Welche Auswirkungen hat der Brexit

Europaministerin Lucia Puttrich zu Besuch bei Merck

Europaministerin Lucia Puttrich hat im Rahmen einer Reihe von Terminen rund um den Brexit heute den Darmstädter Wissenschafts- und Technologiekonzern Merck besucht. Im Gespräch mit Dr. Kai Beckmann und Mitarbeitern, darunter viele aus Großbritannien, hat sie die Auswirkungen des bevorstehenden Brexits besprochen.

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Europaministerin Lucia Puttrich zu Besuch bei Merck
© Staatskanzlei

„Die Chemie- und Pharmabranche ist Hessens größter industrieller Arbeitgeber und ein Motor der Innovation. Deshalb ist die Frage, welche Auswirkungen das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union haben wird, für die Landesregierung natürlich von besonderen Interessen“, sagt Lucia Puttrich. In einer Reihe von Terminen mit Unternehmen, Institutionen und Personen hat Hessens Europaministerin heute das Darmstädter Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck besucht. Chemie- und Pharmaunternehmen erwirtschaften in Hessen einen Jahresumsatz von rund 27 Milliarden Euro und beschäftigen rund 60.000 Menschen.

Chancen und Risiken des Brexits

Im Gespräch mit Dr. Kai Beckmann, Mitglied der Merck-Geschäftsleitung, und weiteren Unternehmensvertretern, diskutierte Puttrich Chancen und Risiken des Brexits. Es gebe Hinweise darauf, dass Großbritannien die offizielle Ankündigung des Austritts möglicherweise schon Anfang März in Brüssel abgeben werde. Danach beginnen die auf zwei Jahre angelegten eigentlichen Austrittsverhandlungen. Hessen werde sich insbesondere über den Bundesrat bei der Ausgestaltung der künftigen Beziehungen zum Vereinigten Königreich einbringen.

„Wir registrieren in jüngster Vergangenheit mehr und mehr protektionistische Tendenzen. Das macht uns als global handelndem Wissenschafts- und Technologieunternehmen Sorge. Für uns sind offener Handel, Reisefreiheit und Schutz des geistigen Eigentums sowie ein verlässliches politisches, juristisches und gesellschaftliches Umfeld von großer Bedeutung“, sagte Kai Beckmann. Merck beschäftigt in Großbritannien rund 1400 Mitarbeiter an 17 Standorten. Neben den britischen Arbeitnehmern sind dort 14 nicht-britische Nationalitäten vertreten.

Der Aufgabe selbstbewusst und entschlossen stellen

„Der Brexit ist Realität und wir werden uns dieser Aufgabe selbstbewusst und entschlossen stellen. Hessen ist erfolgreich, leistungsstark, weltoffen“, sagte Puttrich. „Als Bundesland liegen wir mit unserer Wirtschaftskraft im oberen Mittelfeld aller EU-Staaten.“ Deshalb seien Hessen und insbesondere der Großraum Rhein-Main sowohl für Banken als auch für Unternehmen der Realwirtschaft, die ihren Standort ganz oder teilweise aus Großbritannien verlagern wollten, ein attraktives Ziel. „Unsere Infrastruktur ist gut, von Frankfurt aus ist man binnen zweieinhalb Stunden in jedem Wirtschaftszentrum des Kontinents. Es gibt ausreichend geeignete Bürokapazitäten und wir arbeiten auch daran, dass bezahlbare Wohnungen vorhanden sind – für Menschen, die bereits hier leben oder neu herziehen.“ 

Hessen bündele zudem die Aktivitäten zu Wirtschaftsförderung und Standortmarketing und stehe auch im Gespräch mit dem Nachbarland Rheinland-Pfalz. „Von London aus betrachtet endet der Großraum Rhein-Main nicht an der hessischen Landesgrenze“, sagt Puttrich. „Von Briten, die bereits im Großraum Frankfurt arbeiten, hören wir oft, wie sehr sie das Leben hier schätzen. Sie sagen, das Rhein-Main-Gebiet sei so etwas wie ein ,hidden treasure‘, ein verborgener Schatz. Wir sollten also offensiver für unsere Region werben, denn wir müssen uns mit Blick auf Lebensqualität und Infrastruktur nicht vor anderen Ballungsräumen Europas verstecken.“

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