Staatsminister Wintermeyer informiert sich über „AlmerodeLIVE“

Hessische Staatzkanzlei

Staatsminister Wintermeyer informiert sich über „AlmerodeLIVE“

„Junge Menschen zeigen, was geht und motivieren andere, an der Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken.“

Die Corona-Pandemie hat die Gesellschaft hart getroffen und auch teilweise verändert. Doch die Krise hat auch Prozesse beschleunigt und neue Ideen hervorgebracht. Das Jugendparlament Großalmerode hat 2020 ein eigenes Infoportal für seine Stadt im Werra-Meißner-Kreis geschaffen, das die Menschen statt analog nun digital miteinander verbindet. Auf seiner Sommerreise hat sich der Chef der Staatskanzlei und Demografie-Beauftragte der Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer, über das Projekt „AlmerodeLIVE“ informiert. Es ist eine von sechs Initiativen, die für den mit insgesamt 24.000 Euro dotierten Hessischen Demografie-Preis nominiert sind, der im September in Wiesbaden verliehen wird.

„Die Corona-Pandemie ist ein tiefer Einschnitt in unserem Leben. Auch nach eineinhalb Jahren hat sie noch immer großen Einfluss auf unseren Alltag und fordert uns in allen Bereichen. Aber wir haben gemeinsam die Herausforderung angenommen und es ist auch Gutes entstanden – wie hier in Großalmerode. Die jungen Menschen zeigen, was geht: Sie engagieren sich für ihre Stadt, übernehmen Verantwortung und motivieren dadurch andere, an der Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken. Das verdient höchsten Respekt und Anerkennung“, sagte Wintermeyer.

Der Pandemie getrotzt

Vor der Gründung von „AlmerodeLIVE“ stand eine große Enttäuschung: Das für Juni 2020 geplante Heimatfest wurde wegen Corona abgesagt. Verschoben auf das Jahr 2021. Mit der Vorstellung „Tote Hose statt Ausnahmezustand“ wollte sich das Jugendparlament nicht abfinden und organisierte für das Festwochenende eine Online-Übertragung über YouTube mit Live Band, Festumzug und Frühschoppen. „AlmerodeLIVE“ war geboren und mehr als eine Eintagsfliege. Die Pandemie hielt an und die Macher durch. Sie starteten neue Aktionen, zum Beispiel einen Corona-Talk mit Hausärzten, ein Krippenspiel an Weihnachten, einen Schultalk mit dem Landrat und einer Grußbotschaft des Hessischen Kultusministers und ein Politik-Duell zur Kommunalwahl. Ziel ist es nun, „AlmerodeLIVE“ auf rechtlich sichere Beine zu stellen und als festen Bestandteil der Stadt zu verankern.

„Viele junge Menschen und Familien haben die ländlichen Regionen verlassen. Auslöser dafür waren häufig berufliche Gründe. Der Werra-Meißner-Kreis ist der Landkreis mit dem höchsten Durchschnittsalter in Hessen und wir müssen dafür sorgen, dass er attraktiv für Junge und Ältere bleibt. Die Hessinnen und Hessen fühlen sich wohl auf dem Land und die Erfahrungen im Homeoffice verstärken den Wunsch, außerhalb der großen Städte zu leben und zu arbeiten. Corona kann auch hier eine Chance sein für unsere ländlichen Regionen“, betonte der Demografie-Beauftragte.

„AlmerodeLIVE“ stärke die gemeinsame Identität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Die jungen Menschen greifen Themen auf, die den ganzen Ort bewegen und decken dabei inhaltlich eine große Bandbreite ab. Ihr Angebot spricht nicht nur Gleichaltrige an, es verbindet auch die Generationen. Ich hoffe darauf, dass dieses Projekt durch den Demografie-Preis einer größeren Öffentlichkeit bekannt wird und Nachahmer findet“, sagte Wintermeyer.

  • „Reservemannschaft der Feuerwehr“ aus Grasellenbach-Wahlen, Landkreis Bergstraße
  • „Honigbienen, Wildbienen und Blühstreifen“ aus Runkel, Landkreis Limburg-Weilburg
  • „Die Marktscheune Wittelsberg“ aus Ebsdorfergrund-Wittelsberg, Landkreis Marburg-Biedenkopf
  • „BARock-AG“ aus Bad Arolsen, Landkreis Waldeck-Frankenberg
  • „AlmerodeLIVE Studio“ aus Großalmerode, Werra-Meißner-Kreis
  • „Gemeinsam nachhaltig leben“ aus Silges, Landkreis Fulda

Hintergrund

Mit dem Demografie-Preis zeichnet die Landesregierung seit 2010 jährlich Projekte und Initiativen aus, die dem demografischen Wandel mit innovativen und kreativen Ideen entgegenwirken. Unter dem Motto „Wo Ideen Freiraum haben! Leben auf dem Land“ steht die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes im Mittelpunkt des mit insgesamt 24.000 Euro dotierten Preises. Aus 111 Bewerbungen hat eine unabhängige Fachjury sechs Projekte ausgewählt. Bei der Preisvergabe sind die Kriterien Innovation, Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit der Projekte entscheidend.