Metropolregion

Strategieforum FrankfurtRheinMain unterzeichnet Erklärung zur Gründerregion

09.09.2020Hessische Staatskanzlei

Staatsminister Axel Wintermeyer: „Die Metropolregion soll zu einer der Top-Gründerregionen in Deutschland werden.“

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Das Strategieforum FrankfurtRheinMain hat heute eine gemeinsame Erklärung zur Gründerregion unterzeichnet. Das Bild zeigt den Chef der Hessischen Staatskanzlei und Vorsitzenden des Strategieforums FrankfurtRheinMain, Axel Wintermeyer, mit dem Darmstädter IHK-Präsidenten Matthias Martiné (Leiter der Fachgruppe Gründerregion).
© Staatskanzlei

Die Corona-Pandemie macht der Wirtschaft zu schaffen. Dies hat auch Folgen für junge Unternehmen und Start-ups: Die Zahl der Firmengründungen im ersten Halbjahr 2020 sank laut Institut der deutschen Wirtschaft um rund 16 Prozent. In dieser schwierigen Situation setzt das länderübergreifende Strategieforum FrankfurtRheinMain ein Zeichen. Heute unterzeichnete das Gremium in Frankfurt eine Erklärung zur Gründerregion.  Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für Gründerinnen und Gründer sowie für Start-ups zu verbessern. „Frankfurt/Rhein-Main ist eine wirtschaftliche Boom-Region – und das wollen wir nutzen. Die Metropolregion soll zu einer der Top-Gründerregionen in Deutschland werden“, sagte der Chef der Hessischen Staatskanzlei und Vorsitzende des Strategieforums, Staatsminister Axel Wintermeyer.

Wir brauchen Mut und innovative Geschäftsideen

„Sich eine eigene Existenz aufzubauen, ist schon unter normalen Umständen ein Wagnis. Wir kennen die Ängste, die Gründerinnen und Gründer derzeit beschäftigen. Doch wir brauchen Mut und innovative Geschäftsideen, um kraftvoll und erfolgreich aus der Krise zu kommen. Von unserer heutigen Sitzung geht unser gemeinsames Bekenntnis aus, dass wir Gründerinnen und Gründer nicht im Stich lassen“, sagte Wintermeyer und betonte: „Als Strategieforum bieten wir eine länderübergreifende Plattform, um Ideen bestmöglich zu verwirklichen und eine Vernetzung zu ermöglichen, um so neue Impulse für unsere ganze Wirtschaft zu setzen. Gemeinsam werden wir die Gründerinnen und Gründer so unbürokratisch wie möglich finanziell fördern.“ 

Durch die Unterzeichnung der Erklärung hat das länderübergreifende Strategieforum heute gemeinsam folgende Punkte vereinbart:

  • Bessere Vernetzung der vorhandenen Gründerberatungs- und -förderstrukturen in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, z.B. durch gemeinsame Veranstaltungen.
  • Stark machen für eine gemeinsame Internetplattform, auf der vorhandene Informationsangebote und Internetportale übersichtlich und nutzerorientiert dargestellt werden, um die Suche nach passgenauen Informationen und Fördermöglichkeiten zu erleichtern.
  • Analyse, wie vorhandene Regularien für Start-ups und Gründungen vereinfacht und Bürokratie abgebaut werden können.
  • Prüfung, ob die vorhandenen Beratungsstrukturen und Gründerzentren regional themenspezifisch geclustert werden können. Ziel ist es, vorhandene regionale Strukturen, Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen für Gründerinnen, Gründer und Start-ups gezielt zu nutzen und für sie Kontakte zu relevanten Absatzmärkten, Markteilnehmern und Branchenclustern in den beteiligten vier Ländern Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zu ermöglichen.

Der Darmstädter IHK-Präsident Matthias Martiné, Leiter der Fachgruppe Gründerregion des Strategieforums, sagte: „Ich freue mich außerordentlich, dass das Memorandum of Understanding heute gezeichnet wurde. Nun ist es offiziell: Gemeinsam machen wir uns über Landesgrenzen hinweg auf den Weg, eine der führenden Gründerregionen in Deutschland zu werden. Jetzt gilt es – und dazu kann ich nur alle Akteure in Frankfurt/Rhein-Main ermutigen – diese Gründerregion auch im alltäglichen Miteinander und Wirtschaften mit Leben zu füllen. Lassen Sie uns gemeinsam dazu beitragen, die Metropolregion für Gründer noch attraktiver zu machen.“

Der Vorsitzende Wintermeyer ergänzte: „Durch die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit von Wirtschaft, Kommunal- und Landespolitik aus vier Ländern sind die Erfolge knapp drei Jahre nach der Gründung des Strategieforums gut sichtbar.“

Arbeit auf Augenhöhe

Für die Arbeit des ,Think tank‘ ist die Akzeptanz der regionalen Akteure für die Vorschläge und Ideen entscheidend. Der Vorteil ist, dass das Strategieforum die Akteure der verschiedenen politischen Ebenen und der Wirtschaft an einem Tisch hat. „Im Strategieforum arbeiten alle Beteiligten auf Augenhöhe. Das Gremium ist sicher einmalig in Deutschland“, sagte Wintermeyer.  Der Hessische Staatskanzleichef erinnerte daran, dass Anregungen aufgegriffen und Fragen beantwortet werden. „Wir wollen gemeinsam mit allen interessierten Institutionen, Unternehmen, Kommunen und Verbänden der Metropolregion in Kontakt treten. Wir sind offen für den Input aus der Region.“

Hintergrundinformation

Im Strategieforum arbeiten die Landesregierungen aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg, die Wirtschaftskammern der Region sowie Landräte und Oberbürgermeister an der Zukunft der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main.

Expertinnen und Experten in vier Fachgruppen

Das Strategieforum hat vier Fachgruppen eingerichtet. Expertinnen und Experten aus allen vier Ländern entwickeln neue Ideen und Konzepte zu den Themen „Mobilität“, „Planungsbeschleunigung“, „Gründerregion“ und „Smart Region“.

Die Fachgruppe „Mobilität“ hat ein ‚Metropolregion-Ticket‘ vorgeschlagen. Dieses könnte in allen vier Ländern im gesamten ÖPNV-Netz der Metropolregion nutzbar sein. Es wird geprüft, wie das Ticket machbar und finanzbar ist. Einen ersten Erfolg gibt es bereits: Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und die Verkehrs- und Tarifgemeinschaft am bayerischen Untermain (VAB) haben im Juli 2019 eine stärkere Zusammenarbeit vereinbart. Dabei sind länderübergreifende Job- und Semestertickets ein Bestandteil dieser Kooperation.

Die Fachgruppe „Planungsbeschleunigung“ hat konkrete Vorschläge zur Aktivierung von Flächen für Siedlungs- und Gewerbebau vorgestellt. Hier geht es vor allem darum, wie das Planungs- und Baurecht vereinfacht werden kann. Diskutiert wird, für die Kommunen konkrete Anreize zu schaffen, damit sie mehr Flächen zur Bebauung ausweisen.

Die „Fachgruppe Gründerregion“ macht sich dafür stark, dass die länderübergreifende Metropolregion als attraktive und innovative Gründerregion wahrgenommen wird. Daher setzt die Fachgruppe gezielt auf die Vernetzung der Akteure – und zwar sowohl auf Seiten der Beratungs- und Förderstrukturen als auch auf Seiten der Gründerinnen, Gründer und Start-ups. Je besser das Gründer-Ökosystem miteinander vernetzt ist und kooperiert, desto leistungsfähiger können Strukturen vor Ort sein.

Die Fachgruppe „Smart Region“ erarbeitet aktuell einen Überblick von Smart-Region-Technologien, -Diensten und -Anwendungen in der Metropolregion. Dabei bezieht sie auch das Know-How der Kommunen und Kreise ein. Die Vision ist, Pilotanwendungen in die Fläche zu bringen und ihren konkreten Nutzen für die Menschen in der Region zu analysieren. 

Mitglieder des länderübergreifenden Strategieforums FrankfurtRheinMain sind

  • Hessische Landesregierung: Staatsminister Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei
  • Bayerische Landesregierung: Staatsrätin Karolina Gernbauer, Amtschefin der Bayerischen Staatskanzlei
  • Landesregierung Rheinland-Pfalz: Staatssekretär Clemens Hoch, Chef der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz
  • Landesregierung Baden-Württemberg: Staatssekretär Dr. Florian Stegmann, Chef der Staatskanzlei Baden-Württemberg
  • Kommunalvertreter Hessen – Kreisfreie Stadt: Oberbürgermeister Peter Feldmann, Stadt Frankfurt am Main
  • Kommunalvertreter Hessen – Landkreis: Landrat Ulrich Krebs, Landrat des Hochtaunuskreises
  • Kommunalvertreter Bayern: Landrat Jens Marco Scherf, Kreis Miltenberg
  • Kommunalvertreter Rheinland-Pfalz: Oberbürgermeister Michael Ebling, Stadt Mainz
  • Kommunalvertreter Baden-Württemberg: Landrat Stefan Dallinger, Kreis Rhein-Neckar
  • Regionalverband FrankfurtRheinMain: Thomas Horn, Verbandsdirektor
  • Handwerkskammer FrankfurtRheinMain: Bernd Ehinger, Präsident
  • IHK Darmstadt:  Matthias Martiné, Präsident
  • IHK Frankfurt am Main: Ulrich Caspar, Präsident
  • IHK Aschaffenburg: Friedbert Eder, Präsident
  • IHK Rheinhessen: Dr. Engelbert J. Günster, Präsident
  • IHK Rhein-Neckar: Manfred Schnabel, Präsident

Fachgruppen

  • Fachgruppe „Gründerregion“
    Leitung: Matthias Martiné (Präsident der IHK Darmstadt)
  • Fachgruppe „Planungsbeschleunigung“
    Leitung: Thomas Horn (Verbandsdirektor Regionalverband FrankfurtRheinMain)
  • Fachgruppe „Mobilität“
    Leitung: Ulrich Krebs (Landrat Hochtaunuskreis)
  • Fachgruppe „Smart Region“
    Leitung: Professor Dr. Kristina Sinemus (Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung)

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Staatssekretär Michael Bußer
Hessische Staatskanzlei
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