Axel Wintermeyer im Gespräch

Interview: „Ländlichen Raum attraktiv halten“

10.07.2014Hessische Staatskanzlei

Die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ engagiert sich für Projekte im ländlichen Raum und unterstützt bestehende Initiativen. Die Nachfrage steigt, sagt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Axel Wintermeyer im Interview mit der HNA (Ausgabe vom 10. Juli 2014).

Wie lebhaft ist in Hessen das Interesse an der Landesstiftung?
AXEL WINTERMEYER: Die Landesstiftung unterstützt vor allem bestehende Initiativen vor Ort, zum Beispiel die hessischen Bürgerstiftungen, die das Leben und die Gemeinschaft vor Ort stärken wollen. Sie gibt auch finanzielle Hilfestellungen zu Stiftungsgründungen oder Projekten. Allein 2013 erhielt die Landesstiftung 78 Förderanfragen für Projekte, 17 davon wurden gefördert. In diesem Jahr steigt die Nachfrage absehbar an.

Welche Summen stehen für die Projekte zur Verfügung?
WINTERMEYER: Die Landesstiftung hat derzeit ein jährliches Budget von rund 700. 000 Euro, um Projekte zu fördern. Darin ist eine jährliche Unterstützung der Landesregierung enthalten, um die Aufbauarbeit und Startphase der Stiftung zu erleichtern. Das Budget wurde 2013 voll ausgeschöpft.

Wo liegen die Schwerpunkte der geförderten Projekte?
WINTERMEYER: Der Schwerpunkt liegt im ländlichen Raum Hessens, vor allem im Norden und Osten, wo die Folgen des demografischen Wandels besonders zu spüren sind. Dort will die Landesstiftung ehrenamtliche Initiativen stärken und mit den lokalen Akteuren innovative Projekte  auf den Weg bringen, um den ländlichen Raum als Wohn- und Arbeitsort attraktiv zu halten – etwa mit der Organisation einer lokalen Lebensmittelversorgung, Mitfahrmöglichkeiten oder auch Kulturangeboten auf ehrenamtlicher Basis.

Ist das Kapital der Stiftung seit ihrem Start im November 2011 gewachsen?
WINTERMEYER: Die Landesstiftung wurde zu Beginn ihrer Arbeit vom Land mit einem Stiftungsvermögen in Höhe von 3,7 Millionen Euro ausgestattet. Mit den weiteren Zustiftungen des Landes liegt das Stiftungsvermögen jetzt über 17 Millionen Euro. In der derzeitigen Zinssituation ist es aber wichtig, die Stiftung mit hinreichenden Mitteln auszustatten.

Es gibt eine Vielzahl von Bürgerstiftungen. Machen sie sich gegenseitig Konkurrenz?
WINTERMEYER: „Miteinander in Hessen“ ist weder Konkurrenz zu den Bürgerstiftungen vor Ort, noch ein Dach, das über allen anderen Stiftungen steht. Im Gegenteil: Wir verstehen uns als „Familie“. So beraten wir zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Stiftungen auch Bürgerstiftungen in ihrer Gründungsphase, geben gelegentlich auch finanzielle Starthilfen und unterstützen sie in ihrer inhaltlichen Arbeit. Wie leisten intensive Netzwerkarbeit.

Eine konservative Geldanlage wirft kaum noch Zinsen ab. Wie mehrt die Stiftung ihr Kapital?
WINTERMEYER: Die aktuellen Zinssätze sind eine riesige Herausforderung für alle Stiftungen. Für sie gilt deshalb, jetzt verstärkt Sponsoren zu gewinnen. Unser „Kapital“ liegt zudem in unserem Kuratorium: Wir haben einen hochkarätig besetzten Anlageausschuss mit fünf Personen aus dem Bereich Finanzen besetzen können, die den Zinsmarkt gut kennen, regelmäßig tagen und Vorschläge erarbeiten.

Kann das Budget angesichts der niedrigen Zinsen aufrechterhalten werden?
WINTERMEYER: Tatsächlich ist auch unser Budget reduziert, oder anders: Wir würden gerne noch mehr Unterstützung leisten, wenn die Zinserträge höher wären. Die Landesstiftung wird daher während der Niedrigzinsphase noch intensiver in Abwägungsprozesse von Förderungen einsteigen müssen.

Das Interview führte Barbara Will

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