Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung

Land feiert ein halbes Jahrhundert gelebter Freundschaft mit Wisconsin

Mit Klaus Scheunemann fing alles an. Als Jugendlicher verbrachte er 1953 ein ganzes Jahr als Austauschschüler in Wisconsin – eine unvergessliche Zeit, dank eines Stipendiums des American Field Service. Die Freundschaft mit der deutschstämmigen Familie Schulz überdauerte die Kontinente und Jahrzehnte. In diesen Genuss sollten viel mehr junge Leute kommen, mag sich Scheunemann gedacht haben, als er sich mehr als 20 Jahre später in der Hessischen Staatskanzlei dafür einsetzte, den Austausch zu institutionalisieren.

Im Jahr 2026 feiern das Land Hessen und der US-Bundesstaat Wisconsin das 50-jährige Jubiläum ihrer einzigartigen Regionalpartnerschaft. Es ist die erste vertraglich vereinbarte Partnerschaft zwischen einem deutschen Bundesland und einem US-Bundesstaat – und bis heute eine der lebendigsten.

Staatsminister Manfred Pentz zur Verbindung Hessens mit Wisconsin: „Beziehungsstatus transatlantisches Verhältnis: es ist kompliziert. Wie schön, dass wir auf regionaler Ebene auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit blicken können. Mit Wisconsin sind wir seit inzwischen 50 Jahren fest verbunden. Eine solche Partnerschaft auf Augenhöhe überdauert alle Krisen.“

Seit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde am 20. September 1976 durch Ministerpräsident Albert Osswald und Gouverneur Patrick Lucey ist diese Verbindung zu einem lebendigen Symbol für transatlantische Freundschaft, wirtschaftliche Dynamik und kulturellen Austausch geworden. Im Laufe der Zeit konnten so viele tausend junge Menschen an Austauschprogrammen in Bildung und Wissenschaft teilnehmen.

Jubiläumsbier

Um diese transaltlantische Erfolgsgeschichte zu feiern, richtet die Hessische Landesregierung im August eine gemeinsame Jubiläumsveranstaltung in der Hessischen Staatskanzlei aus. Zudem sind ein gemeinsames Partnerschaftsbier zur Würdigung dieser besonderen Verbindung sowie ein öffentlicher Fassanstich auf dem Hessentag in Fulda geplant. Wisconsin steht für Erfindergeist und Tradition gleichermaßen – von modernen Start-ups bis hin zu traditioneller Landwirtschaft. Unser US-Partnerstaat steht aber auch für Käse, Harley-Davidson und eine gelebte Brauereikultur.   Viele „Cheeseheads“ haben schließlich deutsche Wurzeln, Wisconsin gilt als der „deutscheste“ US-Bundesstaat. In Hessen gibt es 700 Unternehmen mit amerikanischem Kapitalhintergrund. Die USA sind für Hessen wichtigster Wirtschaftspartner.

Förderung möglich

Auch hessische Kommunal-, Kreis-, und Städtepartnerschaften, Freundschaftsvereine und Organisationen, die sich im Kontext dieser Partnerschaft engagieren, sind dazu aufgerufen, das Jubiläum mit Leben zu füllen. Für entsprechende Projekte und Aktivitäten stehen Fördermittel zur Verfügung. Nähere Informationen dazu erhalten Sie hier.

Weiterhin sind alle Hessinnen und Hessen, die eine persönliche Geschichte mit der Jubiläumspartnerschaft verbindet, dazu aufgerufen, ihre Geschichten per E-Mail an HessenWisconsin50@stk.hessen.de zu teilen. Weitere Informationen dazu sowie zur Partnerschaft im Allgemeinen finden Sie online.

Und was wurde aus Klaus Scheunemann? Sein Engagement für die Freundschaft zwischen Hessen und Wisconsin wurde gewürdigt – auf beiden Seiten des Atlantiks. Hier erhielt er den hessischen Verdienstorden am Bande, dort wurde er Ehrenbürger des Staates Wisconsin. Klaus Scheunemann ist 2015 im Alter von 79 Jahren verstorben.

Bund und Europa

Hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung und Bevollmächtigter des Landes Hessen beim Bund

Christoph Scheld

Pressesprecher

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