Hessische Staatzkanzlei

Land bringt Förderungen auf den Weg

Staatskanzlei-Chef Axel Wintermeyer: „Starke Dörfer stehen für aktive Dorfgemeinschaften – wir unterstützen sie als Hessische Landesregierung.“

Hessen ist ein starkes Land. Das liegt nicht nur an seiner Finanzkraft, sondern vor allem auch an den Menschen, die sich für die Gemeinschaft einsetzen – in der Stadt und in ländlichen Regionen. Mit dem Förderprogramm „Starkes Dorf – Wir machen mit!“ unterstützt die Landesregierung Projekte von Vereinen, Verbänden, gemeinnützigen Organisationen oder privaten Initiativen, die den Zusammenhalt und die Lebensqualität in Dörfern verbessern.

„Starke Dörfer stehen für aktive Dorfgemeinschaften und wir unterstützen sie als Hessische Landesregierung. Der soziale Zusammenhalt und das Engagement sind in unseren ländlichen Regionen ein hohes Gut und Garant einer lebendigen Zukunft. Auch kleine Investitionen können dabei große Unterschiede für das Leben vor Ort schaffen, etwa wenn der generationenübergreifende Treffpunkt wieder zurück in die Ortsmitte kommt oder der Kinderspielplatz neu belebt wird“, betonte Staatsminister Wintermeyer.

  • Auf dem Sportplatz in Münster mit Rundlaufbahn, Hoch- und Weitsprunganlage, der von Vereinen und Schulen täglich genutzt wird, gibt es bislang keine Möglichkeit, sich in einem überdachten Bereich aufzuhalten. Das soll sich ändern. Die TSG Münster will einen überdachten Unterstand auf einem bereits bestehenden, 5 x 6 Meter großen Betonfundament errichten. Die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig. Der Unterstand kann in Zukunft von allen Kindern und Erwachsenen im Ort als Treffpunkt genutzt werden. Der Aufbau und die Installation eines Grills werden von den Vereinsmitgliedern ehrenamtlich durchgeführt.

  • Der Förderverein Blaulichtfreunde Bellnhausen unterstützt die Jugendfeuerwehr und die Einsatzabteilung und engagiert sich darüber hinaus im dörflichen Leben. Übungen, Kinder- und Jugendwochenenden oder aber der Dorfputz werden normalerweise von einer gemeinsamen warmen Mahlzeit begleitet. Da das örtliche Bürgerhaus schon einige Jahre als Ausweichkindergarten genutzt wird, fehlt es an einer nutzbaren Küche. Das soll sich nun ändern. Für die Blaulichtsuppenküche wollen die Ehrenamtlichen in Eigenregie einen Edelstahlarbeitstisch umbauen, so dass er leicht fahrbar und transportabel wird. Ein mobiler Gaskocher, große Töpfe und Wärmebehälter sollen ebenfalls angeschafft werden. Mit der angemessenen Verpflegung wird das „starke Dorf“ sichergestellt und das Zusammengehörigkeitsgefühl verbessert. Das Land fördert das Projekt mit 2.500 Euro.
  • Der Förderverein für Kinder Mornshausen engagiert sich für die Dorfgemeinschaft und den familiären Zusammenhalt. Der Spielplatz im Dorf ist ein Treffpunkt für Jung und Alt. Der Kindergarten und die Kindertagespflege nutzen ihn für die kindliche Förderung – während der Pandemie noch stärker als zuvor. Damit dort in Zukunft auch gemeinsam gefrühstückt, gemalt, und gebastelt werden kann, will der Verein zwei Sitzgruppen anschaffen. Dazu muss die Fläche geebnet und ein Fundament gelegt werden. In einer Gemeinschaftsaktion soll das Projekt zusammen mit dem Ortsbeirat, Eltern, Anwohnerinnen und Anwohnern sowie weiteren Freiwilligen umgesetzt werden. Die Hessische Landesregierung unterstützt das Vorhaben mit 1.887 Euro.
  • Die Evangelische Kirchengemeinde Hatzbach will den zentral gelegenen Dorfplatz im 600-Einwohner-Ort Josbach mit Leben erfüllen und zu einem Treffpunkt für alle Generationen machen. Bislang stehen dort nur einzelne, weit voneinander entfernte Bänke. Die Kirchengemeinde plant nun, Tische und Sitzgelegenheiten aufzustellen, damit sich die Besucherinnen und Besucher unterhalten und Eltern und Großeltern ihre Kinder und Enkel beim Spielen begleiten können. Denkbar ist für die Gemeinde aber auch, in Zukunft dort Gottesdienste im Freien zu feiern. Die Montage und Pflege der Bänke und Tische wird in Eigenleistung durch die Bürgerinnen und Bürger erbracht. Das Land fördert das Projekt mit 4.803 Euro.

  • Falken-Gesäß ist ein Ort mit rund 470 Einwohnerinnen und Einwohnern. Eine Gaststätte gibt es nicht mehr, daher hat sich das Dorfgemeinschaftshaus zu einem zentralen Treffpunkt für alle Generationen entwickelt. Sportveranstaltungen des SV Falken-Gesäß, Proben des Gesangvereins oder Treffen des Vereins „Mach mit!“ finden dort statt. Auch private Feiern können ausgerichtet werden. Nach der Teilsanierung des Gemeinschaftshauses soll nun mit der Förderung des Landes das vorhandene Mobiliar im Sinne der Nachhaltigkeit nicht ersetzt, sondern aufgearbeitet werden. Dazu gehören 72 Stühle, acht Tische und 22 Biergarnituren. Alle handwerklichen Arbeiten werden von den Mitgliedern des Vereins geleistet. Sicherlich werden die Ehrenamtlichen dabei – wie bei vielen anderen Projekten zuvor – wieder von Mitbürgerinnen und Mitbürgern unterstützt. Die Renovierung der Möbel ist als Gemeinschaftsprojekt geplant, das nicht nur das Dorfgemeinschaftshaus schöner machen wird, sondern auch das Gefühl der Zusammengehörigkeit stärkt.

  • Die Interessengemeinschaft mobiles Backhaus Queck will im Schlitzer Stadtteil ein mobiles Backhaus bauen. Der Backofen soll von allen Bürgerinnen und Bürgern benutzt werden können und auch bei Holzbackofenfesten zum Einsatz kommen. Die Interessengemeinschaft will einen Backofenbausatz anschaffen und in ehrenamtlicher Arbeit zusammenbauen. Außerdem soll ein mobiles Unterteil und ein Dach konstruiert werden. Das Land fördert das Vorhaben mit 4.998 Euro.
  • Das Schützenhaus in Merlau wird nicht nur von den Mitgliedern genutzt. Dort finden zum Beispiel Geburtstagsfeiern, Firmenevents oder Faschingsveranstaltungen statt. Um sein Schützenhaus noch attraktiver zu machen, will der Schützenverein Merlau eine Küche installieren. Die Renovierung des Raumes, die Elektroarbeiten und die Montage von Schränken und Geräten übernehmen die Mitglieder in Eigenregie. Die Landesregierung unterstützt das Projekt mit 4.554 Euro.
  • Die Freiwillige Feuerwehr Romrod sorgt für einen mobilen Mehrgenerationentreff, der über die nötige Infrastruktur für Treffen von rund 50 Personen verfügt. Dazu soll ein KfZ-Anhänger mit einem Aufbau versehen werden, um den Transport von Bänken und Tischen sowie weiterer Gegenstände zu ermöglichen. Um den Bau des mobilen Ortstreffs kümmern sich die rund 30 ehrenamtlichen Aktiven des Feuerwehrvereins. Die Landesregierung fördert die Initiative mit 4.986 Euro.
  • Die Freiwillige Feuerwehr im Grebenhainer Ortsteil Metzlos-Gehaag möchte Sitzbänke an markanten Stellen im Dorf aufstellen, damit Spaziergängerinnen und Spaziergänger eine Pause machen können. Sie sollen aus Recyclingkunststoff sein und im Winter über im Freien stehen bleiben. Bereits vorhandene Bänke aus Holz sollen aufgearbeitet werden. Die Mitglieder der Feuerwehr übernehmen ehrenamtlich die Montage der Bänke und stellen sie im Frühjahr auf. Dieses Projekt unterstützt das Land mit 2.812 Euro.
  • Der Männergesangverein Eudorf möchte auf dem Spielplatz im Ort eine 20 Meter lange Seilbahn für Kinder aufstellen. Das Gelände liegt hinter dem Dorfgemeinschaftshaus, das der Mittelpunkt des kulturellen Lebens im Dorf ist. Während Eltern sich dort treffen, können Kinder ausgelassen spielen. Der Verein hat bereits zuvor Spielgeräte angeschafft und kümmert sich um den Aufbau und die Wartung. Die Landesregierung übernimmt die Kosten von Seilbahn, Fundament und Schutzmatten in Höhe von 4.999 Euro.

  • Das Dorfgemeinschaftshaus in Kefenrod-Bindsachsen ist das Herzstück für die Vereine und Bewohner im Dorf. Dort werden Familien- und Vereinsfeste gefeiert, die Gymnastikfrauen turnen, Kinder treffen sich zum Spielenachmittag, Seniorinnen und Senioren kommen zum Plausch. Das Innere des Gebäudes wurde von Freiwilligen gut in Schuss gehalten, jetzt soll das Außengelände aufgehübscht werden. Der Garten muss neu bepflanzt werden, die Fassade mit einem Anstrich versehen und der Sockel gefliest werden. Ein Wunsch ist außerdem, zwei Bänke aufzustellen. Fast alle Arbeiten werden ehrenamtlich und mit Muskelkraft erledigt. Eine Gartenbaufirma soll planerisch unterstützen. Für den Fassaden-Anstrich ist ein Gerüst erforderlich. Das Land Hessen macht dieses Projekt mit einer Förderung von 4.963 Euro möglich.
  • Der Fußballsportverein möchte einen in den letzten zwei Jahrzehnten als Abstellkammer genutzten Raum im Büdinger Stadtteil Wolf herrichten. Er soll ein Treffpunkt für Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren werden, den sie eigenverantwortlich gestalten und nutzen können. Das Land fördert dieses Vorhaben mit 2.615 Euro. Die Renovierung mit Malerarbeiten wird von den Jugendlichen soweit wie möglich selbst übernommen. Außerdem erarbeiten sie gemeinsam mit dem Jugendpfleger ein Konzept, das eine verantwortungsbewusste und sachgerechte Nutzung ermöglicht. Um den Raum wohnlich zu gestalten, sollen Einrichtungsgegenstände, Beleuchtung und ein Kühlschrank angeschafft werden.

„Die Hessinnen und Hessen leben gerne auf dem Land. Jeder Zweite ist hier zu Hause. Deshalb sorgen wir dafür, dass unsere Dörfer attraktive Lebensmittelpunkte für junge Menschen, Familien und Seniorinnen und Senioren bleiben. Unser erfolgreiches Starkes-Dorf-Programm ist ein Mosaikstein, der dazu beiträgt. Ich freue mich, die Projekte mit Respekt, Anerkennung und einer Finanzspritze zu unterstützen“, sagte der Chef der Staatskanzlei. Er bedauerte, dass eine persönliche Übergabe der Förderung aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich sei. „Wir hätten den Freiwilligen vor Ort gerne persönlich gedankt. Eine gute Dorfgemeinschaft lebt vom Miteinander, von gemeinsamen Aktivitäten der jungen und älteren Generation sowie sehr stark vom ehrenamtlichen Engagement. Ich weiß, mit welcher Freude und Leidenschaft die Menschen in ihren Dörfern anpacken, Herausforderungen angehen und Zukunft gestalten. Die Aktiven machen damit ihren Ort und letztlich unser Land Hessen lebenswert.“

Hintergrund

Mit dem Förderprogramm „Starkes Dorf – Wir machen mit!“ unterstützt die Hessische Landesregierung Projekte, die beispielgebend den gesellschaftlichen Zusammenhalt eines Dorfes stärken, das Miteinander der Generationen fördern sowie die Lebens- und Aufenthaltsqualität dörflicher Zentren verbessern. Das kann die Aufwertung eines Dorfplatzes, die Einrichtung eines Bolzplatzes oder auch die Renovierung eines Backhauses sein. Wichtig ist, dass alle mit anpacken und alle die neue Einrichtung später auch nutzen können. Anträge können von Vereinen, Verbänden und sonstigen Initiativen gestellt werden. Nicht antragsberechtigt sind Ortsbeiräte und Einzelpersonen.

Die Projekte werden mit Beträgen zwischen 1.000 und 5.000 Euro gefördert. Insgesamt stehen pro Jahr 500.000 Euro bereit. Mehr zur hessischen Offensive für ländliche Räume und dem Aktionsplan „Starkes Land – Gutes Leben“ steht im Internet unter https://www.land-hat-zukunft.de/Öffnet sich in einem neuen Fenster.

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