Manfred Pentz, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung, betonte in seiner Begrüßung, dass das Land Hessen – wäre es ein Nationalstaat – in volkswirtschaftlicher Hinsicht unter den Top 10 der Nationalstaaten in Europa stünde und wies darauf hin, dass diese Position mit einer besonderen Verantwortung verbunden sei. Ziel sei es, den Standort Hessen durch Innovation zu stärken und dies zugleich durch Bürokratieabbau zu unterstützen. Letztere Maßnahme, die bereits durch ein erstes Entbürokratisierungspaket des Hessischen Landtags umgesetzt worden sei, habe auch Auswirkungen auf die Stärkung der Demokratie bzw. deren Akzeptanz. Der Staat werde dadurch handlungsfähiger, was wiederum das Vertrauen in seine Institutionen stärke.
Im Anschluss folgte ein Impuls von Michael Hager, Kabinettschef von Kommissar Valdis Dombrovskis. Er begrüßte zunächst das Format „Sounding Board konkret“, das Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite zusammenbringe, als Alleinstellungsmerkmal der Vertretung des Landes Hessen in Brüssel. Eine solche Zusammenarbeit sei notwendig für die Sicherung der Industrie und qualitativ hochwertiger Arbeitsplätze in Hessen und Europa. Im Mittelpunkt standen die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit in der EU. Hager nannte dafür fünf zentrale Faktoren: die Vereinfachung von EU-Vorschriften durch die Omnibus-Initiative, die Stärkung des Binnenmarktes, eine wettbewerbsfähige Energiepolitik mit Fokus auf niedrigen Strompreisen sowie eine aktive Handelspolitik. In diesem Zusammenhang verwies er auf den Fortschritt bei Handelsabkommen, etwa mit Mercosur und Indien. Zudem hob er die Bedeutung einer Kapitalmarktunion hervor, um die Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union zu stärken.
Die Paneldiskussion befasste sich ebenfalls mit der Wettbewerbsfähigkeit und den Faktoren für einen starken Industriestandort Hessen. Redner waren Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer Hessenmetall; Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer HessenChemie; Sabine Süpke, Landesbezirksleiterin IGBCE Landesbezirk Hessen-Thüringen sowie Liv Dizinger, Abteilungsleiterin Struktur- und Europapolitik DGB Hessen-Thüringen. Moderatorin Prof. Dr. Diane Robers, EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel, schloss die gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband Chemie und verwandte Industrien für das Land Hessen e.V. (HessenChemie) sowie dem Verband Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen e.V. (Hessenmetall) ausgerichtete Veranstaltung mit einem Aufruf zu mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit ab.