Sommerreise

Demografie-Beauftragter besucht Demenzlotsen in Limburg

Thema: 
Demografie
17.07.2017Hessische Staatskanzlei

„Das Projekt hilft, Erkrankte besser in unsere Gesellschaft zu integrieren,“ sagte Staatsminister Axel Wintermeyer.

Türschild "Partner der Malteser Demenzlotsen"
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„Demenzlotsen“ in Einzelhandel und Gastronomie, Verkehrsbetrieben und Behörden können dementielles Verhalten erkennen und angemessen darauf reagieren.
© Staatskanzlei

Auf seiner Sommerreise hat der Chef der Hessischen Staatskanzlei und Demografie-Beauftragte der Hessischen Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer, heute das Projekt „Demenzlotsen für eine demenzfreundliche Kommune“ in Limburg besucht. Es ist eins von sechs Projekten, die für den Hessischen Demografie-Preis 2017 nominiert sind, der am 25. August in Wiesbaden verliehen wird.

Fast 1,6 Millionen Menschen sind nach Informationen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Deutschland an Demenz erkrankt. Da die Lebenserwartung steigt, nimmt auch die Zahl der Erkrankten stetig zu. Jahr für Jahr treten rund 300.000 Neuerkrankungen auf. „Demenz ist kein Randphänomen in unserer Gesellschaft. Deshalb brauchen wir Konzepte, wie wir die Erkrankten besser integrieren können. Das hilft den Betroffenen und entlastet ihre Angehörigen, die ein großen Teil der Betreuung stemmen“, sagte Staatsminister Axel Wintermeyer. Mit dem Projekt „Demenzlotsen für eine demenzfreundliche Kommune“ setzt sich der Malteser Hilfsdienst in Limburg dafür ein, an Demenz erkrankte Menschen und ihre Angehörigen vor einem Kreislauf aus Scham und Rückzug zu bewahren und ihnen den Alltag zu erleichtern. Hierzu werden in Einzelhandel und Gastronomie, Verkehrsbetrieben und Behörden sogenannte „Demenzlotsen“ ausgebildet, die lernen, dementielles Verhalten zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. So ist ein stetig wachsendes Netzwerk entstanden, das den Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Helfern ermöglicht, zugleich das Thema Demenz in die Öffentlichkeit rückt und die Menschen dafür sensibilisiert. „Projekte wie die ‚Demenzlotsen‘ zeigen deutlich: Wo eine Gemeinde auch Gemeinschaft ist, lassen sich Schranken und Berührungsängste abbauen und neue Wege für das Miteinander finden“, betonte der Demografie-Beauftragte bei seinem Besuch in Limburg.

Zum Demografie-Preis

Mit dem Demografie-Preis zeichnet die Landesregierung seit 2010 jährlich Projekte und Initiativen aus, die dem demografischen Wandel mit innovativen und kreativen Ideen entgegenwirken. Unter dem Motto „Wo Ideen Freiraum haben! Leben auf dem Land“ steht die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes im Mittelpunkt des mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Preises. Aus 85 Bewerbungen hat eine unabhängige Fachjury sechs Projekte aus den Bereichen „Jugend“, „Fachkräfte und Familienfreundlichkeit“, „Innenentwicklung und Infrastruktur“, „Grundversorgung und Mobilität“, „Flüchtlinge finden Heimat auf dem Land“, „Kultur und Zusammenhalt“ und „Seniorinnen und Senioren“ ausgewählt.

„Die Folgen des demografischen Wandels sind eine Herausforderung für unsere Gesellschaft. Wir spüren die Auswirkungen in nahezu allen Bereichen unseres Lebens. Gelungene Initiativen mit engagierten Menschen, wie das Projekt ‚Demenzlotsen für eine demenzfreundliche Kommune‘, tragen zur Lebensqualität auf dem Land bei. Deshalb würdigen wir diese mit dem Hessischen Demografie-Preis. Die ausgezeichneten Projekte sollen als Vorbilder für andere dienen“, betonte Axel Wintermeyer.

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