Podiumsdiskussion - Crisis Talks „Militärische KI verantwortungsvoll nutzen und Regulierung neu denken“

Militärische KI verantwortungsvoll nutzen und Regulierung neu denken

Am 20. April 2026 lud Hessens Europaminister Manfred Pentz zusammen mit dem Leibniz-Forschungsnetzwerk „Umweltkrisen - Krisenumwelten“ sowie dem Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ Goethe Universität Frankfurt zu einer Veranstaltung in der Reihe „Crisis Talks“ zum Thema „Militärische KI verantwortungsvoll nutzen und Regulierung neu denken“ ein.

Die Veranstaltung stieß auf hohes Interesse und zog Vertreter der EU-Institutionen, Verbände und Pressevertreter in die Hessische Landesvertretung in Brüssel.

Im Impulsvortrag von Prof. Dr. Malte Göttsche, Technische Universität Darmstadt, wurde hervorgehoben, dass KI-gestützte Systeme die Kriegsführung grundlegend verändere. Insbesondere in den Bereichen Datenanalyse, Zielerfassung und Priorisierung ermögliche KI eine erhebliche Beschleunigung militärischer Entscheidungsprozesse. Dies könne operative Vorteile schaffen, berge jedoch zugleich erhebliche Risiken, insbesondere eine Beschleunigung von Eskalationsdynamiken, verkürzte Entscheidungszeiten zulasten diplomatischer Lösungen sowie ethische Fragen im Hinblick auf die menschliche Kontrolle über autonome Systeme.

Dr. Ulf Ehlert, Head of Strategy and Policy bei der NATO, verwies auf den Ukrainekrieg als aktuelle Entwicklungsumgebung für KI, insbesondere in den Bereichen Bilderkennung und Zielauswahl. MdEP Dr. Tobias Cremer (DEU/S&D) hob das große Potenzial hervor, verwies jedoch auf schwer abschätzbare Risiken. Lene Hove Rietvelt, Senior Expert for LAWS beim Europäischen Auswärtigen Dienst (EEAS), sah Definitionsprobleme, insbesondere bei autonomen Waffensystemen und der Rolle des Menschen in Entscheidungsprozessen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Alexandra von Nahmen, Direktorin für Russland, Ukraine und Osteuropa, Expertin für Sicherheitspolitik und NATO bei der Deutschen Welle.