Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung

Ministerpräsident Rhein und Europaminister Pentz werben für ein starkes und geeintes Europa

Ministerpräsident Boris Rhein hat beim traditionellen Jahresempfang in der Hessischen Landesvertretung in Brüssel für eine stärkere europäische Verteidigungsfähigkeit geworben. Deutschland und Europa müssten angesichts der wachsenden sicherheitspolitischen Herausforderungen handlungsfähig sein, sagte Rhein vor mehr als 350 Gästen und fügte hinzu: „Das große Versprechen Europas ist ein Leben in Frieden und Freiheit. Gerade in Zeiten multipler Bedrohungen müssen wir unsere Freiheit selbst sichern und dafür mehr Resilienz, mehr Sicherheit und eine starke Industrie schaffen.“ Hessen sei mit seiner starken Verteidigungsindustrie, seiner leistungsfähigen Infrastruktur und seiner Innovationskraft gut aufgestellt, sagte der Regierungschef und ergänzte: „Wir sind ein Nucleus für Sicherheit in Europa. Vor zwei Wochen haben wir in Kassel das Startsignal für den ,Defence Hub Nordhessen‘ gegeben. Damit heben wir den Innovations- und Verteidigungsstandort Hessen auf ein neues Level – für mehr Sicherheit und Wachstum.“

Die Gäste des Jahresempfangs waren auf Einladung von Ministerpräsident Rhein und Europaminister Manfred Pentz in die Hessische Landesvertretung gekommen. Unter ihnen waren Botschafterinnen und Botschafter zahlreicher Staaten, außerdem ranghohe Vertreterinnen und Vertreter des Europäischen Parlaments, des Rates und der Europäischen Kommission sowie Gäste aus dem Hessischen Landtag, der Wirtschaft, den Gewerkschaften und den europäischen Regionen.

Hessen ist Impulsgeber und Brückenbauer

Mit Blick auf den 80. Geburtstag Hessens verwies Rhein in seiner Rede auf die enge Verbundenheit mit Europa. „80 Jahre Hessen sind acht Jahrzehnte Wirtschaftskraft, Vielfalt und Zusammenhalt. Diese Erfolgsgeschichte ist eng mit der europäischen Integration verbunden. Hessen ist die Herzkammer Europas, so haben wir uns immer verstanden. Das Mehr-Regionen-Haus in Brüssel ist ein einzigartiger Ausdruck dafür. Hessen hat sich dort als erste Landesvertretung mit den europäischen Partnern unter einem Dach vereint“. Daraus leite sich nach den Worten des Ministerpräsidenten auch ein Auftrag für die Zukunft Europas ab: „Wir dürfen Europas Werte nicht nur nach außen vertreten. Wir müssen sie auch nach innen leben. Hessen will dazu seinen Beitrag leisten, als verlässlicher Partner in Europa, als Impulsgeber und als Brückenbauer. Wir sind dankbar, Teil dieser europäischen Familie, Teil dieser Wertegemeinschaft zu sein.“

Internationale Partnerschaften ist kein Luxus

Im Jahr des 80-jährigen Bestehens Hessens machte Europaminister Manfred Pentz deutlich, wie er Hessens Rolle in Europa versteht. „Hessens Stimme hat Gewicht. Wir sind hier keine Zaungäste – wir gestalten Europa aktiv mit.“ In seiner Begrüßung verwies der Staatsminister auch auf die geopolitische Verantwortung Hessens. Er sagte: „Unsere im Mai 2026 besiegelte Zukunftspartnerschaft mit der ukrainischen Oblast Kiew ist sowohl ein klares Zeichen für Solidarität als auch hessische Aufbauhilfe direkt vor Ort. Internationale Partnerschaften sind kein Luxus – sie sind Grundlage unseres Erfolges.“

Landesvertretung in Brüssel

Die Vertretung des Landes Hessens bei der Europäischen Union in Brüssel wurde 1989 eingerichtet. Sie ist dem Ressort des Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung unterstellt. Hessen ist damit direkt dort präsent, wo entscheidende europäische Weichen gestellt werden, sodass die Landesregierung unmittelbar über Entwicklungen in den EU-Institutionen informiert werden kann.

Seit Mai 2013 ist die Vertretung im Mehr-Regionen-Haus in der Rue Montoyer 21 untergebracht – im Europaviertel Brüssels, nur wenige Gehminuten von Europäischem Parlament, EU-Kommission, dem Rat sowie dem Ausschuss der Regionen entfernt. Das moderne Gebäude beherbergt nicht nur die hessische Vertretung, sondern auch Vertretungen von Partnerregionen (Frankreichs Nouvelle-Aquitaine, Italiens Emilia-Romagna, Polens Wielkopolska) sowie von hessischen Institutionen, Regionen und Unternehmen, Hochschulen, Gewerkschaften, Kammern, Netzwerken und Verbänden – alles unter einem Dach für eine effektive Zusammenarbeit. Derzeit arbeiten 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Landesvertretung.

Bund und Europa

Hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung und Bevollmächtigter des Landes Hessen beim Bund

Christoph Scheld

Pressesprecher

MinBE

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