Der Chef der Hessischen Staatskanzlei besuchte das Projekt der Gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlungsbaugenossenschaft Marburg-Cappel eG auf seiner Sommerreise: „Bezahlbarer Wohnraum ist eine der zentralen sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. In Kirchhain ist ein nachhaltiger Prototyp eines Mehrfamilienhauses entstanden, der eine Lösung gerade für den ländlichen Raum sein kann. Das Projekt ist ein echtes Vorbild für Wohnraumschaffung“, sagte Staatssekretär Benedikt Kuhn am Montag in Kirchhain und fügte hinzu: „Allen, die dieses zukunftsweisende Projekt entwickelt haben und mit Leben füllen, gratuliere ich herzlich zur Nominierung.“
Bezahlbarer Wohnraum durch neues Baukonzept
Das Besondere an dem Projekt ist die Entwicklung eines finanziell kalkulierbaren Prototyps eines Mehrfamilienhauses mit vier Wohneinheiten in nachhaltiger Holz-Hybridbauweise. Serielle Fertigung, kurze Transportwege und die Zusammenarbeit mit lokalen Handwerksbetrieben ermöglichen eine solide Planung und damit auch den Einsatz für den sozialen Wohnungsbau. Der Haustyp ist so konzipiert, dass er sowohl für den sozialen als auch für den frei finanzierten Wohnungsbau genutzt werden kann. Dadurch können Menschen mit Wohnberechtigungsschein und Haushalte mit mittlerem Einkommen gemeinsam in kleinen Quartieren leben – bei vergleichbarem Wohnstandard und nur geringen Mietunterschieden.
Nominierung für Demografie-Preis 2026
Das Projekt „Bezahlbar bauen – genossenschaftlich wohnen; Hausprototyp für Wohnungsbaugenossenschaften“ ist in diesem Jahr als eines von sechs Projekten für den „Demografie-Preis unseres Ministerpräsidenten Boris Rhein“ nominiert. Der Hessische Demografie-Preis zeichnet seit 2010 innovative und nachhaltige Projekte aus, die Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels geben. Seit 2014 liegt der Schwerpunkt auf dem ländlichen Raum. Über die Auszeichnung entscheidet eine unabhängige Fachjury. Der Preis würdigt Projekte, die mit kreativen, übertragbaren und nachhaltig ausgerichteten Ideen Antworten auf die gesellschaftlichen Veränderungen unserer Zeit geben.
Er macht damit erfolgreiche Ansätze bekannt, regt zum Nachahmen an, stärkt nicht nur die ausgezeichneten Regionen, sondern den ländlichen Raum in ganz Hessen und schafft somit eine einzigartige Plattform für kreative Best-Practice-Projekte für lebenswerte ländliche Räume und Regionen. Der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Benedikt Kuhn, wird die Preisträger am 26. August in der Staatskanzlei in Wiesbaden auszeichnen.
Fotos vom Besuch des Staatssekretärs sind im Medienraum abrufbar.