„Du sollst nicht gleichgültig sein“

Reden von Überlebenden in Auschwitz

In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Auschwitz-Komitee und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Justus-Liebig-Universität Gießen hat die Hessische Landesvertretung – im Jahr des 80. Gedenkens an die Befreiung von Auschwitz – besondere Reden von Überlebenden in Auschwitz in den Mittelpunkt gestellt.

In der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenaus findet jedes Jahr eine große Gedenkfeier zum Tag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz statt. Überlebende aus vielen Ländern richten dort ihre Worte der Erinnerung und Mahnung an die Welt. In dem Buch: „Das Vermächtnis. Reden von Überlebenden in Auschwitz“ sind von der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Justus-Liebig-Universität in Gießen erstmals sämtliche zugänglichen Ansprachen dieser Zeuginnen und Zeugen zusammengetragen. Den oftmals vergessenen Texten nachgespürt und den Sammelband zusammengestellt haben mit großem Engagement Prof. Dr. Sascha Feuchert und Aleksandra Bak-Zawalski.

Die Reden in diesem Band sind bewegende Zeugnisse von Menschen, die das Grauen von Auschwitz überlebt haben – einem Ort, an dem millionenfaches Leid bewusst geplant und systematisch vollstreckt wurde. Diese Worte richten sich nicht nur an die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, sondern auch – und ganz besonders – an uns Nachgeborene. Die Reden sind Mahnung, Erinnerung und Appell zugleich. Sie fordern uns auf, das Geschehene nicht zu verdrängen, sondern uns aktiv damit auseinanderzusetzen – im Privaten wie im Öffentlichen, in Bildung, Politik und Gesellschaft.

„Gerade in einer Zeit, in der antisemitische, rassistische und demokratiefeindliche Tendenzen wieder erstarken, ist es unerlässlich, diesen Stimmen zuzuhören – weil sie uns heute mehr denn je etwas zu sagen haben“, eröffnete die Dienststellenleiterin Dr. Katharina Brauer den Abend.

Frau Dr. Eva Umlauf, eine der letzten Auschwitz-Überlebenden in Deutschland und die Präsidentin des Internationalen Auschwitz-Komitees, hat in einem sehr bewegenden Vortag einen beeindruckenden Bogen von ihrer Zeit in Auschwitz bis heute gespannt und an die Verantwortung jedes einzelnen appelliert. Im Anschluss las der Schauspieler Sven Görtz ausgewählte Passagen in einer szenischen Lesung, die die Erinnerungen der Überlebenden eindringlich lebendig werden ließ. Die Worte der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen setzten Impulse für ein gemeinsames Gespräch von Prof. Dr. Sascha Feuchert und Aleksandra Bak-Zawalski mit Christoph Heubner, dem geschäftsführenden Präsidenten des Internationalen Auschwitz-Komitees über Erinnerung, Haltung und Verantwortung in der Gegenwart.

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