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Auszeichnung

Ministerpräsident Volker Bouffier ehrt Hessinnen und Hessen mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und dem Hessischen Verdienstorden

16.07.2021Hessische Staatskanzlei

„Wir können wieder die Menschen ehren, die den Begriff Gemeinschaft mit Leben füllen.“

Wurden vom Hessischen Ministerpräsidenten für ihre Verdienste geehrt: v.l. Helmut Heinrich Geyer, Egon Fritz, Kornelia Marschner, Heidrun Helwig, und Martin Richard.
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© Staatskanzlei / Ralf Riehl

Ministerpräsident Volker Bouffier hat am Freitag neun Hessinnen und Hessen für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement geehrt. Die Persönlichkeiten haben sich in außerordentlicher Weise für das Gemeinwohl, das Land Hessen und die Bundesrepublik Deutschland eingesetzt. Im Wiesbadener Schloss Biebrich überreichte Bouffier an Martin Richard den Hessischen Verdienstorden, an Heidrun Helwig den Hessischen Verdienstorden am Bande, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Kornelia Marschner. Egon Fritz, Helmut Heinrich Geyer, Wilhelm Hamm, Claus Spandau, Professor Dr. Wolfram Wrabetz und Bruder Paulus Terwitte bekamen das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Mit den Auszeichnungen sollen die hervorragenden Verdienste dieser Personen für das Land Hessen und seine Bevölkerung anerkannt werden. „Die Persönlichkeiten, die wir heute ehren, leisten auf unterschiedliche Weise einen wertvollen Beitrag für unser Land und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Sie sind Vorbilder für andere und wir können stolz sein, sie in unserem Land zu haben“, sagte Bouffier.

Helmut Heinrich Geyer

An Helmut Heinrich Geyer aus Hanau händigte der Ministerpräsident das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus. Der 78-jährige Geyer erhielt die Auszeichnung für sein jahrzehntelanges Engagement für die Interessen der Wirtschaft und des Handwerks. „Helmut Geyer hat sich unermüdlich insbesondere für die Themen Aus- und Weiterbildung, Fachkräftebedarf sowie für Fragen im Zusammenhang mit dem Arbeitsmarkt eingesetzt und dabei stets sein eigenes umfassendes Fachwissen als Diplom-Ingenieur eingebracht. Durch sein Engagement hat er sowohl Arbeitgebern als auch Unternehmen und Beschäftigten einen großen Dienst erwiesen und vieles für das Gemeinwohl bewirkt“, sagte Bouffier.

Wilhelm Hamm

Wilhelm Hamm aus Selters-Haintchen bekam von Ministerpräsident Volker Bouffier das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgehändigt. Hamm engagiert sich seit Jahrzehnten in der Kommunalpolitik, unter anderem von 1985 bis 1989 und seit 1997 als Mitglied des Kreistages im Landkreis Limburg-Weilburg und seit 1997 in verschiedenen Ausschüssen, Kommissionen und Beiräten. In seiner Heimatgemeinde Selters war Hamm seit 1974 in der Gemeindevertretung und von 1989 bis 2016 deren Vorsitzender. Im Jahr 2016 wurde er zum Ehrenvorsitzenden der Gemeindevertretung ernannt. Der 72-Jährige gründete 1985 den Lions Club Limburg Mittellahn und ist seit 2006 stellvertretender Vorsitzender beim VdK, Ortsverein Haintchen. Im Jahr 2010 war er zudem Mitbegründer des Arbeitskreises Haintchen, welcher aus circa 15 Privatpersonen besteht und unter anderem Einkaufshilfen für Dorfbewohner, Flohmärkte und Kochkurse organisiert. Im kirchlichen Bereich engagierte sich Hamm jahrelang als Pfarrgemeinderatsvorsitzender und Verwaltungsratsmitglied in der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus in Haintchen. Für das Dorfgeschehen und das Vereinsleben seines Heimatortes setzt sich Hamm seit Jahrzehnten unermüdlich und auf vielfältigste Art und Weise ein. Er war Mitbegründer der Verschönerungsgemeinschaft Haintchen. „Das Engagement von Wilhelm Hamm ist überaus facettenreich. Unermüdlich wirkt er zum Wohle seiner Mitmenschen. Ein solcher Einsatz für die Gesellschaft ist vorbildlich und aller Ehren wert“, unterstrich der Ministerpräsident.

Martin Richard

Ebenfalls geehrt wurde der ehemalige Limburger Bürgermeister Martin Richard. Er erhielt von Bouffier den Hessischen Verdienstorden. Richard hat sich schon in jungen Jahren kommunalpolitisch engagiert – in der Gemeindevertretung Brechen, als Vorsitzender des Bau-, Haupt- und Finanzausschusses und Fraktionsvorsitzender der CDU Brechen sowie als Stadtverordneter und Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses in Limburg. „Hauptamtlich hat sich Martin Richard von der Stadt Limburg zwar verabschiedet, ehrenamtlich jedoch nicht. Er ist ,seiner' Stadt, die er 18 Jahre lang regiert und geprägt hat, sehr verbunden. Das zeigen seine vielfältigen Aktivitäten, unter anderem im Verschönerungsverein Limburg, im Denkmalbeirat der Stadt, im Verwaltungsrat der Stiftung St. Vincenz Hospital Limburg, im Verwaltungsrat der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz sowie im Vorstand der Limburger Gesellschaft für Recht, Wirtschaft und Politik. Ein solch umfassendes Engagement ist nur möglich, wenn jemand mit ganzem Herzen dabei ist und das ist bei Martin Richard der Fall“, sagte Bouffier. Das Engagement von ihm für das Ehrenamt in seiner Heimat sei intensiv und schier „unvorstellbar“, so der Ministerpräsident weiter. „In über 35 Vereinen ist Martin Richard Mitglied. Damit unterstreicht er, dass ihm seine Heimat und das Wohl der Menschen, die dort leben, am Herzen liegen“, so Bouffier. Das Engagement des Geehrten gehe zudem weit über die Stadt- und Landkreisgrenzen hinaus. Richard habe sich sehr intensiv im Hessischen Städtetag engagiert, unter anderem als Mitglied im Hauptausschuss, im Bau- und Planungsausschuss, im Sonderausschuss Gesundheit und als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Mitte, in der er von 1997 bis 2015 Vorsitzender war. Zudem war er von 2010 bis 2011 Mitglied im Bauausschuss des Deutschen Städtetages.

Kornelia Marschner

Kornelia Marschner aus Gießen bekam die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgehändigt. Sie arbeitet seit 2000 in der Evangelischen Behindertenseelsorge Gießen. Ihr Engagement geht über ihre Dienstzeit hinaus. Seit Oktober 2003 leitet sie die erste hessische Tagesstätte für Seniorinnen und Senioren mit Behinderung. Menschen können sich hier begegnen und gemeinsame Aktivitäten planen. Begegnung findet auch im Verein „Wohnen unter Freunden – inklusives Wohnprojekt Gießen“ statt, den Marschner leitet. Dort wohnen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam und unterstützen sich im Alltag. Außerdem plant die Gießenerin mindestens viermal im Jahr Freizeiten für Behinderte in ganz Europa. „Der Beruf von Kornelia Marschner ist nicht einfach ein Beruf. Er ist ihre Berufung. Sie engagiert sich weit über ihre Arbeitszeit hinaus und ist eine wichtige Ansprechperson für Menschen mit Behinderung in Gießen. Sie lebt die Inklusion und ist somit ein großes Vorbild. Ich bin sehr froh, dass es Menschen wie sie in unserem Land gibt“, erklärte Bouffier.

Claus Spandau

Der Ministerpräsident händigte Claus Spandau aus Laubach das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus. Der ehemalige Bürgermeister von Laubach wurde damit für sein vielfältiges Engagement ausgezeichnet. Spandau engagierte sich als Mitglied im Landesforstausschuss Hessen beim Hessischen Umweltministerium von 1995 bis 2009 für die Hege und Pflege der Wälder. Als Mitglied im Hessischen Städte- und Gemeindebund (HSGB) wirkte er im gemeinsamen Forstausschuss der kommunalen Spitzenverbände in Deutschland mit. Er war in dieser Zeit außerdem Mitglied im Deutschen Forstwirtschaftsrat. Der CDU-Politiker wirkte darüber hinaus in diversen kommunalpolitischen Gremien. Seit 1993 ist Spandau Mitglied im Kreistag des Landkreises Gießen, seit 2009 führt er seine Fraktion als dessen Vorsitzender an. Seitdem hat er sich in diversen Ausschüssen und kommunalpolitischen Gremien ehrenamtlich engagiert. „Ich kenne Claus Spandau als einen erfahrenen Politiker, der sich mit Leidenschaft für seine Heimat einsetzt. Fast zwei Jahrzehnte war er als Bürgermeister von Laubach hauptamtlich in Verantwortung. Über viele Jahre begleitet er die Kommunalpolitik im Landkreis Gießen und hat mit seinem umfassenden Wissen und seiner Erfahrung Bedeutendes für die Region geleistet“, erklärte der Regierungschef.

Heidrun Helwig

Bouffier überreichte Heidrun Helwig aus Gießen für ihre intensive ehrenamtliche Arbeit zur Aufarbeitung und öffentlichen Wahrnehmung der Verfolgungsgeschichte der Sinti, Roma und Jenischen sowie der Opfer und Täter während der Zeit des Nationalsozialismus den Hessischen Verdienstorden am Bande. „Helwig gibt den Opfern und Tätern ein Gesicht“, so Bouffier. Schon während des Geschichtsstudiums an der Universität Gießen war für sie der Nationalsozialismus und Antisemitismus ein Interessenschwerpunkt. Als Redakteurin des Gießener Anzeigers hatte sie einige Jahre später die Möglichkeit, mit Lucille Eichengreen, eine Überlebende der Shoah, an der Arbeitsstelle Holocaustliteratur zu treffen und sich dieses bewegende Schicksal schildern zu lassen. Diese Begegnung hat die Historikerin und Journalistin nicht nur zutiefst berührt, sondern das Erinnern an die Opfer der NS-Verbrechen fortan zu ihrem Lebensthema gemacht. Trotz mancher Anfeindung hat sie sich konsequent in unzähligen Reportagen, Berichten und Kommentaren Forderungen nach einem Schlussstrich entgegengestellt. Vor allem in ihrer Freizeit und auf eigene Kosten hat sie NS-Opfer und ihre Angehörigen ausfindig, ihre Lebenswege nachgezeichnet und öffentlich gemacht. Und die Begegnung mit der Gießener Sintezza Anna Mettbach war Anstoß für Heidrun Helwig, die Verfolgungsgeschichte der Sinti und Jenischen zu recherchieren und damit eine Opfergruppe sichtbar zu machen. Erst kürzlich hat sie zudem einen Aufsatz mit dem Titel „Die Abrahams – eine jüdische Familie aus Gießen“ publiziert, der erstmals anhand von Archivmaterial an vier Geschwister erinnert. „Heidrun Helwig macht etwas, was gemacht werden muss. Die Aufarbeitung der Verbrechen im Nationalsozialismus sind für uns unerlässlich, denn sie rufen uns auch immer wieder ins Gedächtnis, weshalb die Demokratie und Freiheit in unserem Land so elementar sind. Ihr Engagement gegen das Vergessen kennt keine Grenzen, sie leistet alles in Eigenregie. Menschen wie Heidrun Helwig sind wichtig für unsere Werte und die Demokratie in unserem Land“, erklärte der Hessische Ministerpräsident.

Egon Fritz

Egon Fritz wurde vom Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken, vor allem in der Kommunalpolitik sowie im kulturellen und sportlichen Bereich, das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Im Jahr 1972 wurde Fritz zum ersten Mal in die Gießener Stadtverordnetenversammlung gewählt. Von 2011 bis 2019 war er zudem erster Bürger seiner Stadt, also Stadtverordnetenvorsteher. Als ehrenamtlicher Stadtrat gehörte der SPD-Politiker von 1997 bis 2011 dem Magistrat der Universitätsstadt Gießen an. Von 1979 bis 1997, fast zwei Jahrzehnte, war er Ortsvorsteher des Ortsbeirats Gießen-Rödgen. Neben seinem kommunalpolitischen Engagement brachte er zusätzlich die Zeit auf, um als Rathausführer den Menschen die Aufgaben der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats näher zu bringen. „Wir reden oft davon, dass wir uns wieder auf die Werte von Demokratie und Freiheit stärker besinnen sollten. Egon Fritz lebt sie. Er ist nicht nur mehr als 40 Jahre in der Gießener Kommunalpolitik aktiv, sondern er trägt sie auch nach außen. In seiner aktiven Zeit habe ich Egon Fritz als einen Politiker kennengelernt, der stets den Kompromiss und die Lösung in den Fokus seines Handelns gestellt hat. Für sein Engagement im Dienste der Demokratie danke ich ihm außerordentlich“, so Bouffier.

Bruder Paulus Terwitte

Bruder Paulus Terwitte bekam vom Hessischen Ministerpräsidenten das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Seit 2015 leitet er den Franziskustreff. Er befindet sich im Kapuzinerkloster Liebfrauen Frankfurt und ist ein sehr bekannter Anlaufpunkt für Obdachlose und Menschen mit geringem Einkommen. Im Franziskustreff gibt es die Möglichkeit, ein günstiges Frühstück zu sich zu nehmen und soziale Kontakte zu pflegen. Sozialberatungen und viele praktische Hilfeleistungen werden ebenfalls angeboten. Ziel ist es, Wohnungslose auf ihrem Weg zurück in die Gesellschaft zu unterstützen. Der Priester und Ordensbruder gilt als Stimme für die Schwachen in Frankfurt. „Bruder Paulus Terwitte ist für viele ein besonderer Mensch. Er hat das Ohr bei denjenigen, die unsere Hilfe besonders benötigen. Er vermittelt zwischen ihnen und den Behörden. Auf Grundlage seiner christlichen Werte ist er allein dem Ziel verbunden, für die Menschen da zu sein und sie wieder auf die Beine zu bringen“, erklärte der Hessische Ministerpräsident. „Er lebt die Nächstenliebe, das macht ihn zum Vorbild für uns alle. Ich bin sehr stolz, dass wir in unserem Land Menschen wie ihn haben“, sagte Bouffier.

Prof. Dr. Wolfram Wrabetz

Professor Dr. Wolfram Wrabetz wurde mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. In den Gremien der Industrie- und Handelskammer Frankfurt wirkte er unter anderem an Positionen zu Themen wie der Finanzkrise, dem Brexit und der Digitalisierung mit, organisierte Veranstaltungen und brachte sein Fachwissen als Honorarprofessor für Wirtschafts- und Versicherungsrecht ein. Ebenso machte sich Wrabetz fortwährend für den Versicherungsstandort Frankfurt stark. Von 2008 bis 2013 wirkte er im Kompetenznetzwerk Versicherungswirtschaft des IHK-Forums Rhein-Main mit. Er beschäftigte sich unter anderem mit dem Standortmarketing für den Versicherungsstandort Frankfurt. „Es ist mitunter der Verdienst von Professor Wrabetz, dass der Finanzplatz Frankfurt am Main und die Rhein-Main-Region über die Jahre an Bedeutung und wirtschaftlicher Kraft gewonnen haben. Sein fundiertes Wissen über die Finanzwelt und Versicherungsbranche hat er dabei stetig der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Für sein langjähriges Engagement bei der IHK Frankfurt am Main und über die Stadtgrenzen hinaus danke ich ihm sehr“, sagte der Ministerpräsident.

Hintergrund

Hessischer Verdienstorden

Der Hessische Verdienstorden wird zur Würdigung hervorragender Verdienste um das Land Hessen und seine Bevölkerung vom Hessischen Ministerpräsidenten verliehen. Es gibt zwei Ordensstufen: Hessischer Verdienstorden am Bande (niedrigere Stufe) und Hessischer Verdienstorden (höhere Stufe).

Bundesverdienstkreuz

Der damalige Bundespräsident Theodor Heuss stiftete im Jahr 1951 den Verdienstorden der Bunderepublik Deutschland. Er wird für besondere Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland sowie für Leistungen im politischen, wirtschaftlichen, sozialen und geistigen Bereich verliehen. Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wird in acht Stufen verliehen. Im Folgenden sind sie nach Höhe der Stufen geordnet, beginnend mit der niedrigsten: Verdienstmedaille, Verdienstkreuz am Bande (umgangssprachlich: „Bundesverdienstkreuz“), Verdienstkreuz 1. Klasse, Großes Verdienstkreuz, Großes Verdienstkreuz mit Stern, Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband, Großkreuz sowie Sonderstufe des Großkreuzes.

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Staatssekretär Michael Bußer
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