Mexiko-Stadt

Sozialprojekt am Rande der Müllkippe

Besuch der „Fundación para la Asistencia Educativa“ (Stiftung für Bildungshilfe)

Sozialprojekt am Rande der Müllkippe in Mexiko-Stadt

© Staatskanzlei

Der Blick von der Autobahnbrücke am Rande von Mexiko-Stadt ist trostlos: Müllberge so weit das Auge reicht, dazwischen provisorische Hütten aus Wellblech, Pappe und Holz, in denen etwa 2000 bis 3000 Kinder zusammen mit ihren Familien wohnen. Sie leben auf dem Müll, und sie leben vom Müll. Im Dreck suchen sie nach Dingen, die sie verwerten können, um sie für ein Stück Brot an Zwischenhändler zu verkaufen. „Normalerweise haben diese Kinder keine gute Zukunft, wenn wir uns nicht speziell um sie kümmern“, erklärt Alan Franco, Leiter der Stiftung „Fundación para la Asistencia Educativa“ (Stiftung für Bildungshilfe).

„Mit diesem Besuch will ich ein Zeichen setzen“

Hier am Rande von Mexiko-Stadt, am Rande der Gesellschaft, hat Ministerpräsident Volker Bouffier bewusst das Programm seiner Mexikoreise begonnen. Zusammen mit seiner Frau Ursula besuchte er den Kindergarten in Tlatel, Chimalhuacan, er liegt direkt neben der Müllhalde Bordo de Xochiaca. In diesem Kindergarten betreut die Stiftung 300 Kinder. Bouffier: „Mit diesem Besuch will ich ein Zeichen setzen.“

„Buenos días amigos“ rief der hohe Gast aus Deutschland den etwa 50 Mädchen und Jungen zu, die ihn mit dem Lied „Ich bin dein treuer Freund“ begrüßten. Mit ihren schicken blauen Uniformen, mexikanische Fahnen schwenkend, hießen sie die hessische Delegation willkommen.

Ernährung, Kleidung, Bildung und medizinische Betreuung

Die Stiftung für Bildungshilfe, die von vielen Organisationen, unter anderem vom DFB, unterstützt wird, kümmert sich um Ernährung, Kleidung, Bildung und medizinische Betreuung der Kleinen. Hier werden Kinder bis sechs Jahren aufgenommen. Schreibübungen gehören ebenso zum Programm wie das Spielen an den gespendeten Geräten auf dem Dachgarten. Ein „Kleinod“, mitten in einer schwierigen Umgebung, meinen auch Ursula und Volker Bouffier, die sichtlich gerührt sind von der Freundlichkeit und Herzlichkeit der jungen Mexikaner. Die Gattin des Ministerpräsidenten schenkte den Jungen und Mädchen die Minihessenlöwen; die Kinder des Kindergartens in Tlatel waren aber nicht unvorbereitet: Jeder Teilnehmer der Delegation bekam von den kleinen Mädchen und Jungen selbstgebastelten Blumen und selbstgemalte Bilder - und darüber hinaus noch eine herzliche Umarmung.

„Diese Kinder haben Glück, vielleicht gelingt ihnen eine gute Zukunft in Mexiko“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier. Natürlich wollen die Betreuerinnen und Betreuer des Kindergartens, dass ihre Schützlinge später einmal einen ordentlichen Beruf ergreifen, oder - wie Anlan Franco sagt: „Eines unserer Mädchen hat es geschafft und ist jetzt Lehrerin in einer Schule in der Nähe des Kindergartens“. Damit solche Karrieren häufiger vorkommen, braucht die Stiftung finanzielle Unterstützung. Der Ministerpräsident überreichte dem Verantwortlichen der Stiftung einen Scheck aus Hessen und versprach, auch weiter in Deutschland für sie zu werben, damit sie ihre inzwischen 25-jährige erfolgreiche Arbeit auch fortsetzen und noch mehr Kinder aufnehmen können.