Demografie in Hessen auf einen Blick

Karten und Diagramme zur demografischen Entwicklung veröffentlicht

Thema: 
Demografie
03.12.2020Hessische Staatskanzlei

Staatsminister Axel Wintermeyer: „Hessen soll eine lebenswerte Heimat für alle Menschen sein – unabhängig davon, wo sie zu Hause sind.“

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Cover der Broschüre Demografie in Hessen auf einen Blick - Karten und Diagramme
© Staatskanzlei

Hessens Bevölkerung wächst: Lebten bei der Volkszählung 1987 noch ca. 5,5 Millionen Menschen in Hessen, sind es 30 Jahre später mehr als 6,2 Millionen. Prognose weiter steigend. Doch hinter dieser Zahl steckt noch viel mehr: Sie bedeutet beispielsweise, dass die Hessinnen und Hessen erfreulicherweise immer länger leben und die Lebensentwürfe der Menschen in Stadt und Land vielfältiger werden. Einblick in diesen demografischen Wandel und den Stand der hessischen Demografiepolitik gibt die erstmals von der Landesregierung herausgegebene Informationsbroschüre „Demografie in Hessen auf einen Blick“ auf Basis von Karten und Diagrammen.

„Die Gestaltung des demografischen Wandels ist eine Daueraufgabe und heißt: Heute die Weichen für ein lebenswertes und attraktives Morgen unter sich ändernden Rahmenbedingungen stellen. Diese Herausforderung geht die Landesregierung seit vielen Jahren aktiv an. Hessen soll eine lebenswerte Heimat für alle Menschen sein – unabhängig davon, wo sie zu Hause sind. Dafür setzen wir uns mit aller Kraft ein“, sagte der Chef der Hessischen Staatskanzlei und Demografie-Beauftragte der Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer, heute in Wiesbaden. „Grundlage dafür ist eine genaue Analyse des Ist-Zustandes und der Prognosen für die Zukunft. Diese machen wir in diesem Nachschlagewerk sehr kompakt, aber dennoch in ihrer gesamten Breite allen Interessierten zugänglich.“

Hessens Bevölkerung wächst

Dass Hessens Bevölkerung wächst, liegt in erster Linie an der Zuwanderung, vor allem aus anderen Ländern der Europäischen Union. Davon profitierten in den vergangenen zehn Jahren vor allem die Städte. Für Darmstadt und Frankfurt wird nun bis 2050 ein weiterer Bevölkerungszuwachs von zehn Prozent und mehr vorhergesagt, während die Einwohnerzahlen in den meisten ländlichen Regionen schrumpfen. Frankfurt ist beispielsweise derzeit bereits 40-mal dichter besiedelt als der Vogelsbergkreis.

43,8 Jahre alt sind die Hessinnen und Hessen im Durchschnitt. Die Städte bleiben jung, denn vor allem junge Menschen zieht es in die Ballungsräume. Das geringste Durchschnittsalter in Hessen haben die Menschen in Frankfurt: 40,7 Jahre, gefolgt von Darmstadt (40,8) und der Stadt Offenbach (40,9). Die im Schnitt älteste Bevölkerung haben der Werra-Meißner-Kreis mit 47 Jahren vor dem Vogelsbergkreis (46,6) und dem Landkreis Kassel (46,5). Bis ins Jahr 2050 wird der Altersdurchschnitt der Bevölkerungsschätzung zufolge überall steigen. Auf beispielsweise 52,9 Jahre im Vogelsbergkreis und 45,9 in der Stadt Offenbach.

Mit aktiver Demografie-Politik Gestaltungspotenzial nutzen

Um die mit diesen und vielen weiteren demografischen Veränderungen verbundenen Herausforderungen zu meistern, aber auch die dadurch entstehenden Gestaltungspotenziale zu nutzen, stellt die Landesregierung mit einer aktiven Demografie-Politik entscheidende Weichen. Dazu gehören: Fachkräfte für den starken Wirtschaftsstandort Hessen sichern, Rahmenbedingungen schaffen für ein gutes und selbstbestimmtes Leben im Alter, familienfreundliche Strukturen etablieren, für gleichwertige Lebensverhältnisse in den Städten und ländlichen Regionen sorgen.

„Hessen ist auf einem guten Weg bei der Gestaltung des demografischen Wandels. Wir haben einen klaren Kompass. Als starker und attraktiver Standort sorgen wir mit dem Ausbau des schnellen Internets sowie Bildungs-, Betreuungs-, Gesundheits- und Mobilitätsangeboten dafür, dass die ländlichen Regionen attraktiv bleiben und Jung und Alt nicht in die Ballungszentren abwandern müssen. Das hat viele Vorteile. Viele Menschen wissen beispielsweise gar nicht, dass die Arbeitslosigkeit auf dem Land am niedrigsten ist. Auch von einem Corona-bedingten Verlust der Beschäftigung waren die Erwerbstätigen in Nord- und Mittelhessen im Zeitraum von März bis Mai weit weniger betroffen als im Rhein-Main-Gebiet. Während in Frankfurt die Quote um 1,7 Prozentpunkte angestiegen ist, waren es im Vogelsbergkreis nur 0,2 Prozentpunkte“, erklärte der Demografie-Beauftragte Wintermeyer. „Die Broschüre zeigt die Vielfalt in Hessen, und dass es sich in allen Landesteilen gut leben lässt. Wir tragen mit unserer Politik dazu bei, dass dies so bleibt.“

Zum Nachschlagewerk gelangen Sie über den untenstehenden Link.

Außerdem werden hier sowie auf Hessen.de (Im Blickpunkt) ab dem neuen Jahr in regelmäßigen Abständen einzelne Karten und die in ihnen dargestellten demografischen Sachverhalte kurz erläutert.

Hintergrund

Die Hessische Landesregierung nimmt die Herausforderungen des demografischen Wandels aktiv an. Schon seit 2004 ist der Chef der Staatskanzlei zugleich Demografie-Beauftragter der Hessischen Landesregierung. 2014 – zu Beginn der 19. Legislaturperiode – hat das Land unter seinem Vorsitz den Kabinettsausschuss Demografie eingesetzt. Die Hessische Staatskanzlei ist zuständig für die ressortübergreifende Koordination der Demografiepolitik des Landes. Im Kabinettsausschuss werden vorhandene Ansätze thematisch gebündelt und koordiniert weiterentwickelt. Mitglieder sind die Staatssekretärinnen und Staatssekretäre der Landesregierung.

In regelmäßigen Abständen berichtet die Landesregierung in Form von Demografie-Berichten über die demografische Entwicklung in Hessen und stellt die daraus abgeleitete ressortübergreifende Demografie-Strategie der Landesregierung vor. Während der Demografie-Bericht einen Einblick in den aktuellen Umsetzungsstand demografierelevanter Aktivitäten und Maßnahmen liefert, fokussiert die nun zum ersten Mal erstellte Broschüre „Demografie in Hessen auf einen Blick – Karten und Diagramme“ mit aktuellen Daten auf die demografischen Sachverhalte in Hessen in sechs Bereichen: „Demografische Grundlagen“, „Lebensumfeld“, „Wirtschaft“, „Bildung & Wissenschaft“, „Infrastruktur & Finanzen“ sowie „Gemeinschaft“.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
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