Ministerpräsident besucht Nordhessen

Hessenreise des Ministerpräsidenten: Themen Integration und Demographischer Wandel im Mittelpunkt

Die Integration von Migranten, die Sprachförderung schon im Kindergarten und der demografische Wandel in der Gesellschaft standen im Mittelpunkt der jüngsten Hessenreise von Ministerpräsident Volker Bouffier. „Wir haben hier in Hessen großartige Projekte und eine Menge ehrenamtlich Engagierter, denen ich zuhören möchte und erfragen will, wo Probleme bestehen, was klappt und was nicht klappt“, so Bouffier.

Hessenreise Integration und Demographischer Wandel

Ministerpräsident Volker Bouffier besucht das „Lädchen für alles“, er steht vor gefüllten Regalen und spricht mit den Verantwortlichen
Ministerpräsident Volker Bouffier besucht das „Lädchen für alles“
© Hessische Staatskanzlei

Die erste Station der Hessenreise führte Bouffier nach Kassel in die Kindertagesstätte St. Joseph. Hier informierte er sich über die frühkindliche Sprachförderung der Kinder. In der KiTa haben über die Hälfte der Kinder einen Migrationshintergrund. Die Herkunft der Kinder sei sehr unterschiedlich, so Kita-Leiterin Rita Liese. „Wir wollen gemeinsam auf spielerische Weise Deutsch lernen.“ Für Bouffier stellt das Thema ein Schwerpunkt der Hessischen Landesregierung dar: „Frühkindliche Förderung ist und bleibt unsere Priorität“, sagte er. „Sprachförderung muss schon im Vorschulalter beginnen.“

Nach dem Besuch der KiTa ging es für Bouffier weiter ins benachbarte Marienkrankenhaus. Hier besichtigte er die 2010 eingeweihten neuen Seminarräume und diskutierte mit Klinik-Geschäftsführer Michael Schmidt und Verwaltungsdirektor Hermann Kirchberg über die Zukunft des Gesundheitssystems. Wichtig sei, dass sich Krankenhäuser auf bestimmte Bereiche spezialisierten, sagte Bouffier. „Wir brauchen den Arzt als Lotsen in diesem System, der den Patienten Orientierung gibt.“

Besuch eines Netzwerks für Frauenberatung

In Kassel informierte sich Bouffier über den Verein Bengi e.V., dessen Mitglieder sich der Beratung, Schulung und der Bildung von Netzwerken für Frauen, insbesondere für Frauen mit Migrationshintergrund widmen. „Ich bedanke mich bei den Menschen, die sich dafür einsetzen, dass solche Projekte ehrenamtlich umgesetzt werden können“, sagt Bouffier.

Eine Besonderheit des Vereins ist die Kinderbetreuung für Mütter, die einen der Sprachkurse besuchen wollen. Frauen mit Migrationshintergrund könnten ihre Stärken nur dann in die Gesellschaft einbringen, wenn sie Deutsch sprächen.

Kindertagesstätten mit besonderem Angebot

Anschließend ging es auf der Hessenreise weiter nach Witzenhausen im Werra-Meißner Kreis. Im Kindergarten „Kesperknirpse“ informierte sich Bouffier über das Konzept der „Witzenhäuser Familienhäuser“. Im Projekt sind alle Kindertagesstätten der Gemeinde zusammengeschlossen und bieten mit unterschiedlichen Projektpartnern Freizeit-, Bildungs-, Beratungs- und Gesundheitsangebote an. Die Zielgruppe der Angebote sind Familien, Senioren und Alleinerziehende. „Sie haben hier eine unglaubliche Bandbreite an Angeboten“, so Bouffier. Unter dem Motto „von allen für alle“ richtet sich das gemeinsame Projekt der 13 Witzenhäuser Kindertagesstätten an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger der Stadt.
Einen ähnlichen Charakter hat auch das „Lädchen für alles“, das Bouffier zum Abschluss seiner Hessenreise besuchte. Weil es in dem Ortsteil Gertenbach keine Einkaufsmöglichkeit mehr gab, haben sich der Verein Aufwind und das Fuldaer Handelsunternehmen tegut zusammengetan und einen „Tante Emma Laden“ gegründet. „Viele Jüngere ziehen aus den ländlichen Regionen weg und die Älteren bleiben zurück“, sagte Bouffier. Der Staat könne das nicht alles auffangen. „Deshalb ist auch hier der Einsatz von Ehrenamtlichen besonders lobenswert“, so Bouffier.

von Sebastian Harnisch