Nach rechtsextremistischem Vandalismus

Antisemitismusbeauftragter Becker hat die Frankfurter Ziehenschule besucht

Thema: 
Antisemitismusbeauftragter
31.03.2021Hessische Staatskanzlei

ziehenschule.jpg

Frankfurter Ziehenschule
v.l.n.r. Schülervertreter Jakob Dembowski, Schulelternbeiratsvorsitzende Julia Breitenöder, Uwe Becker, Schulleiterin Christiane Rogler, Schülervertreterin Anouk Niederberger
© Stadt Frankfurt am Main

„Ich verurteile diesen offensichtlich rechtsextremistisch motivierten Angriff auf die Frankfurter Ziehenschule scharf und danke gleichzeitig der Schulgemeinschaft für ihr vorbildliches Handeln“, sagte der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen den Antisemitismus, Uwe Becker, bei seinem Besuch an der Frankfurter Ziehenschule. „Nicht wegducken, sondern aufstehen, nicht schweigen, sondern lauter werden gegen Hass, Hetze und Extremismus – nur so können wir dem fortschreitenden Auseinanderdriften unserer Gesellschaft entgegenwirken.“ Um gesellschaftliches Vorbild zu sein, müsse man Haltung zeigen. „Die Verantwortlichen der Ziehenschule sowie die Schülerinnen- und Schülerschaft beweisen mit ihrem Vorgehen nach dem rechtsextremistischen Vandalismus genau diese Haltung. Wir überlassen unser buntes Land nicht den braunen Hetzern. Daher bin ich gerne auch an die Ziehenschule gekommen, um deren Engagement gegen Hetze, Rassismus und Antisemitismus zu würdigen und zu unterstützen“, betonte Becker.

Aktiv gesellschaftliche Debatte gegen Antisemitismus und Rassismus anstoßen

In der Ziehenschule in Frankfurt Eschersheim kam es am vergangenen Dienstagmorgen zu einem Polizei- und Feuerwehreinsatz. Unbekannte brachen in das Gymnasium ein, Türen und Wände wurden mit Hakenkreuzen sowie der Zahl 88 beschmiert. Vor der Toilette wurde ein Feuer gelegt. Der brennende Unrat führte zu einer Verrauchung der Frankfurter Europaschule.

„Dass die Ziehenschule in den kommenden Wochen sowohl nach innen als auch nach außen aktiv eine gesellschaftliche Debatte gegen Antisemitismus und Rassismus anstoßen will, ist ein ermutigendes Zeichen. Die Schülerinnen- und Schülerschaft wird einen Hashtag entwickeln, damit die Diskussion auch online die gesamte Gesellschaft erreicht, um hoffentlich aktiv gegen Hass und Hetze zu mobilisieren. Gemeinsam mit ihren Lehrkräften soll so ein Dialog generationsübergreifend geführt werden. Dass sich die Schule nicht einschüchtern lässt, sondern klare Kante gegen rechts zeigt, ist ein ermutigendes Zeichen und verdient unser alle Anerkennung“, betonte der Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker.

Entscheidende Rolle der Bildungseinrichtungen beim Thema Prävention

„Um dem Rechtsextremismus seine giftige Wirkung gerade auch auf junge Menschen zu nehmen, müssen die Ursachen des Nationalsozialismus und des heutigen Neo-Faschismus noch tiefgründiger vermittelt werden. Schließlich war der Antisemitismus 1933 nicht plötzlich vorhanden und nach 1945 auch nicht einfach wieder weg. Die Schulen und alle Bildungseinrichtungen spielen beim Thema Prävention eine entscheidende Rolle. Es geht nicht nur darum, Schülerinnen und Schüler zu sensibilisieren, sondern auch Lehrerinnen und Lehrer. Unsere gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist es, hinzusehen und klare Kante gegen jede Form von Hass und Hetze zu zeigen“, so der Antisemitismusbeauftragte abschließend.

Kontakt für Pressevertreter

Schließen