Hessische Staatskanzlei

„Aus Höcke spricht der klassisch rechtsradikale Antisemit“

„Wenn immer wieder Zerrbilder globaler, transatlantischer Geld- oder Politeliten und von Hintermännern amerikanischer Politik genutzt werden, um vor der vermeintlichen Weltherrschaft zu warnen, dann spricht der klassisch rechtsradikale Antisemit. Und wieder einmal ist dies Björn Höcke, dem inzwischen zunehmend mediale Podien gewährt werden, um seine faschistischen Positionen zu verbreiten. So äußerte er sich jüngst im Weltwoche-Podcast. Ich warne vor der Normalisierung im Umgang mit derart jugendgefährdenden antisemitischen Positionen. Gerade bei jungen Menschen besteht die Gefahr, dass eine ganze Generation im Podcast-Format moralisch vergiftet wird“ sagte heute der Hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker nach den jüngsten medialen Inszenierungen des Thüringer AfD-Vorsitzenden.

„Nicht erst in den jüngsten Interviews, sondern schon in seinem Buch ‚Nie zweimal in denselben Fluss‘, legt Höcke sein zutiefst antisemitisches und menschenverachtendes Weltbild offen. Wenn Björn Höcke über die ‚globalen Geldeliten‘ und die ‚Hintermänner‘ der amerikanischen Regierung schwadroniert und den ‚Erinnerungszwang‘ kritisiert, dann verbreitet er gezielt antisemitische Stereotype. Wenn er zudem die ‚Afrikanisierung Europas‘, den ‚Volkstod durch Bevölkerungsaustausch‘ und die ‚Islamisierung Deutschlands‘ an die Wand malt, nutzt er zutiefst rassistische Sprachbilder und macht mit seinen verbalen Angriffen auf die vermeintlich ‚abgewirtschafteten Eliten‘, ‚Volksverächter‘ und die ‚Herrschaft der Schlechten‘ die demokratischen Strukturen in Deutschland verächtlich. Wenn er ergänzend von ‚Rückeroberung‘, ‚Remonstrationsrecht‘ und ‚offenem Aufstand‘ spricht und sich ein ‚Durchregieren‘ mit einer ‚Politik der wohltemperierten Grausamkeit‘ wünscht, bei der Deutschland ‚Volksteile verliert‘ und einen ‚Aderlass zur Selbstveredelung‘ erfahren müsse, dann ist dies rechtsextremistisches Gedankengut. Höckes Positionen atmen vom Anfang bis zum Ende den Ungeist des Neo-Faschismus aus und tragen zur Vergiftung unseres gesellschaftlichen Klimas bei. Derartige Hetze sollte keine medialen Podien erhalten, weil dadurch eine Normalisierung jugendgefährdender Positionen stattfindet“, so Uwe Becker.

Schon 2022 wollte Hessens Antisemitismusbeauftragter das Buch des Thüringer AfD-Landeschefs Björn Höcke auf der Liste jugendgefährdender Schriften sehen. Zwar wurde aufgrund der hohen verfassungsrechtlichen Hürden keine formelle Indizierung des Buches vorgenommen, in der Begründung zur Entscheidung wurden die Argumente Beckers allerdings weitestgehend aufgegriffen.

Schlagworte zum Thema