Kampf gegen Antisemitismus

Konsequent gegen Holocaust-Leugnungen vorgehen

Thema: 
Antisemitismusbeauftragter
14.10.2020Hessische Staatskanzlei

„Die Ankündigung ist ein wichtiges Signal im Kampf gegen Judenhass – jetzt muss Facebook auch konsequent handeln“

Der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für das jüdische Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Uwe Becker, hat sich mit dem Public Policy Manager von Facebook Deutschland, Johannes Baldauf, über die globalen Strategien des Unternehmens gegen Antisemitismus ausgetauscht.

Einträge mit Holocaustleugnungen löschen

„Dass Facebook nun ankündigt, konsequent gegen die Leugnung des Holocaust auf seiner Plattform vorgehen zu wollen und Einträge mit Holocaustleugnungen löschen will, ist ein starkes Signal und wäre ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Verbreitung von Judenhass im Netz. Dass Facebook dies weltweit vorhat, zeigt, dass die Betreiber sozialer Netzwerke nicht warten müssen, bis Gesetze in den einzelnen Ländern dies untersagen, die eigene Moral reicht auch. Wir werden Facebook dabei unterstützen, aber uns auch sehr genau ansehen, wie konsequent die Ankündigung umgesetzt wird“, betonte Uwe Becker.

Der Hessische Antisemitismusbeauftragte hatte sich im August selbst der Initiative der Claims-Conference gegenüber den Betreibern der Onlineplattformen angeschlossen und stand zuletzt auch im Austausch mit den Verantwortlichen von Facebook.

Antisemitische Stereotypen

„Wer den Holocaust leugnet, tut dies absichtlich, um Stimmung gegen Juden zu machen. Gerade im rechtsextremistischen Spektrum ist dies ein verbreitetes Instrument. Antisemitische Stereotypen fußen auf Lügengeschichten über Jüdinnen und Juden und die größte und bösartigste Lügengeschichte ist die Leugnung der Schoah. Sie verdrängt die Verbrechen des industriell organisierten Massenmordes und macht aus Opfern selbst Täter, indem Juden noch der Vorwurf gemacht wird, den Holocaust erfunden zu haben. Dass dieses perfide Instrument des Antisemitismus nun die erforderliche Ächtung erfahren soll, ist eine wichtige Ansage und ein wichtiger Erfolg aller, die sich gerade auch in den letzten Monaten dafür eingesetzt haben, dass die Betreiber von Online-Plattformen diesen Schritt gehen. Allerdings müssen den Worten von Facebook auch Taten folgen“, betonte Uwe Becker.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Staatssekretär Michael Bußer
Hessische Staatskanzlei
+49 611 32 11 39 18
+49 611 32 7 11 38 00
presse@stk.hessen.de
Schließen