Ziel der gut besuchten Veranstaltung war es, die aktuellen Herausforderungen und Rahmenbedingungen des Luftverkehrsstandorts Deutschland und Europa zu analysieren sowie gemeinsam Ansätze zur Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit, Konnektivität und nachhaltiger Transformation zu diskutieren.
Europaminister Pentz gratulierte zunächst zum Jubiläum „100 Jahre Lufthansa“ und betonte die zentrale Bedeutung des Luftverkehrs für Hessen. Das Drehkreuz am Flughafen Frankfurt sowie die Rolle von Fraport seien entscheidend für Wertschöpfung und Beschäftigung. Der Flughafen stelle die größte Arbeitsstätte des Landes dar. Die Landesregierung sehe sich in der Verantwortung, den Luftverkehr als wirtschaftliche Schlüsselbranche zu sichern und weiterzuentwickeln. In diesem Zusammenhang verwies Pentz auf Maßnahmen zur Entbürokratisierung auf Bundes- und EU-Ebene und hob das „Sounding Board“ in der hessischen Landesvertretung als wichtiges Format zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit hervor.
In einem Videogrußwort betonte Kaweh Mansoori, stellvertretender Ministerpräsident und Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, die strategische Bedeutung eines leistungsfähigen europäischen Luftverkehrs. Für Hessen als internationales Drehkreuz sei dieser essenziell, da er Wirtschaft und Gesellschaft mit globalen Märkten verbinde. Angesichts zunehmenden Wettbewerbsdrucks seien wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, Bürokratieabbau und abgestimmte europäische Regelungen notwendig, um eine Verlagerung von Verkehrsströmen in außereuropäische Drehkreuze zu verhindern.
Dr. Kay Lindemann, Leiter Konzernpolitik und Bevollmächtigter des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG, zeichnete in seinem Impuls ein kritisches Bild der wirtschaftlichen Lage. Trotz globaler Erfolge der Lufthansa-Gruppe verliere Deutschland als Standort an Bedeutung. Ursachen seien unter anderem hohe Standortkosten und steuerliche Belastungen. Er betonte, die europäische Klimapolitik werde zudem teilweise als sehr ambitioniert wahrgenommen. Dies könne im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu Nachteilen führen.
In der anschließenden Diskussion mit Prof. Dr. Yvonne Ziegler, Frankfurt University of Applied Sciences/Internationales Luftverkehrsmanagement, Dr. Florian Linke, Institutsdirektor (komm.) im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) und Dr. Kay Lindemann wurde insbesondere die Balance zwischen Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit thematisiert. Europäische Airlines seien durch Instrumente wie den Emissionshandel stärker belastet, was zu Wettbewerbsnachteilen führen könne. Einigkeit bestand in der Notwendigkeit verlässlicher Rahmenbedingungen, Bürokratieabbaus und gezielter Entlastungen zur Stärkung des Luftverkehrsstandorts Europa. Dr. Detlef Fechtner, Börsenzeitung moderierte durch die Veranstaltung.