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Demografie-Preis 2010

Staatsminister Axel Wintermeyer verleiht Auszeichnungen für herausragende Projekte aus Lauterbach, Kassel und Erbach

Der Chef der Staatskanzlei und Demografiebeauftragte der Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer, hat am 3. November 2010 zum ersten Mal den Hessischen Demografie-Preis verleihen. Durch den mit insgesamt 30.000 Euro dotierten Hessischen Demografie-Preis 2010 wurden drei herausragende Projekte zur Gestaltung des demografischen Wandels gewürdigt.

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Die Preisträger des Demografiepreises 2010 - Staatskanzlei
Die Preisträger des Demografie-Preises 2010
© Staatskanzlei

Ausgezeichnet wurden der Vogelsbergkreis mit 15.000 Euro für das Projekt „Demografischer Wandel – Chancen und Ressourcen“, die Stadt Kassel mit 10.000 Euro für das Projekt „Fam-o-S“ sowie die Kreisstadt Erbach im Odenwald mit 5.000 Euro für das Projekt „Patengroßeltern“. Die drei Projekte wurden von einer Experten-Jury unter dem Vorsitz von Staatsminister Wintermeyer aus insgesamt 26 eingegangenen Bewerbungen ausgewählt.

Wintermeyer zeigte sich sehr beeindruckt von den eingereichten Projekten: „Nicht nur die am Ende mit dem Demografie-Preis ausgezeichneten, sondern alle Bewerbungen haben deutlich gemacht, dass die Bürgerinnen und Bürger den demografischen Wandel in ihrer Heimat auch als Chance sehen und die Veränderungen mit vielen guten Ideen und oftmals mit großem ehrenamtlichen Einsatz aktiv gestalten.“ Die Einbeziehung von ehrenamtlichem Engagement sei eines der zentralen Kriterien der Jury bei der Auswahlentscheidung gewesen. „Angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen vor allem im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel wird dem Ehrenamt künftig ein noch größeres Gewicht zukommen. Schon heute können private Initiativen in vielen Bereichen die Probleme vor Ort besser und schneller lösen als der Staat es kann“, betonte der Chef der Staatskanzlei.

Wintermeyer wies darauf hin, dass der Hessische Demografie-Preis ganz bewusst als Förderpreis ausgelobt worden sei. „Zu den Teilnahmebedingungen gehörte auch, dass das Preisgeld direkt zur Umsetzung des eingereichten Projekts verwendet wird. Gleichzeitig wollen wir mit dem Hessischen Demografie-Preis dazu beitragen, dass vorbildliche und nachahmenswerte Projekte bekannt gemacht werden und anderen einen Ansporn für eigene Aktivitäten geben“, erläuterte der Staatsminister.

Die Projekte:

1. Preis: Vogelsbergkreis „Demografischer Wandel – Chancen und Ressourcen für eine beteiligungs- und sozialraumorientierte Kinder- und Jugendarbeit im ländlichen Raum“

Grundlage für die Projektidee war die Erkenntnis, dass die Förderung von Einzelprojekten zur demografischen Entwicklung und den sich verändernden strukturellen und finanziellen Ausgangsbedingungen im ländlichen Vogelsbergkreis nicht ausreicht. Zusätzlich dazu ist es esdringend notwendig, eine beteiligungsorientierte Gesamtstrategie für die Kinder- und Jugendarbeit zu entwickeln.

Kinder und Jugendliche, Vertreter der örtlichen Vereine und Verbände, von sozialen Netzwerken und politischen Gremien sollen motiviert werden, sich aktiv und gemeinsam für die Gestaltung des ländlichen Raums einzusetzen. Mit dem Preisgeld sollen Qualifizierungsmaßnahmen für Ehrenamtliche zur aktiven Beteiligung an Gestaltungsprozessen in der Region entwickelt und durchgeführt werden.

2. Preis: Stadt Kassel „Fam-o-S (Familien ohne Sorgen)“

Im Fokus des Projekts stehen Familien und Alleinerziehende mit erhöhtem Armutsrisiko, mit Migrationshintergrund, mit Isolationsproblemen und fehlenden Unterstützungshilfen im eigenen Umfeld. Die ehrenamtlichen Projektmitarbeiter bieten als „Familienlotsen“ schnelle und unbürokratische Hilfe bei der Bewältigung alltäglicher Herausforderungen. Sie verbinden dabei freiwillige und professionelle Aktivitäten im Umfeld der Familien.

Das Projekt ist in den Stadtteilzentren der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel angesiedelt. Das Kasseler Familienberatungszentrum und das Freiwilligenzentrum Kassel begleiten es fachlich. So können vertrauenswürdige, nachhaltige und übertragbare Strukturen aufgebaut werden. Mit dem Preisgeld sollen Bewohnerfonds gegründet werden, die unbürokratisch nachbarschaftliche Initiativen, Angebote und Veranstaltungen fördern.

3. Preis: Kreisstadt Erbach „Patengroßeltern“

Über eine Vermittlungsstelle können sich Familien mit Kindern ohne Großeltern, und potentielle Paten, die sich Enkel wünschen, kennenlernen. Das Projekt trägt damit dazu bei, dass sich die Generationen näher kommen.

Die Patengroßeltern schenken dem Enkelkind wöchentlich einige Stunden ihrer Zeit zum Spielen, Lesen oder Basteln und geben damit wertvolle Erfahrungen weiter. Sie verstehen sich als Familienmitglied und nicht als Babysitter oder Haushaltshilfe. Die Eltern können als Gegenleistung Aufgaben für die Paten wie Rasenmähen oder Reparaturen im Haushalt übernehmen. Die gegenseitige, generationsübergreifende Unterstützung führt zu Entlastungen und zu einer Bereicherung des Alltags beider Parteien.

Das Preisgeld dient dem weiteren Ausbau der Vermittlungsstelle und der Organisation von Treffen zwischen den Paten und den Familien in der Kennenlernphase.