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Demografie-Preis 2011

Staatsminister Wintermeyer verleiht zweiten Hessischen Demografie-Preis

Der Chef der Hessischen Staatskanzlei und Demografiebeauftragte der Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer, hat am 29. November 2011 den Hessischen Demografie-Preis an vier herausragende Projekte zur Gestaltung des demografischen Wandels verliehen.

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Die Preisträger des Hessischen Demografiepreises 2011 - Staatskanzlei/E.Blatt
Die Preisträger des Hessischen Demografie-Preises 2011
© Staatskanzlei

„Die Projekte der ausgezeichneten Unternehmen zeigen, wie die Folgen des demografischen Wandels bewältigt werden können. Sie geben hervorragende Beispiele, um gerade im Mittelstand im Wettbewerb um junge Köpfe zu bestehen, aber auch dauerhaft Unternehmen durch die Erfahrung älterer Mitarbeiter zu stärken“, sagte Wintermeyer.

Dabei sei der Preis nicht etwa als bloße Anerkennung für besonders gelungene Ideen und Konzepte gedacht, sondern solle spürbar dazu beitragen, geeignete Projekte auch weiterhin umzusetzen. „Darüber hinaus sollen die herausragenden Konzepte durch die Verleihung des Demografie-Preises bekannt gemacht werden und zur Nachahmung anregen“, betonte Wintermeyer.

Die Hessische Landesregierung habe den demografischen Wandel frühzeitig als eines der wichtigsten Themen der kommenden Jahrzehnte erkannt. „Seine Gestaltung ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Gleichzeitig eröffnet dies die Chance, durch Innovationen Veränderungen hervorzurufen“, sagte der Minister.

Antworten auf den demografischen Wandel

Der Hessische Demografie-Preis wird 2011 zum zweiten Mal verliehen und würdigt in diesem Jahr herausragende Unternehmen, die Projekte umsetzen, die der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den Anforderungen einer älter werdenden Belegschaft und der Vermeidung von Fachkräftemangel dienen. Die Konzepte sollen beispielgebend dafür sein, wie die Folgen des demografischen Wandels in der Arbeitswelt bewältigt werden können.

Insgesamt hatten sich zwölf Unternehmen beworben. Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine Jury, in der Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und der Landesregierung vertreten waren.

Die ausgezeichneten Projekte

1. Gewinner der Kategorie „Ältere Belegschaften“

Die Marketing- und Entwicklungsgesellschaft Bensheim mbH mit dem Projekt „Firmenübergreifende Personalstrategien im demografischen Wandel“ (10.000 Euro)

Ziel des Projekts war es, einen strategischen Zusammenschluss kleiner und mittlerer Unternehmen hinsichtlich Personalstrategien und Personalpolitik zu entwickeln. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels können die Betriebe so gestärkt am Personalmarkt mit den Großunternehmen konkurrieren. Im daraus entstandenen „Netzwerk Personal Bensheim“ tauschen sich die beteiligten Firmen über demografisch orientierte Arbeitsorganisation und Personalpolitik aus. Zudem gibt es gemeinsame Weiterbildungsmaßnahmen sowie Fortbildungsangebote im Rahmen einer aktiven Zusammenarbeit der vernetzten Unternehmen.

Das Unternehmen wird mit 10.000 Euro ausgezeichnet. Der Betrag soll dem Netzwerk Personal Bensheim zugute kommen.

2. Gewinner der Kategorie „Fachkräftenachwuchs“

Die Viessmann Werke GmbH & Co.KG aus Allendorf (Eder) mit dem Projekt „Young Engineer Academy (YEA)“ (10.000 Euro)

Die Young Engineer Acadamy (YEA) macht naturwissenschaftlich und technisch interessierte Schülerinnen und Schüler mit den Inhalten des Berufsfeldes des Ingenieurs vertraut. Die Kooperationspartner Viessmann Werke und Gymnasium Edertalschule in Frankenberg werden hierbei von der Technischen Hochschule Mittelhessen unterstützt. Das Projekt richtet sich an jeweils 25 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 und 11 an dem Frankenberger Gymnasium. Sie werden von Fachkräften aus Schule, Hochschule und von Viessmann betreut und erhalten nach erfolgreicher Teilnahme ein Zertifikat.

Das Unternehmen wird ebenfalls mit 10.000 Euro ausgezeichnet. Davon soll ein Drittel dem Kindergarten der evangelischen Kirchengemeinde in Allendorf sowie ein weiteres Drittel dem Kindergarten der evangelischen Kirchengemeinde in Battenfeld zugute kommen. Mit dem letzten Drittel des Preisgeldes soll der Kindergarten des DRK in Battenberg unterstützt werden.

3. Zwei Gewinner der Kategorie „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“

1. Die B. Braun Melsungen AG mit dem Projekt „Familienteilzeit“ (5.000 Euro).

Wenn Mütter oder Väter innerhalb von zwölf Monaten nach Ablauf der Mutterschutzpflicht in das Unternehmen zurückkehren, können Sie die „Familienteilzeit“ in Anspruch nehmen. Das bedeutet, dass sie bei halber Arbeitszeit einen Zuschuss auf ihr Gehalt von 15 Prozent beim ersten Kind beziehungsweise 25 Prozent beim zweiten Kind erhalten. Diese Regelung ist auf acht Jahre befristet. Der Zuschuss von 15 Prozent auf das Gehalt gilt maximal fünf Jahre lang auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Angehörige pflegen.

2. Die Continental Teves AG & Co. oHG mit dem Projekt „Betrieblich unterstützter Familienservice am Standort Frankfurt“ (5.000 Euro).

Damit sich Angehörige des Unternehmens ihren Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen widmen können, biete die Continental Teves ein „betrieblich unterstützten Familienservice am Standort Frankfurt“. Dazu gehören neben flexiblen Arbeitszeiten sowie Teilzeit- und Home-Office-Angeboten zehn Belegplätze in einer standortnahen KiTa. Das Unternehmen organisiert unter anderem Kinder-Ferienspiele, vergibt Baby-Erstausstattungs-Rucksäcke an junge Eltern und bietet ein Eltern-Kind-Arbeitszimmer für den kurzfristigen Ausfall in der eigenen Kinderbetreuung.

Beide Unternehmen werden mit jeweils 5.000 Euro ausgezeichnet. Der Betrag von 2.500 Euro kommt dabei Net e.V., dem Netzwerk für Familie, Kinderbetreuung & Senioren zugute, und ebenfalls 2.500 Euro gehen an den Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe. Die Stiftung kinder- und familienfreundliches Melsungen erhält 5.000 Euro.