Rund 300 Menschen folgten am 23.02.2026 der Einladung des Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung, Manfred Pentz, zu einer Veranstaltung mit dem Titel „Der Nahostkomplex und die Implikationen für Europa“.
Zum Auftakt begrüßte Karin Müller, Staatssekretärin für Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung, und betonte die außerordentliche Komplexität der Konflikte im Nahen und Mittleren Osten. Innere Zerrissenheit, religiöse Spannungen, energiepolitische Abhängigkeiten, Machterhalt und nicht zuletzt der Kampf um die Souveränität des eigenen Staates sind nur einige der vielschichtigen Konfliktlinien. Vor diesem Hintergrund hob Staatssekretärin Müller die uneingeschränkte Solidarität Hessens mit Israel nachdrücklich hervor. Sie stellte die zentrale Frage in den Raum, welche realistischen Szenarien es gebe, Frieden zu gewährleisten, und welche Rolle die EU hierbei einnehmen könne. Staatssekretärin Müller betonte, dass die EU den Anspruch erheben müsse, als globaler Akteur gestaltend tätig zu werden. Erforderlich seien eine gemeinsame europäische, klare Haltung und ein einheitliches europäisches außenpolitisches Handeln. Europa werde sich diesem Konflikt nicht entziehen können, so Staatssekretärin Müller.
Im anschließenden Podium diskutierten Jonathan Rosenzweig, stellvertretender Leiter der israelischen Mission bei der EU und der NATO und die Nahost-Expertin, ARD-Korrespondentin und Autorin, Natalie Amiri, zum Thema des Abends. Sie gaben fundierte Ein- und Ausblicke auf die aktuelle Lage und Zusammenhänge im Nahen Osten. Europa habe angesichts der engen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verflechtungen mit der Region ein erhebliches eigenes Interesse an Stabilität und Deeskalation.
Jonathan Rosenzweig betonte die sicherheitspolitische Zwangslage Israels in einem von unterschiedlichen Akteuren geprägten regionalen Umfeld. Für eine tragfähige europäische Politik sei es entscheidend, ein vertieftes Verständnis für die israelische Perspektive zu entwickeln. Ohne ein solches Verständnis drohe die EU, in ihren Positionierungen an politischer Wirksamkeit zu verlieren. Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung, dass eine positive Entwicklung im Iran langfristig neue Perspektiven für regionale Verständigung eröffnen könne.
Amiri pflichtete ihm bei und führte aus, dass eine nachhaltige Veränderung in Iran perspektivisch auch zu einer Stabilisierung der gesamten Region und darüber hinaus beitragen könne.
Der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für Jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Uwe Becker, führte durch den Abend.