Daseinsvorsorge

MORO-Modell-Projekte Hessen

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Vogelsberg-Kreis: MORO Zukunftswerkstatt Jugend
Vogelsberg-Kreis: MORO Zukunftswerkstatt Jugend
© Staatskanzlei

In vielen ländlichen Regionen muss sich die regionale Planung an den demographischen Wandel anpassen. Die Anforderungen an und Auslastungen von sozialer und technischer Infrastruktur ändern sich. Wo die Versorgungswege immer länger werden und die Infrastruktur der Gemeinden immer "dünner" wird, reichen die üblichen Planungsroutinen kaum noch aus, um zukunftsfähige Lösungen herbeizuführen. Viele betroffene Regionen werden deshalb aktiv und arbeiten zur Bewältigung des demografischen Wandels an langfristigen Strategien über die gesamte Bandbreite der verschiedenen Infrastrukturbereiche hinweg. Und schon jetzt lässt sich feststellen: Vielerorts gibt es eine große Bereitschaft, neue Wege zu gehen.

Innovative Lösungen für infrastrukturelle Herausforderungen

Mit dem Aktionsprogramm regionale Daseinsvorsorge werden 21 ausgewählte Modellregionen in ländlichen Räumen darin unterstützt, sich innovativ den infrastrukturellen Herausforderungen des demografischen Wandels zu stellen und mit einer Regionalstrategie Daseinsvorsorge erforderliche Infrastrukturanpassungen vorausschauend und kooperativ zu gestalten. Das als Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) wird im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) durchgeführt und dabei durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag unterstützt.

2011 wählte das BMVBS in einem bundesweiten Wettbewerb insgesamt 21 Regionen aus und unterstützte die Regionen in den Jahren 2012/2013 mit einer finanziellen Zuwendung zwischen 50.000 und 200.000 €, ja nach Umfang der Planungen. Das Bundesland Hessen ist mit den drei Modellregionen Landkreis Hersfeld-Rotenburg, Vogelsbergkreis und der Region SPESSARTregional in dem Aktionsprogramm vertreten.

Konzeptphase der drei hessischen Modell-Regionen

Im Zeitraum Januar 2012 – Oktober 2013 erarbeiteten die Modell-Regionen in Schwerpunktbereichen, die aus ihrer Sicht einen besonderen Handlungsbedarf aufwiesen, Konzepte und Vorschläge. Die einzelnen Themenfelder wurden jeweils in Arbeitsgruppen unter Teilnahme von Experten aus den Verwaltungen und Vertretern von Institutionen, Vereinen und Verbänden bearbeitet. Durch die Bearbeitung in Arbeitsgruppen konnten weitreichende Folgen von Anpassungsstrategien (z. B. die Schließung von Einrichtungen, die Initiierung von Prozessen zur Veränderung gesetzlicher Rahmenbedingungen oder die Veränderung von Organisationsstrukturen) offen diskutiert werden. Die verstärkte Zusammenarbeit öffentlicher und privater Akteure sowie eine aktive Beteiligung der interessierten Öffentlichkeit erhöhten die Chancen, neue Lösungsansätze zu finden. Umfangreiche Bürgerbeteiligung sowie die Einbeziehung von Jugendlichen verbesserte zudem die Akzeptanz der Ergebnisse und ist eine wichtige Voraussetzung für die Einbeziehung bürgerschaftlichen Engagements.

Im Oktober/November 2013 legten die drei Modellregionen ihre Abschlussberichte vor, die bereits Vorschläge für Umsetzungsprojekte enthielten. Hierfür konnten sich die Modellregionen wiederum um Bundesmittel bewerben. Aufgrund ihrer erfolgreichen Bewerbungen erhalten die drei hessischen Modellprojekte nun -  dank der Zusage des Landes Hessen, sich mit 49.000 € pro Modellprojekt an der Finanzierung zu beteiligten – im Zeitraum 2013 – 2015 nochmals jeweils 122.000 € für die Umsetzung ihrer Projekte.

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