Bistum Mainz

Künftiger Bischof von Mainz, Professor Dr. Peter Kohlgraf, legt Treueeid ab

Thema: 
Ministerpräsident
08.08.2017Hessische Staatskanzlei

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Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier mit dem künftigen Bischof des Bistums Mainz, Professor Dr. Peter Kohlgraf, und der Rheinland-Pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer.
Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier mit dem künftigen Bischof des Bistums Mainz, Professor Dr. Peter Kohlgraf, und der Rheinland-Pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer.
© Staatskanzlei RLP/Silz

Der ernannte Bischof des Bistums Mainz, Professor Dr. Peter Kohlgraf, hat heute in der Mainzer Staatskanzlei vor dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer den Treueeid abgelegt. Grundlage ist das Reichskonkordat, nach dem ein Bischof vor der Landesregierung, in deren Gebiet sein Bistum liegt, einen Treueeid ablegt, bevor er das Bischofsamt antritt. Das Bistum Mainz erstreckt sich über Gebiete in Rheinland-Pfalz und Hessen.

In Anwesenheit seines Vorgängers im Bischofsamt, Karl Kardinal Lehmann, und weiteren Vertretern der Kirche sowie zahlreicher Mitglieder ihres Kabinetts unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer die traditionell überaus guten Beziehungen zwischen der Landesregierung und dem Bistum. „Das Bistum Mainz ist und bleibt für die Landesregierung ein unschätzbarer Partner, wenn es um das Wohl der Menschen geht“, unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie hob insbesondere hervor, wie wichtig der Beitrag der Kirche für den Zusammenhalt der Menschen ist, der in diesen Zeiten wichtiger denn je sei. Diesem Ziel seien Landesregierung und Kirche gleichermaßen verpflichtet. „Die Gläubigen im Bistum Mainz und die Menschen in Rheinland-Pfalz freuen sich auf Sie als neuen Bischof von Mainz und die Landesregierung freut sich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen“, sagte die Ministerpräsidentin an Peter Kohlgraf gewandt. Sie dankte Karl Kardinal Lehmann, der mit seinem langjährigen Wirken als Bischof dafür gesorgt habe, dass das Bistum Mainz über seine Grenzen hinaus für einen weltoffenen Katholizismus stehe, der immer zuerst den Menschen sehe. „Das ist ein wertvolles Erbe, das bei Peter Kohlgraf in den besten Händen ist, weil es dem entspricht, wofür auch er steht als Mensch, als Seelsorger und als Theologe“, so die Ministerpräsidentin. Einen großen Dank sprach sie auch Prälat Dietmar Giebelmann aus, der die Aufgabe des Diözesanadministrators in der Zeit der Sedisvakanz mit großem Einsatz wahrgenommen habe.

Für das gesellschaftliche Miteinander

Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hob den Beitrag der Kirchen für das gesellschaftliche Miteinander hervor. „Unbeschadet der Trennung von Staat und Kirche agieren beide gemeinsam und gehen die Herausforderungen der Zeit zusammen an. Im Bewusstsein der gemeinsamen Verantwortung freue ich mich auf die künftige Zusammenarbeit in der guten Tradition eines partnerschaftlichen Miteinanders“, sagte Volker Bouffier. „Das Bischofsamt in einem so traditionsreichen Bistum zu übernehmen, ist eine Herausforderung. Dies gilt ganz besonders als Nachfolger des beliebten und hoch geschätzten Kardinal Lehmann. Ich bin mir aber sicher, dass Sie mit offenen Armen empfangen werden, denn die Menschen und das Bistum sind Ihnen nicht fremd. Ihre bisherigen Erfahrungen, insbesondere aus der Seelsorge in Rheinhessen und im wissenschaftlichen Bereich der praktischen Theologie, werden dazu beitragen. Sie werden Erfolgreiches fortführen und mit eigenem Stil neue Akzente setzen“, so der Hessische Ministerpräsident an Prof. Kohlgraf gewandt. Volker Bouffier sprach dem ernannten Bischof die besten Wünsche der Bürgerinnen und Bürger des Landes und der Hessischen Landesregierung aus und wünschte ihm ein segensreiches Wirken.

In seiner Ansprache sicherte der ernannte Bischof den Ministerpräsidenten zu, die „Tradition bewährter und vertrauensvoller Zusammenarbeit weiter ausgestalten zu wollen“. „So wie keine Regierungschefin, kein Regierungschef die politischen Verpflichtungen alleine lösen kann, so kann auch kein Bischof die ihm gestellten Aufgaben alleine lösen. Dort, wo Politik und Kirche gemeinsam gefordert sind, ist es gut, wenn sie beide miteinander wirken – in je eigener Freiheit und in Zusammenarbeit. Gerne sichere ich Ihnen heute zu, mit Ihnen gemeinsame Wege zu suchen, wann immer dies möglich und angebracht ist“, sagte Kohlgraf. Weiter betonte er, dass jede Christin und jeder Christ, wie auch die Kirche insgesamt, den Auftrag und die Aufgabe habe, „diese Welt mitzugestalten, sie – wenn und wo möglich – besser zu machen“. Er nannte dabei die Integration der Menschen, die in den vergangenen zwei Jahren nach Deutschland gekommen sind, aber auch die Sorge um Arme, Wehrlose und Verfolgte. Eine besondere Herausforderung sei zudem die zunehmende Abwanderung aus ländlichen Regionen. Kohlgraf wies darüber hinaus darauf hin, dass sich die Kirche in den unterschiedlichsten Feldern der Bildung und Erziehung engagiere: im Bereich der Kindertagesstätten, der Schulen und Hochschulen sowie der Erwachsenenbildung. Gerade über die Bildung leiste die Kirche ihren ganz eigenen Beitrag zur Teilhabe vieler Menschen an unserer Gesellschaft. „Bei all dem trägt uns unser christlicher Glaube. Er hilft uns bei der Positionsfindung und beim Hineinwirken in die Gesellschaft“, sagte Kohlgraf. In diesem Zusammenhang dankte der ernannte Bischof den Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und Hessen für ihre bisherige Unterstützung des schulischen Religionsunterrichtes und bat darum, hierbei nicht nachzulassen.

Hintergrund

Peter Kohlgraf wird am Sonntag, 27. August 2017, im Mainzer Dom zum Bischof geweiht und steht damit einem Bistum vor, das Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen umfasst. Das Bistum Mainz zählt in insgesamt 303 Pfarrgemeinden rund 740.000 Katholikinnen und Katholiken.

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