Startseite Presse Pressemitteilungen Ministerpräsident Volker Bouffier überreicht das Bundesverdienstkreuz an Prof. Dr. Rolf Isermann und Horst Groß sowie den Hessischen Verdienstorden an Dr. Wolfgang Hamberger, Dieter und Sebastian Kehl
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Ministerpräsident Volker Bouffier überreicht das Bundesverdienstkreuz an Prof. Dr. Rolf Isermann und Horst Groß sowie den Hessischen Verdienstorden an Dr. Wolfgang Hamberger, Dieter und Sebastian Kehl

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12.02.2020Hessische Staatskanzlei

Ministerpräsident Volker Bouffier hat in einer Feierstunde in der Hessischen Staatskanzlei das ehrenamtliche Engagement von Prof. Dr. Rolf Isermann aus Frankfurt, Horst Groß aus Bebra, Dr. Wolfgang Hamberger aus Fulda sowie Dieter und Sebastian Kehl aus Tann in der Rhön gewürdigt.

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Ministerpräsident Volker Bouffier mit den Geehrten in der Hessischen Staatskanzlei (v.l. nach r.: Horst Groß, Prof. Dr. Rolf Isermann, Dr. Wolfgang Hamberger, Ministerpräsident Volker Bouffier, Dieter Kehl, Sebastian Kehl)
Ministerpräsident Volker Bouffier mit den Geehrten in der Hessischen Staatskanzlei (v.l. nach r.: Dr. Wolfgang Hamberger, Prof. Dr. Rolf Isermann, Horst Groß, Ministerpräsident Volker Bouffier, Dieter Kehl, Sebastian Kehl)
© Staatskanzlei / Sabrina Feige

„Am heutigen Tag ehren wir ganz besondere Menschen, die teilweise über die Landesgrenzen Hessens hinaus bekannt sind. Sie setzen sich für das Gemeinwohl in unserem Land und der Bundesrepublik Deutschland in besonderer Weise ein. Dafür verdienen sie unser aller Respekt und Anerkennung. Ich freue mich sehr, diese besonderen Persönlichkeiten unseres Landes zu würdigen. Sie sind echte Vorbilder aus unserer Gesellschaft“, erklärte der Hessische Ministerpräsident.

Prof. Dr. Rolf Isermann – Aktiv für den Wissenschaftsstandort Deutschland

Der Alltag eines Professors reduziert sich nicht nur auf die Vorlesungen. Prof. Dr. Rolf Isermann, der an der Technischen Universität (TU) Darmstadt lehrte, hat bis zum heutigen Tag mehr als 120 Doktorarbeiten betreut, davon mehr als 25 seit seiner Emeritierung. Auch heute noch bewerben sich angehende Doktoranden aus aller Welt bei dem 81-Jährigen. Hinzu kommen 17 Bücher und 300 Publikationen, die er verfasst hat. Vor diesem Hintergrund ist ein zusätzliches Engagement für den Wissenschaftsstandort Deutschland nicht selbstverständlich. Prof. Dr. Rolf Isermann macht das und zwar seit mehreren Jahrzehnten. Unter anderem ist der Frankfurter in der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik ehrenamtlich aktiv. Auf internationaler Ebene ist Professor Isermann seit 1975 in verschiedenen Rollen mehrerer Komitees im internationalen Dachverband der Automatisierungstechnik, der International Federation of Automatic Control (IFAC), tätig. Von 1996 bis 2002 leitete er als IFAC Vize-Präsident 45 „Technical Committees“, die sich mit unterschiedlichen Bereichen der Elektrotechnik beschäftigen, und veranstaltete circa 30 internationale Konferenzen pro Jahr. „Prof. Dr. Rolf Isermann ist ein Pionier der Mechatronik. Er hat dieses Studienfach an der TU Darmstadt sogar eingeführt. Darüber hinaus engagierte er sich, wohlgemerkt neben seiner Tätigkeit als Hochschulprofessor, für den Wissenschaftsstandort Deutschland. Seine Verdienste für die Bundesrepublik sind bemerkenswert. Wir hier in Hessen sind stolz, dass wir ihn in unseren Reihen haben“, erklärte der Hessische Ministerpräsident. Prof. Dr. Isermann erhielt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Horst Groß – Kommunalpolitiker und Sportler gleichzeitig

Horst Groß ist Kommunalpolitiker und Sportler gleichzeitig. Der gebürtige Bebraer zeichnet sich durch langjähriges ehrenamtliches Engagement in beiden Bereichen aus. Mehr als 40 Jahre lang war er kommunalpolitisch aktiv. Von 1995 bis 2014 übte der
73-Jährige das Amt des Bürgermeisters seiner nordhessischen Heimatstadt aus. Nach seiner Amtszeit war er als Stadtverordneter in der Stadtverordnetenversammlung Bebra tätig. Seit 1997 ist er Mitglied im Kreistag des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Sein ehrenamtliches Engagement war Groß stets ein wichtiges Anliegen: Neben zahlreichen kommunalpolitischen Mandaten wirkte er unter anderem im Fußballclub 1964 Gilfershausen e.V. und beim Hessischen Fußballverband als Schiedsrichter. Noch heute ist der Bebraer Vorsitzender verschiedener Fußballvereine. „Nicht nur als Bürgermeister, auch als Aktiver im Verein war Horst Groß immer nah an der Lebenswirklichkeit der Menschen. Mit seinem Einsatz trägt er maßgeblich zum Gemeinwohl bei und unterstützt das hessische Vereinswesen in außerordentlichem Maße“, sagte der Ministerpräsident. Der Nordhesse Horst Groß wurde ebenfalls mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Dr. Wolfgang Hamberger – Leidenschaft für Geschichte und Literatur

Wenn Dr. Wolfgang Hamberger heute durch Fulda läuft, dann erkennen ihn die Menschen und laden ihn zum Gespräch ein. Mehr als 25 Jahre stand er als Oberbürgermeister an der Spitze der Stadt und wird in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feiern. Hamberger machte sich besonders um die Geschichte von Fulda und die Literatur verdient. Als Vorsitzender baute er die Sparkassenstiftung Neuhardenberg auf, ein Zentrum für Kunst und Kultur, Wissenschaft und Wirtschaftsethik. Im Vorstand des Fuldaer Geschichtsvereins setzte sich Hamberger dafür ein, den Bürgerinnen und Bürgern die Arbeit des Vereins nahe zu bringen und ihnen die Fuldaer Geschichte zu vermitteln. Der Alt-Oberbürgermeister engagierte sich außerdem für den Erhalt des Gebäudes der ehemaligen jüdischen Schule. So schuf er die Voraussetzung für die Entstehung eines neuen Synagogenraumes, wodurch der neuen jüdischen Gemeinde Fulda ein Zentrum geboten werden konnte. Ein weiteres Anliegen ist ihm die Lese-Reihe „Literatur im Stadtschloss“, die er als Initiator 25 Jahre lang organisierte. Besonders am Herzen lag ihm die Beteiligung der Fuldaer Schulen, um jungen Menschen einen Zugang zur Literatur zu verschaffen und ihre Freude am Lesen zu wecken. „Das Engagement von Dr. Hamberger war und ist äußerst bemerkenswert. Mit seiner Leidenschaft für Geschichte und Literatur setzt er sich umfangreich für die Stadt Fulda und die Belange ihrer Bürgerinnen und Bürger ein. Für sein langjähriges und unermüdliches Wirken in Hessen zeichne ich ihn sehr gerne mit dem Hessischen Verdienstorden aus“, sagte der Ministerpräsident.

Dieter Kehl – Für die Dorfgemeinschaft engagiert

Ehrenamtliches Engagement liegt offensichtlich in der Familie: Dieter Kehl, Vater des ehemaligen Fußball-Bundesligaprofis Sebastian Kehl, ist in Tann (Rhön) aktiv. Er macht sich besonders um die Gemeinschaft im Ort verdient. Im Jahr 2015 war er maßgeblich daran beteiligt, dass das Dorfgemeinschaftshaus Lahrbach in die Selbstverwaltung der Bürgerinnen und Bürger überging. Kehl und seine Mitstreiter setzten sich für den Erhalt des Hauses ein, das ein wichtiger Veranstaltungsort für Konzerte, Fastnachtssitzungen und Seniorentreffs ist. Der CDU-Politiker war auch an der Gründung der „Interessensgemeinschaft DGH Lahrbach“ beteiligt und steht ihr auch heute noch mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem ist Dieter Kehl einer der Gründer der Tanner Wirtevereinigung, die die Idee eines „Tanner Wirtefestes“ ins Leben gerufen haben. Daraus wurde mittlerweile eines der größten Volksfeste in der Rhön, das jährlich rund 30.000 Besucherinnen und Besucher in die Tanner Innenstadt lockt. „Dieter Kehl ist mit seiner Heimat fest verbunden und kümmert sich darum, dass sie lebenswert bleibt. Menschen wie er leben die Gemeinschaft. Dafür hat er meinen großen Respekt“, erklärte der Regierungschef. Der Ministerpräsident ehrte ihn heute mit dem Hessischen Verdienstorden.

Sebastian Kehl – Deutscher Meister für Zivilcourage und gegen Rassismus

Drei Mal Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger und Vize-Weltmeister – die Liste der fußballerischen Erfolge von Sebastian Kehl ist lang. Fernab des Platzes engagiert sich der in Fulda geborene Hesse unter anderem für Zivilcourage und gegen Rassismus. Seit 2003 steht er hinter dem Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Dabei setzen sich Schülerinnen und Schüler für ein vielfältiges Miteinander ein. Sebastian Kehl ist Pate des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Lauterbach und der Richard-Müller-Schule in Fulda, die sich an dem Projekt beteiligen. Als Schirmherr, neben der früheren Frankfurter Fußballnationalspielerin Steffi Jones, beteiligt er sich auch an „Fair Play Hessen“. Die Sozialstiftung des Hessischen Fußballs, die auch vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport unterstützt wird, fördert Initiativen, die sich für Integration, Toleranz und Fair Play einsetzen. „Hessen hat viele herausragende Fußballerinnen und Fußballer hervorgebracht. Einer von ihnen ist zweifelsfrei Sebastian Kehl. Bei all den großen Erfolgen, die er in seiner Karriere erreicht hat, ist es ihm immer auch wichtig, sich für sein Land einzusetzen. Sebastian Kehl engagiert sich in besonderer Weise für Vielfalt, Toleranz und Fair Play. Er leistet somit einen Beitrag für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Dafür überreiche ich ihm heute gerne den Hessischen Verdienstorden am Bande“, erklärte der Hessische Ministerpräsident.

Hintergrund

Der Hessische Verdienstorden wird zur Würdigung hervorragender Verdienste um das Land Hessen und seine Bevölkerung vom Hessischen Ministerpräsidenten verliehen. Es gibt zwei Ordensstufen: Hessischer Verdienstorden am Bande (niedrigere Stufe) und Hessischer Verdienstorden (höhere Stufe).

Der damalige Bundespräsident Theodor Heuss stiftete im Jahr 1951 den Verdienstorden der Bunderepublik Deutschland. Er wird für besondere Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland sowie für Leistungen im politischen, wirtschaftlichen, sozialen und geistigen Bereich verliehen. Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wird in acht Stufen verliehen. Im Folgenden sind sie nach Höhe der Stufen geordnet, beginnend mit der niedrigsten: Verdienstmedaille, Verdienstkreuz am Bande (umgangssprachlich: „Bundesverdienstkreuz“), Verdienstkreuz 1. Klasse, Großes Verdienstkreuz, Großes Verdienstkreuz mit Stern, Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband, Großkreuz sowie Sonderstufe des Großkreuzes.

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Staatssekretär Michael Bußer
Hessische Staatskanzlei
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