„Am Bondi Beach in Sydney haben wir gesehen, was der Aufruf zur weltweiten Intifada bedeutet. Er heißt nichts anderes als Gewalt und Terror gegen Jüdinnen und Juden. Wer dieses Gewaltmotiv zum Motto einer Kundgebung macht, der ruft öffentlich zum Mord an Jüdinnen und Juden auf, egal in welche Worte er seine Hetze kleidet. Der Judenhass kennt in Deutschland offensichtlich keine Grenzen mehr. Er tritt immer hässlicher und selbstbewusster auf und nur wer wegsieht und weghört, erkennt nicht, dass hier längst die Grenze zur Verletzung der Menschenwürde von Juden überschritten wird. Auf diese Stufe der Gewaltverherrlichung folgt nur noch der Terror und diese Terrorwerbung müssen wir verhindern“, erklärte heute der Hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker mit Blick auf die für dieses Wochenende in Frankfurt vorgesehene Kundgebung „Globalize the Intifada – Tragt die Intifada in die ganze Welt“.
„Jene Abwehrmechanismen, die nationalsozialistische Sprachbilder klar identifizieren und auch gerichtlich sanktionieren, versagen beim israelbezogenen Judenhass derzeit fast vollständig in unserem Land. Dies hat schon jetzt die Freiräume für Hass und Hetze gegen Jüdinnen und Juden dramatisch vergrößert. Und die beabsichtigte Terrorwerbung am kommenden Wochenende ist genau das Resultat dieser fehlenden Resilienz. Wenn wir als Gesellschaft antisemitische Terrorwerbung auf unseren Straßen zulassen, dann ist auch das Gedenken vom 27. Januar nichts wert. Es muss endlich Schluss sein mit jenen wohlfeilen Interpretationen, die antisemitische Parolen wie ‚from the river to the sea‘ oder ‚Intifada‘ als demokratischen Diskurs umdeuten. Hier wird Terror ausgerufen und keine Meinung geäußert“, so der Hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker.