Medizinische Versorgung im ländlichen Raum

Staatsminister Axel Wintermeyer überzeugt sich vom MediBus

Thema: 
Demografie
04.07.2018Hessische Staatskanzlei

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MediBus
Staatsminister Axel Wintermeyer (Vierter von links) nimmt im Kreise der Bürgermeister den MediBus in Augenschein. Rechts neben ihm steht der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Dr. Eckhardt Starke.
© Kurt Biehl

Der Chef der Hessischen Staatskanzlei und Demografie-Beauftragte der Hessischen Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer, hat sich am Mittwoch in Nentershausen im Kreis Hersfeld-Rotenburg ein Bild vom neuen Projekt „MediBus“ gemacht. Er überzeugte sich vor Ort von dem medizinischen Angebot. Der MediBus, die mobile Arztpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, ist seit dem 2. Juli regelmäßig in sechs Kommunen in Nordhessen unterwegs: in Nentershausen, Cornberg, Sontra, Ringgau, Weißenborn und Herleshausen. „Das Projekt ist eine verlässliche Ergänzung zur Hausarztpraxis vor Ort. Gerade auf dem Land kann der Bus dazu dienen, die Patientenversorgung sicherzustellen. Die Menschen dort müssen teils weite Strecken zur nächsten Praxis zurücklegen, was vor allem für ältere Menschen immer schwieriger wird. Hier kommt ihnen der MediBus zugute. Die Hessische Landesregierung hatte bereits in der Vergangenheit die Idee einer rollenden Arztpraxis auf dem Land befürwortet, wir freuen uns jetzt über die gelungene Umsetzung“, sagte Staatsminister Axel Wintermeyer.

Der MediBus verfügt über ein Sprechzimmer, ein kleines Labor und einen Wartebereich für die Patienten. Praktizierender Arzt im Bus ist der Allgemeinmediziner Dr. Matthias Roth, der von der Kassenärztlichen Vereinigung angestellt ist. Das Projekt ist vorerst auf zwei Jahre ausgelegt.

Niedergelassene Ärzte entlasten

„Die mobile Arztpraxis entlastet die niedergelassenen Ärzte, die sich bis an die Belastungsgrenze um ihre Patienten kümmern. Der MediBus sichert eine regelmäßige medizinische Versorgung durch feste Haltestellen mit offenen Sprechzeiten. Er sorgt durch die Auswahl der Standorte für kurze Wege“, sagte Staatsminister Axel Wintermeyer anerkennend. Der MediBus sei eine sehr gute Ergänzung zum bestehenden medizinischen Angebot auf dem Land, er sei jedoch nicht als Alternative zum Hausarzt zu verstehen, betonte der Demografie-Beauftragte.

Die Hessische Landesregierung hat die Unterstützung der ländlichen Regionen zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit erklärt. Die damit verbundene Sicherung der Daseinsvorsorge sei ein wichtiger Baustein, um ihre Attraktivität zu sichern und dem demografischen Wandel erfolgreich zu begegnen, fügte der Staatsminister an.  „Wir wollen, dass die Menschen überall in Hessen gut leben können – in Frankfurt genauso wie rund um Nentershausen. Deshalb haben wir die Offensive ‚Land hat Zukunft – Heimat Hessen‘ gestartet und investieren in den Jahren 2018 und 2019 rund 1,8 Milliarden Euro Landesmittel, um den ländlichen Raum zu fördern.“

Förderungen durch das Land

Der medizinischen Versorgung kommt dabei eine große Bedeutung zu. So stellt die Landesregierung beispielsweise zur Fortführung von Landarztpraxen ohne Nachfolger bis 2019 eine Million Euro zur Verfügung. Mit 3,7 Millionen Euro können mehr als 50 Gemeindeschwestern finanziert werden. Im August 2017 wurde die „E-Health-Initiative“ gestartet, um mit der Telemedizin und den damit verbundenen digitalen Kommunikationstechnologien Distanzen zu überbrücken. So kann überall schnell medizinisches Fachwissen zu den Menschen gebracht werden.

An dem Termin in Nentershausen nahmen unter anderem die sechs Bürgermeister der betroffenen Kommunen, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Dr. Eckhardt Starke, und der Regionalbeauftragte für Nordhessen, Tobias Scherf, teil. Vor Ort tauschten sie sich mit dem Demografie-Beauftragten Axel Wintermeyer über das neue Projekt aus.

Hintergrund

Das Projekt „MediBus“ ist eine Kooperation zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, DB Regio und den beteiligten Kommunen. Dabei ist die DB Regio als Eigentümer des Busses für dessen Umbau in eine mobile Arztpraxis zuständig. Vorbild für dieses Projekt ist der Impf-Bus der Berliner Charité, der ebenfalls durch die DB Regio umgebaut wurde.

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