Hessische Staatskanzlei

Hessischer Antisemitismusbeauftragter betont Wichtigkeit der Antisemitismusstudie

„Die Studie ‚Auf der Straße gegen den gemeinsamen Feind‘ des Hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz, die gestern der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, belegt das Zusammenwachsen von linksextremistischen, islamistischen und pro-palästinensischen Kräften in unserem Land und deren gemeinsames Feindbild Israel. Sie legt die Strategien, Narrative und das orchestrierte Vorgehen judenfeindlicher Gruppen sehr deutlich offen und leistet somit einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Antisemitismus in unserem Land. Ich sehe mich durch diese Studie in der Einschätzung der Situation klar bestätigt. Längst ist der israelbezogene Antisemitismus zur bestimmenden Form des Judenhasses in unserem Land geworden. Er bedroht die Zukunft jüdischen Lebens bei uns, und diese Studie zeigt dessen maßgebliche Urheber und Unterstützer auf“, erklärte heute der Hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker.

„Der fortlaufende Versuch interessierter Kreise, israelbezogenen Antisemitismus als Form der Judenfeindlichkeit zu leugnen und als allgemeine Israelkritik einzuordnen, wird durch diese Studie klar widerlegt. Es wird deutlich sichtbar, dass Antisemiten den Umweg über Israel, über den sogenannten Antizionismus, gezielt nutzen, um antisemitische Botschaften salonfähig zu machen. Ob „Studis gegen rechte Hetze“ ihren Israelhass an Universitäten verbreiten, Vereine wie die sogenannte „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“, die gemeinsam mit extremistischen Gruppierungen agiert oder wie „Free Palestine FFM“, der Terrorangriffe auf Israel verherrlicht und die Auslöschung dieses Staates fordert, sie alle bedrohen die Demokratie in unserem Land. Leider hat der israelbezogene Antisemitismus schon sehr viele Bereiche von Gesellschaft, Kunst, Kultur und Wissenschaft vergiftet, weil die klassischen Abwehrmechanismen gegen Judenhass beim Umweg über Israel nicht funktionieren. Die Studie schafft die notwendige Transparenz, um jetzt noch gezielter antisemitische Akteure zu identifizieren und gegen diese vorgehen zu können. Es liegt aber an der Gesamtgesellschaft, Haltung zu zeigen. Diese Haltung erwarte ich gerade auch von den Verantwortlichen in Kunst, Kultur und Wissenschaft, denen diese Studie auch bei der Einordnung antisemitischen Verhaltens helfen kann. Die Folge muss ein noch konsequenteres Vorgehen gegen israelbezogenen Antisemitismus sein, und zwar überall, wo dieser in Erscheinung tritt“, so Uwe Becker abschließend.

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