Hessen und Rumänien wollen in der Europapolitik künftig stärker zusammenarbeiten. Das erklärte Hessens Europaminister Manfred Pentz nach einem Gespräch mit Rumäniens kommissarischer Außenministerin Oana-Silvia Țoiu in der Hessischen Staatskanzlei. „Wir haben gemeinsame Interessen. Zusammen können wir in Europa viel bewegen.“
Konkret geht es beispielsweise um den Wiederaufbau der Ukraine. Auch wenn das Ende der Kampfhandlungen nicht absehbar sei, brauche das vom Krieg zerstörte Land auch dann dringend die Hilfe aus Europa. „Gemeinsam wollen wir nach dem Kriegsende den Aufbau des Landes voranbringen. Investitionen aus Rumänien und Hessen sind aber mehr als ein Akt der Solidarität. Sie stärken auch die Wirtschaft in unseren Ländern. So profitieren von der Unterstützung alle Beteiligten“, so Staatsminister Pentz nach dem Gespräch mit Außenministerin Țoiu, die von der rumänischen Botschafterin in Deutschland, I.E. Adriana-Loreta Stănescu, begleitet wurde. Das Treffen war gleichzeitig der Antrittsbesuch der Botschafterin in Hessen.
Eine stärkere Zusammenarbeit wurde auch vereinbart, wenn es um den EU-Lückenschluss auf dem Westbalkan geht. „Die Länder zwischen Kroatien und Griechenland gehören zu Europa – und sie gehören in die EU. Darin waren uns die Außenministerin und ich sofort einig.“ Der Lückenschluss sei dabei weit mehr als ein Entgegenkommen an die Westbalkan-Staaten. „Wir haben ein strategisches und wirtschaftliches Interesse an Stabilität und Wachstum in der Region“, erklärte Europaminister Pentz.
Gemeinsame Regierungskommission stärker nutzen
Um die künftige Zusammenarbeit auch strukturell voranzubringen, vereinbarten Außenministerin Țoiu und Europaminister Pentz, die Hessisch-Rumänische Regierungskommission, stärker zu nutzen. „Damit wollen wir unsere politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit eng verzahnen“, so Pentz.
Und auch in Brüssel will man künftig noch mehr an einem Strang ziehen. „Bei den aktuell laufenden Verhandlungen um den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) geht es um viel Geld. Starke Regionen sind im Interesse von Hessen und Rumänien.“