Interview mit der Europaministerin

"Politische Erfolge nicht immer in Euro und Cent messen"

Hessens Europaministerin Lucia Puttrich im Interview mit der dpa am 4. Juni 2014.

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Mehr-Regionen-Haus in Brüssel
Das Mehr-Regionen-Haus mit Hessischer Landesvertretung in Brüssel: Seit der offiziellen Eröffnung am 5. Juni 2013 wehen die vier Fahnen der Partnerregionen und die Europafahne auf dem Dach.
© Hessische Landesvertretung / FKPH

Frau Puttrich, vor der Eröffnung der hessischen Landesvertretung in Brüssel vor einem Jahr gab es viel Kritik an den hohen Kosten. Haben sich die Investitionen gelohnt?
Die neue Landesvertretung ist eine voller Erfolg. Alle Erwartungen, die wir hatten, wurden erfüllt. Unser Haus hat eine sehr gute Lage mit der besonderen Nähe zum Europaviertel. Das zeigt sich auch an der Zahl von fast 1160 Veranstaltungen seit der Eröffnung mit mehr als 25 000 Besuchern. Die Kritik an den Kosten und dem Bau hat der Landesrechnungshof bereits im Sommer letzten Jahres klar zurückgewiesen.

Warum ist die Lobby-Arbeit in Brüssel für Hessen so wichtig?
Wir haben traditionell eine sehr gute Lobbyarbeit. Unsere Mitarbeiter gehen sehr viel raus zu Veranstaltungen, die wichtig für Hessen sind. Aber es ist auch sehr hilfreich, entsprechende Räumlichkeiten zu haben, damit wichtige Ansprechpartner zu uns kommen können. Das ist schon eine wesentliche Verbesserung zu früher, die sich quer durch alle Themen wie den Finanzmarkt, den Erhalt des Meisterbriefes oder den Wert des Dualen Systems zeigt. Zudem haben ja auch hessische Verbände die Möglichkeit, sich mit Veranstaltungen in Brüssel zu präsentieren. Wir sehen uns auch als Dienstleister für diese Organisationen.

Sind für Sie die Kosten für die Landesvertretung wieder eingespielt?
Sie können politische Erfolge nicht immer in Kosten und Gegenrechnung, in Euro und Cent messen. Aber das Konzept des Mehr-Regionen-Hauses hat sich voll ausgezahlt.

Angekündigt wurde, dass durch Untervermietungen 500 000 Euro jährlich eingenommen werden sollen. Ist diese Summe gesichert?
Es sind fast alle Flächen vermietet, es fehlen nur noch ein oder zwei. Dabei stehen wir aber kurz vor dem Abschluss. Im nächsten Jahr werden wir die avisierte Summe erreichen. Für die Untervermietungen haben wir keine Makler benötigt, es sind damit keine zusätzlichen Kosten angefallen. Die Interessenten sind auf uns zugekommen.

Wie sehen Sie Hessen in Brüssel im bundesweiten Vergleich aufgestellt?
Wir haben ein Europaministerium. Mein Europa-Staatssekretär Mark Weinmeister ist jede Woche an einem oder zwei Tagen in Brüssel. Hessen ist in Brüssel besser vertreten als jedes andere Bundesland.

Schauen Sie als Europaministerin bei jedem Aufenthalt in Brüssel bei der Landesvertretung vorbei?
Es gibt keinen Besuch in Brüssel, bei dem ich nicht in der Landesvertretung bin.

Das Interview führte Bernd Glebe

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Pressesprecher: 
Dr. Michael Horn
Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Bevollmächtigte des Landes Hessen beim Bund
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