(*1947 in Shizuoka, Japan, †2024 in Kassel)
Kazuo Katase brachte Ansätze der modernen japanischen Philosophie mit in seine neue Heimat, in sein Kunstschaffen und in die hessischen Landesmuseen.
Neben einem offenen Wettbewerb für hessische Künstlerinnen und Künstler im Jahr 2004, der Aktion „Kunst für die Rose“, die in Form einer Ankaufsaktion den Grundstock für die kleine hauseigene Sammlung an zeitgenössischer Kunst legte, wurden zusätzlich einige spezielle Arbeiten in Auftrag gegeben. Diese sollten auf die Besonderheiten des Gebäudes eingehen und so wurden seinerzeit einige Künstler direkt angesprochen und um Vorschläge gebeten. Für diese Künstler galt es, einen Bezug zu Hessen aufzubauen. Ausgewählt wurden letztlich Fotoarbeiten von Barbara Klemm (Frankfurt), sowie die Konzepte von Kazuo Katase (Kassel) und Heiner Blum (Offenbach).
Katase erstellte für die Staatskanzlei zwei zweiteilige Fotoarbeiten im Diasec®-Verfahren, „Goethe“ und „Apollon“. Hier im – nach dem Werk benannten – „Goethezimmer“ sehen wir seine Transformation des bekannten Motivs „Goethe in der römischen Campagna“, 1786/88 gemalt von Heinrich Tischbein. Das Gemälde befindet sich in der Sammlung des Frankfurter Städel Museums. Als Schattenbilder zeigt Katase das Motiv zugleich von vorn wie auch rückansichtig und bezieht vorhandene Raumkompartimente ein. Der mehrfache Documenta-Teilnehmer verstand seine Arbeiten als „Environments“ für Gedanken. Mittels Farbnegativen oder anderen künstlerischen Basisformen schaffte er Räume zur Reflexion über Historie und Gegenwart, Erhabenheit, sinnliche Präsenz u.v.m.