Politik für den Menschen

Erste Hessenreise von Volker Bouffier: "Der Mensch steht im Mittelpunkt"

Politik für den Menschen gestalten und direkte Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgerin in Hessen suchen – das ist ein erklärtes Ziel des neuen Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Und dies war auch der Leitgedanke seiner ersten Hessentour am 16. September 2010, zwei Wochen nach seinem Amtsantritt.

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Ministerpräsident Volker Bouffier und Rainer Häusler stehen vor Kisten mit Lebensmitteln, der Ministerpräsident hält eine Tüte Nudeln in der Hand
Ministerpräsident Volker Bouffier beim Besuch der Frankfurter Tafel e.V. in Frankfurt Bonames

Die erste Station führte Volker Bouffier zur Ausgabestelle der Frankfurter Tafel e.V. in Frankfurt Bonames. Dort packte er gleich mit an, als die ersten Lebensmittel angeliefert wurden. „Was Sie tun, ist gelebte Sozialpartnerschaft. Ihr Einsatz verdient höchsten Respekt“, kommentierte der Ministerpräsident die Arbeit der Frankfurter Tafel, die überschüssige Lebensmittel und Spenden an rund 20.000 Haushalte in Hessen verteilt.

Die Nachfrage wächst dabei ständig. „Das geht quer durch alle Gesellschaftsschichten“, berichtete Rainer Häusler, Vorstandsmitglied der Frankfurter Tafel. Das liege jedoch nicht etwa an steigender Armut in Hessen, „sondern daran, dass das Bewusstsein für Tafeln wächst“, erklärte das er.

Um die steigende Nachfrage zu bewältigen, kümmern sich 126 ehrenamtliche Mitglieder um einen reibungslosen Ablauf der Essensausgabe, die mit hohem logistischem Aufwand betrieben wird. In direkten Gesprächen mit den Mitarbeitern erfuhr der Ministerpräsident von den jeweiligen Beweggründen, sich für die Frankfurter Tafel zu engagieren. Die Arbeit gibt den Helfern eine neue Lebensaufgabe und dient gleichzeitig Menschen in einer Notsituation.

Bouffier: „Ich kriege einen Nagel in die Wand und kann eine Bohrmaschine halten – aber da hört es auch schon auf.“

Auch bei seinem zweiten Termin im Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) Weiterstadt der Handwerkskammer Rhein-Main nutzte der Ministerpräsident die Gelegenheit zum ausführlichen Gespräch. In den Werkstätten der Gerüstbauer, der Maler und Lackierer sowie der Anlagemechaniker, sprach er mit den Lehrmeistern sowie mit den Frauen und Männern, die hier den überbetrieblichen Teil ihrer Ausbildung absolvieren.

Dabei interessierte ihn vor allem die Motivation der jungen Menschen und die Frage nach der Perspektive, die sie für sich sehen. Er zeigte sich beeindruckt: „Ich sehe hier junge Menschen, die motiviert sind, die Freude an ihrem Beruf haben und ihr Leben in die Hand nehmen. Auf diese Weise leistet das hessische Handwerk als Ausbildungsmotor nicht nur einen wesentlichen Beitrag dazu, dass die hessische Wirtschaft stark bleibt, sondern auch dazu, dass Integration in unserem Land gelingt.“

Angetan war Bouffier auch von den Werkstücken, die ihm die Auszubildenden zeigten. Er selbst habe im handwerklichen Bereich „Nachholbedarf“: „Ich kriege zuhause einen Nagel in die Wand und kann eine Bohrmaschine halten – aber da hört es auch schon auf.“

Gute Politik muss bodennah sein

Zeit nahm sich der Ministerpräsident auch für den ökumenischen „Kreis der Älteren“ im Gemeindehaus der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien in Bad Homburg. Dieses gemütliche Beisammensein für ältere Menschen mit unterschiedlichen Programmpunkten wie Vorträgen oder Filmvorführungen findet seit vielen Jahren statt. Ehrenamtlich organisiert wird das wöchentliche Treffen von Gemeindemitglied Edeltraud Raestrup, die den Ministerpräsidenten zusammen mit Pfarrer Werner Meurer herzlich willkommen hieß.

Bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen sprach Bouffier mit den Seniorinnen und Senioren über ihre Anliegen. Themen wie Gesundheitspolitik, Altersarmut und Einsamkeit im Alter gehörten dazu. Der Ministerpräsident betonte, er habe großen Respekt vor der Lebensleistung die Seniorinnen und Senioren appellierte an sie, sich einzubringen: „Sie machen einen großen Teil unserer Gesellschaft aus. Mischen Sie sich ein, bleiben Sie nicht außen vor.“

Gleichzeitig betonte er, auch die Jüngeren seien in der Pflicht: „Unsere Gesellschaft lebt davon, dass die junge Generation Verantwortung für diejenigen übernimmt, die aufgrund von Alter und Krankheit nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.“ Wichtig sei aber auch, dass diejenigen, deren gesundheitlicher Zustand es zulasse, so lange wie möglich selbstbestimmt leben könnten.

Zum Abschluss seiner ersten Tour zeigte sich Ministerpräsident Bouffier sehr zufrieden: „Der Kontakt mit den Menschen in diesem Land ist für mich das A und O. Denn gute Politik muss am Ende bodennah sein – ideologische Festveranstaltungen nutzen keinem!“