Sommerreise des Chefs der Staatskanzlei an die Bergstraße

Hessische Staatzkanzlei

Sommerreise des Chefs der Staatskanzlei an die Bergstraße

Staatsminister Wintermeyer besucht die für den Demografie-Preis nominierte Feuerwehr Wahlen und übergibt Tablets an die Feuerwehr Lorsch.

Wenn es brennt oder Menschen durch schwere Unwetter in Gefahr sind wie aktuell in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, zählt jede Minute. In ländlichen Regionen kann das zum Problem werden, wenn die berufstätigen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren zur Arbeit in die umliegenden Städte pendeln. Auf seiner Sommerreise hat sich der Demografie-Beauftragte der Hessischen Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer, darüber informiert, wie die Feuerwehr in Grasellenbach-Wahlen diese Herausforderung angeht. Ihre Reservemannschaft ist eins von sechs Projekten, die für den mit insgesamt 24.000 Euro dotierten Hessischen Demografie-Preis nominiert sind. Darüber hinaus besuchte der Chef der Staatskanzlei am Freitag auch zwei Ehrenamtsprojekte. Der Freiwilligen Feuerwehr in Lorsch überreichte er die vom Land mit 12.400 Euro geförderte technische Ausrüstung.

„Ich bin tief betroffen von den schlimmen Bildern aus den Unwetterregionen. Menschen haben ihr Leben verloren, sehr viele ihr Zuhause. Meine Gedanken sind bei ihnen. Gleichzeitig bin ich dankbar, dass wir Frauen und Männer haben, die sich mit ihren Katastrophenschutzteams sofort auf den Weg gemacht haben, um unseren Nachbarn in der Not zu helfen. Hessen hat mehr als 600 Einsatzkräfte entsandt. Keiner weiß genau, was sie erwartet. Feuerwehr steht für Solidarität, Kameradschaft und Teamwork. Einer ist für den anderen da. Egal, ob es stürmt, schneit oder drei Uhr morgens ist. Von solchen Menschen, die sich unabhängig von ihrem Alter mit ganzem Herzen und großem Verantwortungsbewusstsein für andere Menschen einsetzen, lebt eine Gemeinschaft“, sagte Staatsminister Wintermeyer.

Auf seiner Sommerreise betonte er, dass Hessen ein vielfältiges Land sei. Es wird von seinen Ballungsgebieten geprägt, aber auch von seiner ländlichen Struktur. „Die Hessinnen und Hessen leben gerne auf dem Land. Jeder Zweite ist hier zu Hause und wir als Hessische Landesregierung tragen seit Jahrzehnten mit einer aktiven Demografie-Politik dazu bei, dass die ländlichen Regionen stark, attraktiv und lebenswert bleiben. Doch staatliche Maßnahmen allein reichen nicht. Es braucht auch den Einsatz der Menschen vor Ort, damit unsere Dörfer eine gute Zukunft haben. Für unseren Hessischen Demografie-Preis sind Projekte nominiert, die dazu einen Beitrag leisten und ein gutes Beispiel für andere sein können. Die Freiwillige Feuerwehr Grasellenbach-Wahlen gehört dazu. Mit ihrem kreativen Konzept ist sie ein Vorbild für generationenübergreifenden Zusammenhalt und trägt damit wesentlich dazu bei, dass die Menschen in Wahlen heute und in Zukunft sicher leben können“, sagte der Chef der Staatskanzlei.

Routinierte Feuerwehrleute in Wahlen

Wahlen ist ein beschaulicher Ortsteil mit rund 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die meisten Berufstätigen arbeiten in Weinheim, Heidelberg oder Darmstadt. Auch viele Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, die ausschließlich ehrenamtlich im Einsatz sind. Vor fünf Jahren brannte ein Wohnhaus zur „besten Arbeitszeit“. In den entscheidenden ersten Minuten waren nur wenige Einsatzkräfte vor Ort und niemand konnte ein großes Löschfahrzeug fahren. Dies war die Geburtsstunde des Projekts „Reservemannschaft“.

Unterstützung für die aktiven Feuerwehrleute wurde gesucht und gefunden. Gut ausgebildete, ältere Kameraden, die den Bezug zur Feuerwehr verloren hatten, wurden neu fürs Ehrenamt begeistert und reaktiviert. Einige der Reservisten sind bereits im Vorruhestand, haben Zeit und sind vor Ort, wenn Hilfe benötigt wird. Die acht Mitglieder des Reserve-Teams sind eine tragende Säule des Brandschutzes und helfen tagsüber als Fahrer oder Maschinisten, die Einsatzbereitschaft sicherzustellen. Innerhalb von zehn Minuten, so schreibt es das Gesetz vor, muss eine Löschgruppe vor Ort sein.

„Die von Routiniers getragene Reservemannschaft in Wahlen ist ein Mosaikstein, der unser Land sicherer macht, Generationen verbindet und den Zusammenhalt im Dorf sichtbar und erlebbar macht. Väter sind gemeinsam mit ihren Söhnen im Einsatz. Zu wissen, dass verlässliche Helfer in der Not auch auf dem Land sehr schnell zur Stelle sind, ist beruhigend und ein großer Gewinn für die Lebensqualität. Ich freue mich, dass wir dieses Projekt durch die Nominierung für den Demografie-Preis einer größeren Öffentlichkeit vorstellen können“, betonte der Chef der Staatskanzlei.

Ehrenamtsförderung für Feuerwehr Lorsch

Die Hessische Landesregierung unterstützt Freiwillige Feuerwehren auch mit ihrem 500.000 Euro starken Ehrenamts-Förderprogramm. Davon hat die Feuerwehr in Lorsch profitiert. Sie will die Chancen der Digitalisierung nutzen und sich mit der Unterstützung des Landes moderner und zukunftsfähiger aufstellen. Mit der Förderung in Höhe von 12.400 Euro sind Tablets, eine Kamera, ein Beamer, ein Drucker, diverse Wiedergabegeräte und weiteres Zubehör angeschafft worden, das der Chef der Staatskanzlei heute offiziell übergeben hat. „Ich freue mich, wenn alle Abteilungen innerhalb der Feuerwehr von der neuen Technik profitieren: die Einsatzabteilung, die Kinder- und Jugendfeuerwehr, der Spielmannszug und die Oldtimer-Freunde. Wenn sich die Feuerwehren modern und professionell präsentieren, können sie auch neue Mitglieder gewinnen. Das kommt uns allen zugute“, sagte Wintermeyer.

Zum Start seiner dreitägigen Sommerreise besuchte Staatsminister Wintermeyer auch die Rettungshundestaffel Südhessen und informierte sich bei einer Übung im Wald bei Mörfelden-Walldorf über die wertvolle Arbeit der Ehrenamtlichen, die Ausbildung der Hunde und den Einsatz von GPS-Trackern, deren Anschaffung das Land mit 5.000 Euro gefördert hat.

Die Sommerreise wird Anfang August fortgesetzt.

Hintergrund: Der Demografie-Preis

Mit dem Demografie-Preis, der am 20. September in Wiesbaden verliehen wird, zeichnet die Landesregierung seit 2010 jährlich Projekte und Initiativen aus, die dem demografischen Wandel mit innovativen und kreativen Ideen entgegenwirken. Unter dem Motto „Wo Ideen Freiraum haben! Leben auf dem Land“ steht die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes im Mittelpunkt des mit insgesamt 24.000 Euro dotierten Preises. Aus 111 Bewerbungen hat eine unabhängige Fachjury sechs Projekte ausgewählt. Bei der Preisvergabe sind die Kriterien Innovation, Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit der Projekte entscheidend.