Digitale Kindheit und Jugend in Europa – Medienkompetenz als soziale Aufgabe

Wie können Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt geschützt werden, ohne ihre Teilhabe einzuschränken? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Digitale Kindheit und Jugend in Europa – Medienkompetenz als soziale Aufgabe“, zu der die Hessische Landesvertretung am 25. Februar 2026 im Rahmen des hessischen Vorsitzes der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) eingeladen hatte.

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft und Fachpraxis diskutierten aktuelle europäische Regulierungsansätze, nationale Debatten und konkrete Praxisbeispiele.

Deutlich wurde: Digitale Räume sind längst zentrale Sozialisationsräume junger Menschen. Hier lernen, kommunizieren und engagieren sie sich – zugleich sind sie Risiken wie Desinformation, Cybermobbing oder suchtfördernden Plattformmechanismen ausgesetzt. Studien zeigen zudem eine wachsende soziale Dimension der Mediennutzung: Kinder aus benachteiligten Familien verfügen häufiger über geringere digitale Kompetenzen und sind stärker belastet. Digitale Teilhabe ist damit eine Frage der Chancengerechtigkeit.

Vor diesem Hintergrund kommt der europäischen Regulierung eine Schlüsselrolle zu. Mit dem Digital Services Act setzt die EU Maßstäbe für mehr Verantwortung der Plattformen und besseren Kinder- und Jugendschutz. In der Diskussion wurde zugleich deutlich, dass es eine sorgfältige Balance zwischen wirksamem Schutz und den Beteiligungsrechten junger Menschen braucht.

Der hessische JFMK-Vorsitz setzt hier bewusst auf einen ganzheitlichen Ansatz: Schutz, Befähigung und Teilhabe müssen zusammengedacht werden. Staatsministerin Hofmann verdeutlichte: „Medienkompetenz – von der frühen Bildung über Schule und Jugendhilfe bis zur Elternarbeit – ist dabei ein zentraler Baustein und zugleich Demokratiebildung.“

Hessen bringt hierfür konkrete Erfahrungen ein, etwa durch die Verankerung von Medienbildung im Bildungs- und Erziehungsplan, das Kita-Modellprojekt MEKOKI und neue Förderprogramme in der außerschulischen Jugendbildung.

Einigkeit bestand darin, dass eine kindgerechte digitale Welt nur gemeinsam gestaltet werden kann: durch klare europäische Regeln, verantwortungsvolle Plattformen, starke Bildungsangebote – und durch die aktive Beteiligung junger Menschen selbst. Ziel ist eine digitale Umgebung, die Schutz bietet, Entwicklung ermöglicht und echte gesellschaftliche Teilhabe eröffnet.