gesundheitsversorgungskonzept mit modernen sektorenübergreifenden und teamorientierten Strukturen entwickelt.

Ziel ist es, sowohl wohnortnahe, patientenzentrierte Versorgung der Bevölkerung zu schaffen, als auch für Ärzte und andere Leistungserbringer die Möglichkeit der selbstverantwortlichen Versorg­ung der Patienten bei flexibler Arbeitszeitgestaltung und Teamarbeit im Rahmen einer größe­ren vernetzten Struktur. In 2017 wurde dazu ein interprofessionelles Gesundheitsforum „Fachwerk Gesundheit" in Leben gerufen, in dem Ärzte, Therapeuten, Apotheker, Pflege­einrichtungen, Rehabilitationseinrichtungen und weitere Leistungserbringer im Gesundheits­bereich gemeinsam mit kommunalen Vertretern die zukünftigen Gesundheitsversorgungs­strukturen gestalten. Im Oktober 2018 wurde das Forum zu einem Versorgungsverbund in Form eines Vereins verfestigt unter Vorsitz von Bürgermeister Thomas Eckhardt.

Der neue Versorgungsverbund „interkommunaler GesundheitsVersorgungsVerbund (iGVB) Fachwerk Gesundheit e.V." wird damit künftig zu einer wichtigen Säule der regionalen Gesundheits­versorgung, um nachhaltige und belastbare Gesundheitsversorgungsstrukturen aufzubauen, das kooperative Miteinander der Gesundheitsanbieter zu stärken, Anreize für neue Gesund­heitsanbieter und Nachfolgeregelungen zu schaffen und die Region nach außen zu vertreten über dieses kreisübergreifende und in dieser Form einmalige Leuchtturmprojekt. Ein weiterer wesentlicher Baustein des regionalen Gesundheitskonzeptes und eine der wichtigen Auf­gaben der iGVB Fachwerk Gesundheit ist der Aufbau eines interkommunalen Gesundheits­VersorgungsZentrums (iGVZ) mit mehreren Standorten in den vier Kommunen. Themen wie E-Health-Lösungen, Mobilitätskonzepte, ärztliche Delegationsmodelle spielen hierbei ein Rolle. Weiterhin sollen alle 2 Jahre Gesundheitstage in allen 4 Kommunen stattfinden.

Das interkommunale GesundheitsVersorgungsZentrum soll am 01.06.2019 eröffnet werden. Dadurch soll eine umfassende (komplexe) Versorgung durch gezielte Werbeaktivitäten geschaffen werden. Ziel ist es die vorhandenen Mietflächen vollumfänglich für Praxen, Physiotherapie, Psychotherapie, Ergo- und Logotherapie, Apotheke, Sanitätshaus, Pflege­stützpunkt und ein Café zu nutzen. Damit wollen wir Multiprofessionalität unter einem Dach generieren, um schnelle koordinierte Termine, abgestimmte Untersuchungen und Therapien sicherzustellen.

Aufgabe ist es aber auch, das regionale und überregionale (auch kommu­nale) Umfeld hierin mit einzubeziehen und alle 2 Jahre eine Art Gesundheitswoche mit abschließender Gesundheitsmesse zu veranstalten, die in allen 4 Kommunen stattfindet mit einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung im interkommunalen Gesundheitsversorgungs­zentrum in Sontra. Natürlich spielt auch die Mobilität auf Maßgabe des demographischen Wandels eine entscheidende Rolle.

Ziel ist es daher, ein Mobilitätskonzept zu entwickeln, das die Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger für alle 4 Kommunen sicherstellt und gewährleistet, dass eine Anbindung an das interkommunale GesundheitsVersorgungs­Zentrum und auch die Außenstellen sicherstellt. D h. Bürgerbusverbindungen aus Cornberg, Nentershausen und Herleshausen nach Sontra und zurück. Nebenbei ist eine Einbeziehung des Pilotprojektes „Medibus" durch die KV in Planung, die eine dauerhafte mobile Versor­gung gewährleistet.

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