Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung

Europaminister Pentz begrüßt neue Unternehmensform

Ob Allianz, BASF, Bilfinger oder Fresenius: Viele große Unternehmen aus Deutschland firmieren inzwischen als Europäische Aktiengesellschaft. Das Kürzel SE (für „Societas Europaea“) ist vielen Verbrauchern schon über den Weg gelaufen und immer mehr große Unternehmen nutzen diese Rechtsform.

Jetzt setzt Europa mit der „EU Inc.“ neue Standards für Start-ups. Die neue Rechtsform soll es Gründern künftig ermöglichen, überall in der EU ein Unternehmen zu gründen und anzumelden – innerhalb von 48 Stunden, digital und EU-weit einheitlich.

Hessens Europaminister Manfred Pentz begrüßt die Pläne der Kommission: „Wir müssen als Europa schneller werden. Gerade wenn es um Innovationen geht, die von Start-ups ausgehen, dürfen wir keine Zeit verlieren. Die EU Inc. ist ein Schritt in die richtige Richtung.“ Und Staatsminister Pentz weiter: „Wir müssen jetzt aber darauf achten, dass das Verfahren mit so wenig Bürokratie wie möglich auskommt. Wer in Europa ein Unternehmen gründen will, dem darf Europa keine Steine in den Weg legen“, so Pentz, der auch Hessischer Minister für Entbürokratisierung ist.

Letztlich müssten die Unternehmen entscheiden, ob sie den neuen europäischen Rechtsrahmen brauchen und nutzen wollen. Denn es handele sich um einen optionalen Rahmen.

Der Vorstoß der Kommission ist aus Sicht von Pentz geeignet, Europa im Kampf um Fachkräfte und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. „Hessen ist ein innovatives Bundesland mit vielen klugen Köpfen. Sie brauchen kompakte und simple Leitplanken für ihre Arbeit.“ Bislang sind Gründerinnen und Gründer in Europa mit 27 Rechtssystemen und mehr als 60 Unternehmensformen konfrontiert.

Interessen der Länder müssen berücksichtigt werden

Im weiteren Verfahren müssten unbedingt die Interessen der Länder berücksichtigt werden, mahnt Europaminister Pentz an. Denn die seien in Deutschland für die Umsetzung in den Verwaltungen und Gerichten zuständig. Ein zentrales EU-Register wäre beispielsweise eine zusätzliche Struktur zu den nationalen Registern.

Hintergrund

Die Idee des sogenannten „28. Regimes“ für Unternehmen in der Europäischen Union sieht unter anderem vor, dass sich künftig überall in der EU binnen 48 Stunden, vollständig online und ohne Mindestanforderungen an Kapital ein Unternehmen gründen lässt. Der Vorschlag geht nun an den Rat und das Europäische Parlament. 

Bund und Europa

Hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung und Bevollmächtigter des Landes Hessen beim Bund

Christoph Scheld

Pressesprecher

MinBE