Staatssekretärin Müller beim Empfang der Deutschen Börse in Brüssel

Staatssekretärin Müller beim Empfang der Deutschen Börse in Brüssel

Beim Empfang der Deutschen Börse am 19. November 2025 in der Hessischen Landesvertretung in Brüssel sprach sich Europastaatssekretärin Karin Müller entschieden gegen die Zentralisierung der Börsenaufsicht in der EU aus.

Frau Staatssekretärin Müller dankte in ihrer Rede zunächst Stephan Leitner, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse Group, und wies auf die enge und vertrauensvolle Partnerschaft zwischen Hessen und der Deutschen Börse hin – eine über viele Jahre gewachsene Partnerschaft, die die Landesregierung sehr schätze. Hessen sei stolz darauf, dass die Deutsche Börse ihren Hauptsitz in Frankfurt hat.

Sodann kritisierte Staatssekretärin Müller die Pläne der Europäischen Union, die Börsenaufsicht über die Frankfurter Wertpapierbörse an die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA (European Securities and Markets Authority) in Paris zu übertragen. Die lokale Aufsicht sei mit den Besonderheiten des Marktes vertraut, nah am Geschehen und handele mit Augenmaß. Eine Verlagerung nach Paris würde diese Nähe, Expertise und Flexibilität gefährden. Die Zentralisierung reduziere keineswegs automatisch Bürokratie und schwäche den Finanzplatz Frankfurt. 

„Die Deutsche Börse mit der Frankfurter Wertpapierbörse und der Eurex ist ein wirtschaftliches Schwergewicht – für Hessen, für Deutschland und für Europa. Eine Zentralisierung gefährdet diese strategische Position“, betonte die hessische Europastaatssekretärin. „Die Deutsche Börse ist eine echte europäische Erfolgsgeschichte – in Hessen gegründet, in Europa gewachsen, mit der Welt verbunden. Sie zeigt, was Europa erreichen kann, wenn Regulierung Innovation fördert, anstatt sie zu bremsen.“ In diesem Sinne sei die Entbürokratisierung auch echte Standortpolitik – und nicht reines „administratives housekeeping“.