Seit vielen Jahren steht die gemeinsam mit der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und dem Sustainable Finance Cluster ausgerichtete Veranstaltungsreihe „Finanzwelt in Europa“ für Diskussionen zu aktuellen finanzpolitischen Themen. Am 25. März 2026 stand die Nachhaltigkeitsberichterstattung im Fokus. Schon der Titel der Veranstaltung – „Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD und ISSB – sind zwei Rahmenwerke eines zu viel?“ brachte es auf den Punkt: Wird eine anspruchsvolle europäische Regulierung tatsächlich zum Wettbewerbsvorteil – ein Gütesiegel für Nachhaltigkeit „Made in Europe"? Oder bedeutet sie in erster Linie Mehraufwand, höhere Kosten und regulatorische Komplexität für europäische Unternehmen, während internationale Wettbewerber mit schlankeren Standards operieren?
Manfred Pentz, Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung begrüßte, per Videobotschaft vom Rande des Bundesrates in Berlin, die zahlreichen Gäste und hob eindrücklich die enorme Wichtigkeit der Nachhaltigkeitsberichterstattung im Finanzwesen „auch für den Finanzstandort Frankfurt-Rhein-Main und am Ende von Deutschland und Europa“ hervor. Auch hier müsse Maß und Mitte eingehalten werden, „um gerade im weltweiten Finanzwesen und Kontext anschlussfähig“ bleiben zu können.
Nach einer einführenden Keynote von Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung der WIBank, moderierte Dr. Detlef Fechtner, politischer Chefreporter der Börsen-Zeitung, gewohnt gekonnt das überraschend oft übereinstimmende Panel mit hoher Expertise.
Auf dem Podium:
- Sue Lloyd, Vice-Chair International Sustainability Standards Board ISSB,
- Petra Sandner, Chief Sustainability Officer Helaba Landesbank Hessen-Thüringen,
- MdEP Markus Ferber,
- Sven Gentner, Referatsleiter Unternehmensberichterstattung, Audit und Ratingagenturen in der Europäischen Kommission,
- Daniel Sonnenburg, Chief Sustainability Officer Deutsche Börse.
Konsens bestand unter anderem darin, nach den vielen klugen Gedanken der Institutionen nun die Wirtschaft eine gewisse Zeit lang einfach machen und Erfahrungen sammeln zu lassen. Das Schluss-Statement übernahm Matthias Hübner, Geschäftsführer Sustainable Finance Cluster, mit der vor Ort geteilten Einschätzung: Sustainable Finance ist nicht tot – im Gegenteil.